Der Achter-Rat ist kürzlich in die fünfte Runde gestartet. Im Konzerthaus stimmten Achtklässler der Trossinger Schulen über die Themen der diesjährigen Aktion ab. Foto: Ingrid Kohler

Die Wünsche von Achtklässlern sind vielfältig – von kostenloser Nachhilfe über einen Boxautomaten bis hin zu einem Winterball, der im Ranking ganz vorne lag.

Die Idee zur Bildung eines Gremiums für die politische Teilhabe Jugendlicher in Trossingen ist in den vergangenen vier Jahren unter der Regie des Stadtjugendreferats mit dem Projekt „Achter-Rat“ umgesetzt worden.

 

Stadtjugendreferent Marc Molnser freute sich „wir gehen in die fünfte Runde und feiern somit bereits ein kleines Jubiläum“ und mit Blick auf das Deutsch-Französische Jugendcamp, das aus der ersten Achter-Rat-Aktion hervorging „auch hier sind es bereits fünf Jahre“.

Das Projekt kann somit bereits einen beachtlichen Erfolg über diesen Zeitraum verbuchen, schließlich wurden noch weitere Ideen der Achtklässler umgesetzt – von Jugendpartys über Ausflüge, Beteiligung am Clean-up-Day, Hotspot-Internet, Anschaffung einer Tischtennisplatte und nicht zuletzt das im vergangenen Jahr erstellte Volleyballfeld bei der Solweghalle.

Engagement beim Maschke-Platz

Es sei wichtig, als Stadt den Jugendlichen zu signalisieren „wir haben Interesse an euch“, sagte Marc Molsner im Gespräch mit unserer Zeitung. Mit Blick auf die Bürgerbeteiligung für die Gestaltung des Rudolf-Maschke-Platzes, an der sehr viele Jugendliche teilgenommen haben, weiß er „die kontinuierliche Beteiligung trägt Früchte“.

Fünfte Runde

Jetzt, Anfang Dezember, wurde im Konzerthaus die fünfte Runde mit einer Pflichtveranstaltung für alle achten Klassen der Trossinger weiterführenden Schulen mit insgesamt 250 Schülern gestartet. Am ersten Tag waren es die Schüler der Realschule, der Solwegschule und erstmals mit dabei auch Schüler der Schule des Lebens-Mutpol. Am zweiten Tag nahmen das Gymnasium und die Löhrschule teil.

Sinn und Zweck war es, eine Themensammlung zu erarbeiten. Die Stadtjugendreferenten Marc Molsner und Johannes Ganter, zwei Mitarbeiter des Stadtjugendreferates Spaichingen und des Jugendreferats Aldingen, Mitarbeiter des Ganztagesteams des Schulzentrums, der Internationalen Beratungsstelle, alle Schulsozialarbeiter sowie Azubis des Rathauses standen den Jugendlichen hilfreich zur Verfügung.

Viele Ideen

Die Ideen der Achtklässler waren vielfältig, insgesamt kamen 28 Themen zusammen, doch nicht alles, wie Molsner betonte, kann weiter verfolgt oder umgesetzt werden. Beispielsweise das Thema E-Scooter „bringt gar nichts, da diese Roller offiziell erst ab 16 Jahren möglich sind“, so der Stadtjugendreferent.

Jeweils drei grüne Aufkleber konnte jeder Achtklässler in die Felder der Themensammlung kleben, wobei es auch möglich war, alle drei Punkte für ein Thema zu verwenden. Ins Ranking kamen 15 Themen. Bei Platz acht gab es erstmals Beifall der Schüler – 15 Stimmen gaben die Achtklässler einem Boxautomaten, der schon in früheren Jahren Thema gewesen ist. Erneut Beifall gab es für das Thema „Kino“, das mit 54 Stimmen auf Platz zwei kam und ebenso als „Dauerbrenner“ seit fünf Jahren gilt.

Winterball eine richtige Herausforderung

Bei der Verkündung von Platz eins brach im Kleinen Saal Jubel aus. Mit 61 Stimmen ist der Wunsch nach einem Winterball für die Schüler der absolute Renner. „Echt krass“, meinte Marc Molnser, „dieses Thema könnte eine richtige Herausforderung für alle Schulen werden – da werden wir bestimmt etwas reißen im Kesselhaus“.

Auch kostenlose Nachhilfe, die Bahnhofsgestaltung, eine Mountainbikestrecke, Schülerjobs oder eine Schlittschuhbahn, die jedes Jahr einen vorderen Platz erreicht, zählten zu den Wünschen, die allerdings nicht alle erfüllt werden können.

Jetzt kommen Kleingruppen

Mit den acht erfolgreichsten erarbeiteten Themen aller Schulen geht es am Freitag, 16. Januar, im Ganztageszentrum in die nächste Runde für alle Achtklässler, die sich von den Themen angesprochen fühlen und sich für deren Umsetzung einsetzen. Die Teilnahme in Kleingruppen von sieben bis acht Schülern ist dabei freiwillig, muss aber kontinuierlich bei allen folgenden fünf bis sieben Treffen sein. „Wer zweimal fehlt, fliegt raus“ war die klare Ansage des Stadtjugendreferenten.

Disziplin erforderlich

Die Erfahrung zeigt, dass das meistens klappt, denn im letzten Jahr waren von 250 Teilnehmern aus der ersten Veranstaltung dann 67 in der freiwilligen Phase bis zum Schluss dabei. Immerhin dürfen sich diese disziplinierten Schüler am Ende auf ein Teilnahmezertifikat und einen schönen gemeinsamen Ausflug freuen.

Das Stadtjugendreferat und die Teilnehmer des Achter-Rats sind auf der Suche nach Themenpaten. „Jeder Erwachsene, der gerne mit Jugendlichen arbeitet und etwas moderieren kann und vor allem auch Interesse am Thema hat, ist willkommen“, so Stadtjugendreferent Marc Molsner. Es gilt zunächst, mit der Gruppe das Ziel zu finden und dann die Gruppe zum Ziel zu führen. Ansprechpartner sind Marc Molsner (Handy 0176/11 02 54 16 oder marc.molsner(@)trossingen.net), sowie Johannes Ganter (Handy 0172/7 55 49 45 oder johannes.ganter@trossingen.net).