Die ersten Besucher des wiedereröffneten Jugendraums i mit den Jugenderziehern sowie Bürgermeisterin Marion Isele und Hauptamtsleiter Peter Lepkojis in der Mitte. Foto: Gerald Nill

Nach vorne schauen und niemanden zurück lassen – das ist die Devise der Jugend- und Heimerzieher, die den Jugendraum in Zell mit neuem Leben füllen.

Die Einrichtung hat eine schwierige Zeit hinter sich. Durch diverse Probleme, mangelnde Kontinuität und Dauerschließungen ist eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen in Zell nicht in den Genuss eines angemessenen Freizeitangebotes direkt am Schulzentrum gekommen. Der Gemeinderat hat die Reißleine gezogen und die Zusammenarbeit mit der Caritas aufgekündigt. Jetzt geht die TimeOut-Stiftung aus Lörrach an den Start und betreibt das Angebot, das ab sofort Jugendraum und nicht mehr Jugendzentrum heißt. Ein Schlussstrich und ein Neuanfang also auch beim Namen.

 

Am Montagnachmittag öffnete die Einrichtung unter der neuen Trägerschaft – und die ersten Kinder und Jugendlichen ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen.

In der Hauptsache wird sich Samia Mislik um die Betreuung der jungen Besucher kümmern. Sie strahlt eine Freude und einen Optimismus aus, der ansteckend wirkt. Wenn man die zierliche Samia Mislik fragt, was sie ihren jungen Gästen bieten will, antwortet sie: „Viel Kreatives.“ Sie nennt als Beispiele Basteln und Malen. Kann man damit wirklich die Handy-Generation aus der Reserve locken? Die Jugenderzieherin kriegt schnell die Kurve. Aktuell ist Fasnachtszeit und da können beispielsweise Kostüme gebastelt werden.

Für Stephan Fischer, Bereichsleiter bei der TimeOut Stiftung, ist entscheidend, dass „wir freie Räume für Kinder und Jugendliche schaffen“. Die Zeit der Kinder sei schon durchgetaktet genug, da müsse ihnen im Jugendraum nicht auch noch jede Minute Programm vorgegeben werden. Sollen sie sich vielleicht auch mal ein Paar Minuten langweilen, dann sind sie offener für Neues. In den Räumen an der Gartenstraße finden alle jedenfalls optimale Räumlichkeiten vor. Selbst ein Tonstudio besitzt der Jugendraum. Die Jugenderzieher müssen lange überlegen, was an der Gartenstraße vielleicht noch fehlt. Ein Haken zum Aufhängen eines Boxsackes. Aber das schaffen sie auch in Eigenarbeit mit den Kindern.

Auch Bürgermeisterin Marion Isele ist mit Hauptamtsleiter Peter Lepkojis am Eröffnungstag gekommen. Sie kennt die Jugendarbeit im Oberen Wiesental aus dem Effeff. Da ist es nur von Vorteil, dass es bei der Jugendarbeit inzwischen eine enge Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden Todtnau, Schönau und Zell gibt. Überall ist die TimeOut-Stiftung jetzt in der Jugendpflege am Zug und arbeitet eng in den drei Gemeinden zusammen. Monatliche Teambesprechungen sollen die Qualität sichern und Probleme, wie sie in der Vergangenheit vorgekommen sind, im Keim ersticken.

Zur Eröffnung ist auch Mandes Lohse aus dem Jugendraum Schönau gekommen und hat gleich ein paar seiner Schützlinge aus Schönau mitgezogen. In Zell muss sich das neue Angebot erst noch herumsprechen. Nur fürs Foto stellen sich ein paar junge Besucher kurz an den Kicker im Raum, dann wird lieber weiter die Kicker-Spielkonsole genutzt. Kochen, Spielen oder auch Bewerbungen schreiben – die Möglichkeiten im neuen Jugendraum sind aber schier unbegrenzt.

Auf die Frage nach den Öffnungszeiten hat Bürgermeisterin Isele die schnellste Antwort parat und zeigt damit, wie wichtig ihr das Thema ist. Also: 14-tägig montags, mittwochs und freitags von 14 bis 19 Uhr. Und: An jedem Wochentag hat ein Jugendraum im Oberen Wiesental zwischen Todtnau und Zell nachmittags geöffnet.