Fidelis Stehle (von links), Stefan Teufel, Linus Thiel und Michael Keller Foto: Hezel

Stefan Teufel fordert in Rottweil mehr FSJ-Plätze und Jugendräume, um Gemeinschaft, Bildung und mentale Gesundheit zu stärken.

Stefan Teufel, stellvertretender Vorsitzender der CDU Landtagsfraktion, hat sich mit Vertretern des Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in Rottweil über die Zukunft jugendgerechter Infrastruktur ausgetauscht.

 

Begrüßt wurde der Landtagsabgeordnete von Fidelis Stehle, Diözesanleiter und Landesvorsitzender sowie dem Seelsorger Michael Keller und Linus Thiel, der dort sein Freiwilliges Soziales Jahr macht.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Jugendräume, die Bedeutung mentaler Gesundheit sowie die Stärkung des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ). „Bundesweit ist die Zahl der Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen“, berichtet Stehle. Besonders betroffen sind Jugendbildungsstätten, Jugendherbergen und selbstverwaltete Jugendräume. Gleichzeitig wächst der Bedarf – unter anderem durch den Ausbau von Ganztagsangeboten und steigende Anforderungen an außerschulische Bildungsarbeit.

Infrastruktur ist Grundvoraussetzung

Für Stefan Teufel ist klar: „Infrastruktur für junge Menschen sind kein Luxus. Sie sind Grundvoraussetzung für Bildungsgerechtigkeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine lebendige Demokratie.“ Als dreifacher Familienvater weiß er, welche Interessen Jugendliche haben und dass es somit auch um Selbstorganisation, Mitbestimmung und der Verantwortungsübernahme geht. In Jugendräumen entstehen Gemeinschaft, Engagement und demokratische Haltung – gerade auch im ländlichen Raum. Teufel unterstrich: „Projektförderungen allein reichen nicht aus. Wir brauchen nachhaltige Investitionsstrategien und echte Partnerschaft mit den Trägern.“

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die mentale Gesundheit junger Menschen. Die Belastungen durch Pandemie, Leistungsdruck, soziale Medien und gesellschaftliche Unsicherheiten haben spürbare Auswirkungen hinterlassen. „Wir erleben, dass junge Menschen zunehmend mit Stress, Zukunftsängsten und psychischen Belastungen kämpfen. Deshalb brauchen sie stabile soziale Strukturen, verlässliche Ansprechpartner und geschützte Räume“, betonte Keller.

Teufel stellte fest, dass offene Jugendarbeit, Bildungsstätten und Jugendverbände hier einen unverzichtbaren Beitrag leisten: „Sie bieten Gemeinschaft, Orientierung und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten – niedrigschwellig und wohnortnah. Eine starke Kinder- und Jugendhilfe ist deshalb auch eine Investition in Prävention und gesellschaftliche Resilienz“.

FSJ soll gestärkt werden

Ein besonderes Anliegen ist Teufel die weitere Stärkung des Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Baden-Württemberg hat die Mittel für das FSJ in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet. „Das FSJ ist ein Gewinn für alle Seiten: für die jungen Menschen, die wertvolle Erfahrungen sammeln, für die Einrichtungen, die Unterstützung erhalten, und für unsere Gesellschaft insgesamt“, so Teufel. Gerade im sozialen Bereich, in Pflege, Bildung und Betreuung, aber auch in Vereinen, leiste das FSJ einen wichtigen Beitrag – auch mit Blick auf Fachkräftesicherung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dieses Engagement verdiene politische Rückendeckung und verlässliche Rahmenbedingungen.

Der Austausch machte deutlich: Wer heute in jugendgerechte Infrastruktur investiert, stärkt Demokratie, mentale Gesundheit und gesellschaftliches Engagement von morgen. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung sind Räume der Begegnung, des Dialogs und der Verantwortung unverzichtbar.