Die Jugendarbeiter haben sich kürzlich im Ortschaftsrat Frommern vorgestellt. In den Vorträgen wurde ersichtlich, wie wichtig es ist, die Jugend teilhaben zu lassen.
Schon länger bestand der Wunsch im Ortschaftsrat Frommern, die Jugendarbeit und die Akteure dahinter einmal genauer kennenzulernen – so geschehen in der jüngsten Sitzung. Die Verantwortlichen zeigten sich zufrieden mit den Gegebenheiten, Wünsche nach Verbesserungen gibt es aber freilich immer.
Die Jugendbetreuung fußt in Frommern auf drei Säulen: Schulsozialarbeit, offene Kinder- und Jugendarbeit sowie die mobile Jugendarbeit. Letztere findet besonders in Form von Streetwork statt.
Zum Angebot gehört das Queercafé
Diese Arbeit teilen sich Daniel Stamler, Elisabeth Schwab und Lisa Klein. Neben ihrer Arbeit auf den Straßen Frommerns und der dortigen Kontaktaufnahme mit den Jugendlichen haben die jungen Erwachsenen die Möglichkeit, die Mitarbeiter im offenen Büro zutreffen.
„Zudem bieten wir weitere Begegnungsmöglichkeiten wie zum Beispiel das Queercafé und Nightsport“, sagt Stamler. Und Schwab ergänzt: „Das Netzwerken ist das A und O für unsere Arbeit.“
Ob das Aufsuchen der Jugendlichen auf den Straßen sich auch gefährlich gestalten kann, fragte Markus Holweger aus dem Gremium. Von Gewaltbereitschaft ihnen gegenüber, konnten die Streetworker nichts berichten. „Einige testen ein wenig ihre Grenzen aus, wie weit sie gehen können. Aber das läuft auf entspannter Ebene ab“, so Schwab.
Reuß: Probleme werden geschaffen, wo keine sind
Natürlich sind die Gruppen hier und da mal laut, „aber häufig werden Probleme geschaffen, wo keine sind“, betonte Ortsvorsteher Stephan Reuß. Selbstverständlich gebe es auch Grenzen, aber es sei wichtig, „dass jugendliche Gruppen nicht als Problem gesehen werden, sondern als Teil der Gesellschaft, die ebenfalls Anspruch haben, sich im sozialen Raum aufzuhalten“, so Reuß.
Ein besonders wichtiger Ort für die jungen Menschen ist in Frommern der sogenannte Jugendtreff. In diesem hat Marleen Richert den Hut auf und betreut dort regelmäßig Kinder und Jugendliche – direkt angeschlossen an das Gebäude des Schulverbunds.
„Dieser Treff war lange Zeit das Stiefkind“, sagte Reuß. Diese Zeiten sind jedoch vorbei. Der Jugendtreff ist an den Öffnungstagen meist gut gefüllt. Jochen Brendle, Leiter des Kinder- und Jugendbüros (KJB) betonte: „Die Besucherzahlen im Treff sind so hoch wie noch nie.“
Platzprobleme könnte es bald geben
Richert beschreibt ihre Arbeit im Treff als sehr erfüllend. Ein eigenes Büro in dem Raum werde bald eingerichtet, so Richert. Auf die Frage aus dem Gremium, was noch zu verbessern sei, konnten die Mitarbeiter doch noch ein paar Dinge finden.
Ein großes Manko: Richert ist aktuell alleine. Eine Vertretungsstelle gibt es momentan nicht. Das heißt: Fällt die junge Frau aus, bleibt der Treff geschlossen. Neben dem Wunsch nach einer Vertretungsstelle sehen die Verantwortlichen – vorausgesetzt die Nachfrage steigt weiter an – bald auch ein Platzproblem, das sie an den Ortschaftsrat herangetragen haben.
Weiter bieten die Fachkräfte Sozialarbeit in den Schulen direkt an. Hannah Renker, Sarah Tietz, Carolin Thiele und Leonie Jehle sind unter anderem am Schulverbund Frommern tätig. Dort bieten sie Hilfe und Unterstützung bei Schwierigkeiten und Konflikten im Schulalltag.
Schulsozialarbeiterinnen unterstützen Eltern, Lehrer und Schüler
Daneben unterstützen die Mitarbeiterinnen Eltern bei Erziehungsfragen oder anderen Problemen und entlasten die Lehrer zum Beispiel bei Konfliktsituationen. Renker betont: „Wir sind keine reinen Betreuer und geben auch keine Noten. Probleme, die uns die Schüler anvertrauen, werden nicht weitergegeben.“
Ortsvorsteher Reuß und das Gremium dankte allen Beteiligten für deren Engagement. Reuß hält es zudem für keine schlechte Idee, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeit im Gemeinderat vorstellen, „da dieser Einblick wertvolle Erkenntnisse geliefert hat“.