Die mehr als 100 Teilnehmer am „Jugend forscht“ – Regionalwettbewerb in Altensteig hatten beeindruckende Projekte im Gepäck. Viele davon sind direkt aus dem Leben gegriffen.
Lachen, das ständige Rauschen von Gesprächen und ab und zu Applaus: Beim öffentlichen Teil des Regionalwettbewerbs Nordschwarzwald von „Jugend forscht“ war die Eichwaldhalle voller Leben. An den etwa 50 Ständen hatten die mehr als 100 Kinder und Jugendlichen ihre Projekte aufgebaut um die interessierten Besucher und natürlich die etwa 30-köpfige Jury zu informieren. Die jüngste Teilnehmerin ist grade mal neun Jahre alt, der älteste 18.
Die Projekte aus den Bereichen Arbeitswelt, Mathe und Informatik, Biologie, Physik, Geo- und Raumwissenschaften, Chemie und Technik deckten eine riesige Bandbreite ab. Beim Besuch fiel auf: Besonders das Thema Nachhaltigkeit und Umwelt schien viele Schüler umzutreiben. Biologisch abbaubare Fischköder oder natürliches Waschmittel aus Seifenkraut waren nur zwei Projekte, die sich direkt mit Umweltschonung beschäftigen.
Orangensaft-Tests und Spülmaschinen-Hygiene
Viele Projekte kamen direkt aus dem Alltag und konnten sogar bei Konsumentscheidungen unterstützen. Da wurde erforscht, welcher Orangensaft am meisten Vitamin C enthält, welcher Spülmaschinentab am wenigsten – gesundheitsschädliche – Rückstände auf dem Geschirr hinterlässt oder mit welcher Methode sich Wasser am schnellsten erhitzen lässt. Und ist Trockenhefe oder frische Hefe die bessere Wahl?
Vincent Peter Schwämmle vom Hermann-Hesse-Gymnasium Calw, und Lukas Stahl vom Otto-Hahn-Gymasium Nagold hatten geprüft, unter welchem Licht Tomaten, Paprika, Radieschen und Auberginen am besten gedeihen. Eine andere Gruppe aus Bad Wildbad wollte herausfinden, ob UV-Wasserdesinfektion wirklich funktioniert. Eine Gruppe prüfte, wie sich Gummibärchen im Wasser verhalten – es zeigte sich: Gelatine weicht gut auf und geht in die Breite.
Einige Roboter waren dabei – mit den unterschiedlichsten Aufgaben. Zum Beispiel kochte einer Eier um zu testen, wie das perfekte Frühstücksei entsteht und ob es stimmt, dass zwei Minuten in kaltem Wasser im Wechsel mit heißem in 32 Minuten ein perfektes, wachsweiches Ei ergibt. Das hatte eine Studie behauptet, die der junge Forscher im Internet behauptet. Mit einer Minute Rhythmus klappt es übrigens besser. Ein anderer sammelt verlorene Tennisbälle ein, ein weiterer sät Kressesamen im Hochbeet.
Andere hatten Computer, Kabel und Darstellungen von digitalen Projekten aufgebaut. So hatte ein Teilnehmer ein Programm entwickelt, mit dem Vokabeln nachgeschlagen werden können. Aus Altensteig selbst kam eine Methode, Blüten vor Frost zu schützen – sicher eine interessante Sache für die Obstindustrie.
Wer Strom braucht, kann das über Solarzellen erzeugen. Dazu gab es einige Versuche, Forschungsprojekte und Experimente. Zum Beispiel ein E-Bike beim Fahren aufzuladen, Solarzellen im Winter freizuhalten. Auch die medizinische Sparte war abgedeckt: Mithilfe eines Tropfenzählers eines Teams vom Maria-von-Linden-Gymnasium Calw kann sichergestellt werden, dass genau die richtige Dosis genommen wird. Selbst, wenn der Patient nicht mehr so gut sieht.
Die eigene Forschungsfrage will nicht nur gestellt und beantwortet sein – die Methode muss auch begründet werden. Maria Ahsbahs, Annabel Schmitt und Sofia C. von der Gemeinschaftsschule Neubulach waren schon im vergangenen Jahr am Start. Damals hatten sie Stressreaktionen von Pferden gemessen. Jetzt haben sie ihre eigene Methode auf den Prüfstand gestellt und außerdem geprüft, ob Musik Pferden beim Beruhigen hilft. Tut sie übrigens.
Ihre Schüler mit ihren Projekten Rennen geschickt hatten Schulen aus Nagold, Altensteig, Calw, Neubulach, Wildberg, Bad Wildbad, Balingen, Tübingen, Horb, Freudenstadt, Dornstetten und Rottenburg. Auch eine Schule aus Renchen war vertreten. Wie kommt denn die Ortenau plötzlich in den Nordschwarzwald? Die Antwort ist eine organisatorische: Es geht um Kapazitäten an den einzelnen Standorten, weiß Mitorganisator Klaus Gerlinger .
Beeindruckendes Wissen über die Naturwissenschaft
Er zeigte sich auch begeistert von dem Wissen und Engagement der Teenager und Kinder. „Als Lehrer muss ich sagen: Es wäre ein Traum, wenn man im Physikunterricht so eine Truppe vor sich hätte“, freut er sich. An den Ständen überzeugen die Teilnehmer mit tiefgreifendem Wissen über Chemie, Physik und Biologie. Und nicht nur das: Sie konnten es den Besuchern – unter anderem ihren eigenen Mitschülern – auch gut verständlich erklären.