Der Jugendgemeinderat wünscht sich immer noch einen Bolzplatz. 55 000 Euro stehen dafür im Haushaltsplan. Die Jugendlichen haben eine konkrete Idee für die Umsetzung.
Der Wunsch nach einem Bolzplatz ist die Konstante im Jugendgemeinderat. Über die Jahre haben mehrere Befragungen unter den Jugendlichen der Stadt ergeben, dass dieser Wunsch ganz oben auf der Liste steht.
Doch es gab in der Vergangenheit zwei Probleme: den Standort und die Kosten. Wegen Letzteren wurde das Projekt immer wieder im Haushalt geschoben. Zu einer Umsetzung kam es nie.
Ein erster Probelauf musste pausiert werden
Als „Herzensanliegen“ bezeichnete Jakob Stanik vom Jugendgemeinderat den Bolzplatz in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Denn der sei neben einem Platz zum Kicken auch ein Treffpunkt. Und Stanik hatte auch einen konkreten Vorschlag zur Lösung im Gepäck: Der Platz hinter der Sporthalle und dem Lidl soll öffentlich genutzt werden können. Aktuell braucht man für den Zugang einen Schlüssel.
Staniks Vorschlag ist nicht ganz neu. Schon mehrfach äußerten die Jugendlichen diese Idee. Der Vorteil: Den Platz gibt es schon, und er liegt zentral. Der Nachteil: Schulen und Vereine nutzen ihn auch.
Vor anderthalb Jahren veranlasste der Jugendgemeinderat deshalb in den Sommerferien einen Probelauf. Der Bolzplatz wurde für die Allgemeinheit geöffnet. „Das hat gut funktioniert. Wir haben gutes Feedback bekommen“, sagte Stanik. Allerdings sei es auch zu Sachbeschädigungen gekommen.
Es seien Pflastersteine entfernt und die Rückwand des Lidls beschädigt worden. Man habe den Probelauf dann pausiert, so Stanik.
Die im Haushaltsplan 2025 veranschlagten 55 000 Euro für einen Bolzplatz will Stanik für einen Zaun, eine Schließanlage mit Code und ein Buchungssystem ausgeben. Mit dem Zaun soll der Platz geteilt werden, damit die Öffentlichkeit nur Zugang zur Fußballfläche bekommt. Mit Code und Buchungssystem soll gewährleistet werden, dass die Stadt weiß, wer sich auf dem Bolzplatz eingemietet hat – und so bei einer Sachbeschädigung verantwortlich ist. Außerdem könnten bestimmte Zeiten geblockt werden. In denen stünde das Gelände dann nur Schulen und Vereinen zur Verfügung.
Eine Entscheidung steht weiter aus
Kostengünstiger wäre natürlich die Variante, den jetzigen Bolzplatz einfach dauerhaft aufzuschließen, so Stanik. Es wäre aber schön, wenn man das Thema Bolzplatz bald endlich von der „Langzeit-To-Do-Liste“ auf die „Geschafft-Liste“ setzten könne.
Ekkehard Häberle (ZBL) fragte Stanik danach, in welcher Zeitspanne wie viele Jugendliche den Bolzplatz während des Probelaufs genutzt hätten – und aus welcher Altersgruppe diese stammen. Genaue Zahlen gebe es nicht, so Stanik.
Aber: „Es war viel los, er wurde viel benutzt“, sagte er. Genutzt hätten ihn Jugendliche zwischen acht und 17 Jahren. Manche seien älter gewesen.
Ob der Wunsch des Jugendgemeinderates in Erfüllung geht und das Geld für Zaun und Schließanlage im Haushalt eingeplant wird, ist nicht sicher. Der Gemeinderat hat seine Haushaltsberatungen auf den 18. Februar verschoben. Dann wird im Gremium auch darüber diskutiert werden, ob die Mittel zur Verfügung stehen – oder das Projekt wieder einmal geschoben wird.