Mit einer Strategie für mehr Beteiligung stellte die Spitze des Kreisjugendreferats im Jugendhilfeausschuss des Kreistags ihre Schwerpunkte für das kommende Jahr vor.
Die beiden Leiterinnen des Kreisjugendreferats, Gisela Schleidt und ihre Vertreterin Sarah Fräulin, haben im Jugendhilfeausschuss des Kreistags ihre Jahresplanung vorgestellt. Um die Jugendarbeit des Referats bekannter zu machen, wollen sie auf zielgruppenspezifische Angebote wie die Jugend-App setzen und verstärkt an die Öffentlichkeit gehen. Die Fachstelle der Kinder- und Jugendhilfe im Landkreis sieht sich als Interessensvertretung junger Menschen und arbeitet mit Verantwortlichen in Gemeinden, Gremien, Vereinen, Institutionen sowie mit den Jugendlichen und ihren Familien zusammen.
Lob für Trägerverein
Schleidt lobte insbesondere den Trägerverein „I-Kuh“ mit seinem Spieleverleih für Vereine und Verbände in der Bergstraße 24. Durch den Laden bekommen wir einen sehr guten Zugang zu den Akteuren vor Ort. Diese wiederum hätten die Möglichkeit, sich für Veranstaltungen Spielgeräte auszuleihen – eine „Win-Win-Situation“. Eine Freizeitbörse hält für Vereine die Möglichkeit bereit, ihre Angebote zu veröffentlichen. Auch biete sie Orientierung bei der Suche nach Zuschussmöglichkeiten, erklärte Fräulin.
Stetig ausgebaut werde die Jugend-App, die in Kooperation mit Jugendlichen entstanden ist und bei den Angeboten auch vor Landesgrenzen nicht Halt macht. Beim Jugendschutz, so Fräulin, könnte das Kreisjugendreferat mehr tun. Doch seien die Kapazitäten begrenzt. Ein großer Aufgabenbereich sei der Kinderschutz mit Beratungen und diversen Projekten – insbesondere zum Schwerpunkt Sport. Dabei geht es nicht zuletzt um die Verhinderung von Missbrauch. Das Kreisjugendreferat ist zuständig für Anerkennungsverfahren, es definiert fachliche Standards und entwickelt Förderrichtlinien. Darüber hinaus wird die politische Teilhabe von Jugendlichen unterstützt. Die lokalen Jugendreferate werden beraten.
Weitere Aufgaben sind die Bereitstellung von Informations- und Weiterbildungsmaterialien sowie Qualifizierungsangebote für ehrenamtlich Tätige in den Vereinen und Verbänden zur Erlangung der Jugendleiterausbildung (JuLeiCa).
Vielfältige Arbeit
Das Kreisjugendreferat organisiert themenbezogene Fachtage und entwickelt Jugendbeteiligungsprojekte, wie beispielsweise die Veranstaltungsreihe „Politik & Pizza“ zur Landtagswahl an vier Orten im Landkreis. Der nächste Termin ist am 23. Februar in Kandern. Gabriele Weber (SPD) und Margarete Kurfeß (Grüne) sprachen den beiden Frauen vom Kreisjugendreferat ihren Dank für die vielfältige Arbeit aus. Bernhard Escher (CDU) interessierte sich genauer für die Jugendleiterausbildung (JuLeiCa). Dies sei eine wertvolle Arbeit. „Wer es früh nicht gelernt hat, wird es später nicht machen“, zeigte er sich überzeugt.
Derzeit gebe es 650 Jugendleiter, wobei die Tendenz leicht steigend sei, berichteten die Expertinnen. Jedoch seien es vor der Corona-Pandemie fast 1000 Personen gewesen. Erfasst würden dabei allerdings nur diejenigen, die an der JuLeiCa-Ausbildung teilnehmen. Noch Luft nach oben sei auch bei den beteiligten Vereinen. Von den mehr als 500 Vereinen im Landkreis hätten gerade einmal 140 einen Vertrag mit dem Kreisjugendreferat abgeschlossen. Wie zu erfahren war, haben die Städte Rheinfelden und Lörrach dies mittlerweile zur Bedingung für die kommunale Vereinsförderung gemacht.
Bereits ausgebucht ist das Ferienprogramm für Kinder von Mitarbeitern des Landratsamts im Herbst, eine Maßnahme zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Sehr bewährt habe sich zudem der Qualitätszirkel Kinderschutz, der spezielle Konzepte für die Vereine entwickelt. „Eine Arbeit, die man nicht sieht“, wie Fräulin hervorhob.