Probe auf dem Hechinger Festplatz: Am Montagabend hat sich der Jugendfanfarenzug – noch ohne Uniformen – auf das am Freitag beginnende Irma-West-Kinder und Heimatfest vorbereitet. Foto: Roth

Ohne den Jugendfanfarenzug wäre das Kinderfest für viele Hechinger nicht vorstellbar. Unsere Redaktion hat die Generalprobe besucht und erklärt, was die Gruppe so besonders macht.

Am Montagabend hat der Jugendfanfarenzug unter der musikalischen Leitung von Markus Best seine letzte Marschprobe vor dem Kinderfest absolviert. Trommler, Fanfaren und Fahnenträger marschierten vom Schulhof der Realschule zum Festgelände, wo derzeit schon Fahrgeschäfte des Vergnügungsparks aufgebaut werden.

 

Das 79. Irma-West-Kinder- und Heimatfest wirft seine Schatten voraus. Der Startschuss fällt am kommenden Freitag, 18. Juli, mit dem Völkerballturnier sowie dem Seniorennachmittag. Letzterer wird traditionell durch den Jugendfanfarenzug eröffnet, langjährige Mitglieder werden auf der Bühne in der Stadthalle ausgezeichnet. Im Anschluss geht es weiter zum Antrommeln in die Stadtteile. „Das Festwochenende ist für uns sehr anstrengend“, betont Markus Best im Gespräch mit unserer Redaktion.

20 Kilometer am Wochenende im Marschschritt unterwegs

Um die 20 Kilometer lege die deutlich über 30-köpfige Gruppe im Marschschritt während des Wochenendes zurück. Vor allem die jüngeren Mitglieder des Fanfarenzugs seien am Sonntagnachmittag daher platt. Schließlich geht es am Samstag mit dem Antrommeln in den Stadtteilen und zum Abschluss bei Bürgermeister Philipp Hahn weiter, abends steht dann die Begleitung des Lampionumzugs auf dem Programm. Am Sonntag folgt weiteres Antrommeln und der Festumzug – sprich: ein straffes Programm steht bevor.

Jüngere und ältere Kinder und Jugendliche ergänzen sich. Foto: Roth

Das macht Best seinen Schützlingen auch bei der Generalprobe klar: „Wenn ich sage, dass die Zeit drängt, dann ist es auch so.“ Mit den Busfahrten zwischen den Stadtteilen könne es durchaus zu stressigen Situationen kommen. Daher wurde am Montagabend noch mal fleißig geprobt. Sei es, möglichst schnell die vorgesehene Aufstellung in Vierer-Reihen einzunehmen, der Bühnenaufgang an sich oder die Kehrtwenden.

Nach dem Kinderfest folgt Auftritt beim Rutenfest in Ravensburg

Eine weitere Herausforderung: Während des Antrommelns wird auf der Straße marschiert – Straßensperren für den Autoverkehr gibt es nicht. Markus Best weist mit einer Pfeife auf Fahrzeuge hin, sein Gefolge verschlankt sich daraufhin zu Zweier-Reihen, so dass Autofahrer den Fanfarenzug gefahrenlos überholen können.

Markus Best leitet den Jugendfanfarenzug mit dem Taktstock an. Foto: Roth

Geübt wird ganzjährig einmal pro Woche. So will Markus Best verhindern, dass in der Zeit ohne Auftritte die Kinder und Jugendlichen dem Fanfarenzug verloren gehen. Grundsätzlich herrsche derzeit kein Nachwuchsmangel. „Nach der Schnupperprobe im vergangenen Jahr sind zwölf Neulinge dazugekommen, zehn davon sind hängengeblieben. Das ist eine sehr gute Quote“, freut sich Best, der den Jugendfanfarenzug mittlerweile seit rund zehn Jahren anführt.

Dass das Trommlen, Trompeten und Fahnenschwenken attraktiv bleibt, wird den Mitgliedern auch einiges geboten: zum Beispiel ein Hüttenwochenende oder die Teilnahme am Rutenfest in Ravensburg, das am Montag, 28. Juli, wieder ansteht. Der Hechinger Fanfarenzug führt den großen Umzug in Oberschwaben an erster Stelle an – für Best das „Bonbon“ nach dem Kinderfest in der Zollernstadt.

Ein Teil der Generalprobe fand vor der Albert-Schweitzer-Schule statt. Foto: Roth

Und auch unter den Jugendlichen des Fanfarenzugs herrscht gute Stimmung – trotz großer Altersspanne. „Die Chemie muss stimmen. Das Besondere ist, dass wir inklusiv und integrativ arbeiten“, nennt Best die Erfolgsfaktoren. Jeder sei willkommen, die Älteren helfen den Jüngeren und entlasten somit auch Markus Best in der Gruppenleitung. So ist der Optimismus groß, dass noch viele Kinderfeste mit dem bekannten Trommel- und Trompetengeräuschen gefeiert werden.

Hier ist der Jugendfanfarenzug beim Kinderfest (18. bis 21 Juli) zu hören

Freitag, 18. Juli
Antrommeln des Jugendfanfarenzugs um 14 Uhr beim Seniorennachmittag; um 14.30 Uhr in der Tagespflege Sozialwerk; um 15.20 Uhr in Stein; um 15.55 Uhr in Bechtoldsweiler; um 16.30 Uhr in Sickingen; um 17.25 Uhr in Weilheim; um 19 Uhr beim Fassanstich auf dem Festplatz.

Samstag, 19. Juli
Antrommeln des Jugendfanfarenzugs um 8.45 Uhr in Boll; um 9.30 Uhr in Stetten; um 10.45 Uhr in Beuren; um 11.30 Uhr in Schlatt; um 12.20 Uhr in Bechtoldsweiler, bei Bürgermeister Philipp Hahn. Zum Abschluss des Tages wird der Lampionumzug und die Festhandlung gegen 21 Uhr begleitet.

Sonntag, 20. Juli
Antrommeln des Jugendfanfarenzugs um 7 Uhr in der Unterstadt; um 8 Uhr im Etzental/Friedrich-List-Straße; um 8.25 Uhr in der Bahnhof/Tübinger Straße; um 8.55 Uhr in Schlossberg; um 10.15 Uhr im Stockoch; um 10.50 Uhr im First. Zum Abschluss des Tages folgt die Teilnahme am großen Festumzug ab 13.30 Uhr.