Reichlich Abstand bei der Deutschprüfung – abschreiben ist nicht und würde auch wenig bringen. Foto: Kommert

Derzeit schwitzen Haupt- und Realschüler im Triberger Kurhaus über den Prüfungen. Zum Auftakt setzen sich die jungen Leute mit Texten oder einem Gedicht auseinander.

Raumschaft Triberg - Am Dienstag begannen die schriftlichen Prüfungen auch für Real- und Hauptschüler in Baden-Württemberg – traditionell mit Deutsch. Insgesamt nehmen an der Abschlussprüfung der Realschule Triberg (RST) 51 Schülerinnen und Schüler teil, acht von ihnen in Klasse 9 (G-Niveau) an der Hauptschulabschlussprüfung, 43 legen in Klasse 10 die Realschulabschlussprüfung ab.

Stadt stellt Kurhaus zur Verfügung

Weil es sich in der Pandemiezeit wunderbar bewährt habe, so Realschulrektor Thomas Serazio, habe man auch in diesem Jahr auf das Kurhaus zurück gegriffen, das die Stadt erneut zur Verfügung gestellt habe. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass deutlich weniger Aufsichtspersonal nötig ist als in mehreren Klassenräumen der Schule. Zudem sei die Lüftung ebenso ideal wie die Ruhe im Haus.

Nachdem die Prüfungen der beiden Schularten vormals noch terminlich getrennt waren, sind sie in diesem Jahr zum zweiten Male am gleichen Tag, jedoch mit verschiedenen Zeiten, was die Planungen etwas erschwere. Der Schulleiter stellte im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten fest, dass er – wenn überhaupt – kaum Wissenslücken durch die schwierigen Unterrichtszeiten feststellt. "Was ich rein gefühlsmäßig erkenne, sind vielleicht gestiegene Prüfungs- und Versagensängste, die ich so in den Jahren vor Corona nicht gesehen habe", so sein Fazit.

Handys sind nicht erlaubt

Die Prüfung begann um 8 Uhr, Abgabeschluss war für die Realschulprüfungen 12.30 Uhr, für die Hauptschüler lief die Prüfung von 8 bis 11.30 Uhr. Am Beginn stand die übliche Prozedur: Handy abgeben, diverse Ansagen des Schulleiters und des Fachlehrers, der Hinweis auf Betrugsversuche und auf den dokumentenechten Stift.

Die Prüfungsaufgaben bezogen sich auf die Bildungsstandards der Klassen 7 bis 10. In Deutsch gab es einen Pflichtteil (Aufgabe a: Sachtext mit Aufgaben zum Textverständnis, Grammatik, Interpunktion, Syntax, Morphologie und Semantik zum Thema "Warum die ›Jugend von heute‹ immer die schlechteste ist" von Christina Peters, oder die Behandlung der Lektüre "Herzsteine" von Hanna Jansen) sowie als Wahlteil ein Aufsatz mit drei Themen, eines davon musste bearbeitet werden: Dialektische (also kontroverse) Erörterung mit dem Thema Altersbeschränkung für Minderjährige bei Energy Drinks – mindestens drei Argumente, die dafür und drei, die dagegen sprechen. Oder eine Textbeschreibung zur Lyrik "Fahrend in einem bequemen Wagen" von Bertolt Brecht, alternativ auch eine Textbeschreibung Prosa zur Kurzgeschichte "Partnerarbeit" von Stefanie Dominguez.

Eine Entlassfeier ist geplant

Für die Hauptschulabsolventen gab es weniger Themen zu bearbeiten, daher sei deren Prüfung auch kürzer angesetzt, informiert Serazio. Weiter geht es am Donnerstag, 19. Mai, mit Mathematik, am 24. Mai mit Englisch und am 31. Mai mit den Wahlpflichtfächern Technik, AES oder Französisch.

Eine Entlassfeier werde es definitiv geben, doch ohne das Essen und die üblichen Darbietungen. "Ich bin zuversichtlich, dass unsere Schülerinnen und Schüler ihr Wissen abrufen können und einen erfolgreichen Abschluss schaffen werden, vielleicht gibt es auch in diesem Jahr wieder eine 1,0 – die Hoffnung besteht derzeit. Auf jeden Fall drücke ich allen die Daumen", betonte der Schulleiter abschließend.