Bei der Jugendbeteiligung hat die Gemeinde Schenkenzell einen Rückschlag erlitten. Deswegen wollen Gemeinderäte und Verwaltung die Flinte aber nicht ins Korn werfen und wagen einen zweiten Anlauf.
Eitel Sonnenschein herrschte in der ersten Jahressitzung des Gemeinderats im Januar, als Bürgermeister Bernd Heinzelmann und Hauptamtsleiterin Susanne Augsburger dem Gremium die Ergebnisse der Online-Jugendumfrage vorstellten. Die Teilnahmequote hatte bei sehr guten 81 Prozent gelegen.
Umso mehr ist jetzt nach einer ersten Präsenzveranstaltung mit dem Nachwuchs Ernüchterung eingekehrt. Eigentlich wollte Bürgermeister Bernd Heinzelmann in der jüngsten Ratssitzung, wie er es formulierte, etwas enthusiastisch über den Austausch mit den Jugendlichen berichten. Nachdem jedoch kein Jugendlicher den Weg ins Bürgerhaus zum Termin mit Vertretern der Verwaltung und des Gemeinderats fand und deshalb keine Diskussion stattfand, kehrte beim Bürgermeister Ernüchterung ein. Auf den Termin sei vielfach und auf verschiedenen Kanälen hingewiesen worden, so dass er bekannt gewesen sei.
Experten sagten ihm, es könne verschiedene Gründe haben, weshalb kein Jugendlicher erschienen sei. Eventuell, weil sie in der Umfrage ihrer Meinung nach alles beantwortet hätten, was gefragt worden sei, übermittelte der Bürgermeister. Deshalb strebe er eine Wiederholung an, da aus seiner Sicht nach wie vor Redebedarf bestünde. Gabi Eckert vom Landessozialministerium, die die Gemeinde beim Prozess der Entwicklung der „Ortsmitte für alle“ betreue, habe einen ihrer Kollegen empfohlen, der Fachmann für Kinder- und Jugendbeteiligung sei. Mit ihm werde er Kontakt aufnehmen. „Wir werden jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken und aufgeben“, zeigte sich Heinzelmann kämpferisch.
Rat Werner Kaufmann verwies auf die Umfrage, bei der man die Jugendlichen erreicht habe. Wegen eines Negativerlebnisses dürfe jetzt die Flinte nicht ins Korn geworfen werden. Statt einen neuen Termin festlegen könne man auch ins Training des SC Kaltbrunn gehen, wo man die Jugendlichen am besten antreffe. Beim Handball funktioniere das eher nicht, weil bei der HSG nicht alle aus Schenkenzell kämen. „Wenn es weitere Reinfälle gibt, muss man so ehrlich sein und sagen: das war’s“, räumte Kaufmann ein.
Ungünstiger Termin?
Rätin Katrin Kilgus hielt den Termin kurz nach der Fasnet nicht gerade für günstig. Ihrer Ansicht nach sollte ein zweiter Anlauf gestartet werden. Dies befürwortete das Ratsgremium und beauftragte den Bürgermeister, am Thema dran zu bleiben.