Jugendhilfeausschuss diskutiert den erhöhten Betreuungsbedarf von traumatisierten Jugendlichen und ihren Familien, die steigenden Kosten und an Grenzen stoßende Fachkräfte.
Im Jahre 2025 konzentrierte sich der Fachbereich Jugend & Familie auf die Weiterführung der 2024 begonnenen Prozesse zur Stabilisierung der Gesamtsituation. Die thematischen Schwerpunkte bezogen sich auf die Sicherstellung der Versorgung von Kinder- und Jugendlichen mit besonderem Bedarf, sowie die Umsetzung der Zusammenführung der Leistungen des SGB VIII und SGB IX für Kinder und Jugendliche und deren Familien im Fachbereich Jugend & Familie.
Fachkräfte an ihren Grenzen
Ein weiter Schwerpunkt war und ist die Sicherstellung von Kindertagesbetreuung bei fehlenden Angeboten. Allerdings bringt die Bewältigung der Aufgaben bei zunehmend spürbarem Personalmangel bei den freien Trägern die Fachkräfte an ihre Grenzen. Es fehlen stationäre Angebote insbesondere für junge Menschen mit besonderem Bedarf. Die Weiterentwicklung von digitalen Dienstleistungen sowie die Ausweitung der Versorgungsangebote im Rahmen der Schulbegleitungen und die Versorgung von unbegleiteten minderjährigen Ausländern sind weitere herausfordernde anstehende Aufgaben.
Weniger unbegleitete minderjährige Ausländer
Trotz allen Schwierigkeiten sei es im Jahr 2025 unter teilweise sehr erschwerten Bedingungen gelungen, den Anforderungen im Fachbereich insgesamt gerecht zu werden. Im Jahr 2025 haben die Zuströme von unbegleiteten minderjährigen Menschen um 70,5 Prozent abgenommen. Im Vergleich zu 1077 Menschen im Jahr 2024 waren es 2025 nur noch 306 Menschen.
Schwere Personalsituation
Was die Personalsituation im Fachbereich Jugend & Familie angeht, hat sich allerdings im Vergleich zum Jahr 2024 nicht viel geändert. Die unbesetzten Stellen in den Sachgebieten der Verwaltung konnten 2025 fast vollkommen besetzt werden. Im Bereich Soziale Dienste sei die Personalsituation aber weiterhin nicht optimal. Hinzu kommen noch mangelnde Versorgungsangebote für Kinder -und Jugendliche im stationären Bereich.
Inobhutnahmestelle wird doch nicht geschlossen
Dabei nähmen die Verhaltensauffälligkeiten aufgrund von tiefgreifenden psychischen Störungen enorm zu, was eine Vermittlung in Hilfeangebote erheblich erschwere oder manchmal sogar unmöglich mache. Die Inobhutnahmestelle stand aufgrund fehlenden Personals vor der Schließung, konnte aber durch die Zusammenarbeit mit einem Personaldienstleister davor bewahrt werden.
Ambulante Hilfen ausbauen
Eine erfreuliche Entwicklung zeigt allerdings das ordentliche Ergebnis des Haushalts 2025 mit einer Planunterschreitung der Ausgaben um 2,2 Millionen Euro. Dies sei zum großen Teil einer in dieser Höhe nicht erwarteten Zuweisung der FAG-Mittel (Finanzausgleichsgesetz) für Tageseinrichtungen für die Kinder und Kindertagespflege vom Land Baden-Württemberg zu verdanken. Auch seien die Ausgaben für die stationäre Hilfe um eine Million Euro gesunken, was vor allem an dem Mangel an stationären Angeboten liege. Dies führt aber wiederum zukünftig zu Kostensteigerungen im Bereich der ambulanten Hilfe, welche auch weiterhin ausgebaut werden soll.