Die ersten Geflüchteten aus der Ukraine sind bereits am Mittwoch, 12. November, in das Gebäude eingezogen. Im Laufe der kommenden Wochen werden weitere folgen. Foto: Landratsamt Zollernalbkreis

Weil die Zahl der Geflüchteten aus der Ukraine steigt, wird die Jugendherberge Lochen in Balingen nun doch weiter als Unterkunft genutzt.

Rund zwei Monate ist es her, dass die noch verbliebenen Bewohner aus der Jugendherberge Lochen, die seit Dezember 2022 als Einrichtung für Geflüchtete gedient hatte, ausgezogen sind.

 

Danach sollte, wie das Landratsamt im September auf Nachfrage mitteilte, der Betrieb eigentlich planmäßig Ende 2025 auslaufen. Im Anschluss sei „der Rückbau der Unterkunft“ geplant – „das heißt wir übergeben das Gebäude leer“, hieß es zum damaligen Zeitpunkt.

Notwendigkeit habe sich schon früh angedeutet

Inzwischen hat sich die Situation, wie von Seiten der Behörde zu erfahren ist, allerdings geändert.„Nachdem im September die letzten Geflüchteten aus der Jugendherberge Lochen ausgezogen sind, hielt das Landratsamt in Absprache mit der Stadt Balingen das Gebäude zunächst auf ‚Stand-by‘“, teilt Pressesprecher Steffen Maier mit.

Schon zu diesem Zeitpunkt habe sich angedeutet, „dass die Zahl der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine ansteigt und in der Folge Unterbringungskapazitäten notwendig werden würden.“ Dies hat sich jetzt bestätigt.

Ein Zuhause auf Zeit für Geflüchtete aus der Ukraine

„Dem Zollernalbkreis werden aktuell wöchentlich zwischen 15 und 20 Personen zugewiesen“, schildert er die derzeitige Lage. „Und vor diesem Hintergrund müssen wir das Jugendherbergs-Gebäude nun kurzfristig wieder nutzen.“

Erste Geflüchtete aus der Ukraine haben, wie er weiter wissen lässt, bereits ein Zuhause auf Zeit in der Jugendherberge Lochen gefunden. „Die ersten Personen sind am Mittwoch, 12. November, in das Haus eingezogen“, berichtet Maier.

„In diesen werden wir die dort zur Verfügung stehenden Ressourcen weiter nutzen. Das Gebäude bietet Platz für rund 100 Personen.“ Allerdings sei geplant, die Jugendherberge ausschließlich mit ukrainischen Staatsbürgern zu belegen, lässt er wissen.

Zuletzt lebten 24 Asylbewerber in der Balinger Jugendherberge

Bisher wurde das Haus für die Unterbringung von Asylbewerbern genutzt. In der Hauptsache waren es erwachsene, alleinreisende Männer, aber auch Familien mit Kindern, die das zuvor frisch renovierte Gebäude bezogen.

Diese kamen unter anderem aus Syrien, Afghanistan, Georgien und Algerien, und wurden vom Land Baden-Württemberg an den Zollernalbkreis verwiesen. Bis Ende September lebten dort nach Angaben des Landratsamtes noch 24 Asylbewerber, die nach ihrem Auszug auf andere Unterkünfte im Zollernalbkreis verteilt wurden.

Sozialbetreuung der Caritas unterstützt

Nun finden in der Jugendherberge Lochen also ukrainische Geflüchtete ein vorläufiges Zuhause. Damit sie sich bestmöglich einleben, erhalten sie Unterstützung. „Vor Ort präsent sein wird ein Hausmeister sowie die Sozialbetreuung der Caritas, um das Miteinander der Menschen bestmöglich zu begleiten“, so der Pressesprecher.

Ebenfalls schon im September, als noch nicht feststand, dass die Jugendherberge Lochen auch nach dem 31. Dezember 2025 weiter als Unterkunft genutzt werden wird, teilte Pia Bah, beim Deutschen Jugendherbergswerk Landesverband Baden-Württemberg für die externe Kommunikation zuständig, auf Nachfrage mit, dass eine Wiedereröffnung für den Gästebetrieb im Jahr 2026 „momentan nicht vorgesehen“ sei.

Stattdessen wird das Haus in der nächsten Zeit also ukrainische Geflüchtete beherbergen.