Jürgen Rauer ist nach 15 Jahren Amtszeit nicht mehr Kommandant der Gesamtwehr Ettenheim. Bei der Wahl wurde der Gegenkandidat, sein bisheriger Stellvertreter Christian Mösch, zum Nachfolger gewählt. Neuer stellvertretender Kommandant ist Lukas Schaudel.
In einer kurzen Laudatio würdigte Christian Mösch nach seiner Wahl zum Kommandanten die Leistungen seines Vorgängers. Das Lob wurde mit großem Applaus der Wehrmänner quittiert. Dennoch sah offensichtlich ein Großteil der Mannschaft mit ihrer Stimmabgabe, den Zeitpunkt der Wachablösung durch einen Mann aus der nachwachsenden Führungsebene für gekommen. Jürgen Rauer sah die Abwahl sportlich und pragmatisch: „Ich hege keinen Groll. Jetzt habe ich mehr Zeit für meinen Enkel und andere schöne Dinge des Lebens“.
Von einer Spannung zwischen Rauer und Mösch war an dem Wahlabend nichts zu spüren. „Ich reihe mich in die Mannschaft ein und mache weiterhin Feuerwehrdienst – einfach weil es meine Passion ist. Falls mein Rat gefragt ist, trete ich als Ratgeber auf – falls nicht, ist auch gut“, so der Ex-Feuerwehrchef.
Am Versammlungsabend im Vereinsheim in Ettenheimweiler wurde zudem Friedbert Jäger durch Bürgermeister Bruno Metz zum Ehrenabteilungskommandanten ernannt. Jäger leitete sehr erfolgreich in der Zeit von 1991 bis 2011 die Geschicke der Ortsteilwehr Ettenheimweiler.
Jürgen Rauer übergibt eine tadellos funktionierende Wehr. Dieses Resümee darf man nach Anhörung der Berichte aus den Abteilungen, der Ausbildung und der Jugendwehr ohne Wenn und Aber ziehen.
Suizidbedingter Einsatz fordert die Kameraden psychisch stark
Über das Jahr 2024 verteilt wurden 100 Einsätze gefahren. Spektakulär waren dabei Anfang März ein Gebäudebrand in der Innenstadt, der Brand eines Geräteschuppens in Ettenheimweiler und ein knapp siebenstündiger suizidbedingter Einsatzes auf der Autobahn, der die Einsatzkräfte auch psychisch stark forderte. Dennoch resümiert Rauer ein eher ruhiges Jahr, welches mit 1500 Einsatzstunden (300 Stunden unter dem Vorjahr) abschließt.
Strukturell haben sich im Berichtsjahr die Abteilungen Altdorf und Ettenheim im neuen Rettungszentrum zusammengetan. Auch wurden aufgrund der Vorgabe des Umsatzsteuergesetzes Feuerwehrvereine auf Abteilungsebene gegründet. Berichte über die feuerwehrtechnische und kameradschaftliche Arbeit aus den Abteilungen lieferten die Abteilungskommandanten Florian Rauer (Abteilung Ettenheim/Altdorf), Andreas Hösel (Ettenheimweiler), Harald Siefert (Wallburg) und Florian Bühler (Münchweier). Erfreulich, dass sich die Wallburger nach der Beschaffung eines gebrauchten LF 8/6 (2021) wieder stabilisieren konnte.
Herausragend stark ist die Arbeit bei der Jugend- und Kinderfeuerwehr. Durch Jugendfeuerwehrwart Marcel Vetter sein 20-köpfiges Team werden aktuell 82 Kinder- und Jugendliche betreut und an die Feuerwehrarbeit herangeführt.
Ausbildungsobmann Christian Krieg berichtete von einem Truppmann/-frau-Lehrgang Teil eins im Frühjahr, der von 17 Wehrleuten erfolgreich absolviert wurde. Der von ihm geleiteten Ausbildungsabschnitt deckt den Südbezirk des alten Landkreises Lahr, einschließlich des Schuttertals ab. Für diese Jahr ist Mitte des Jahres wieder ein Truppmann/-frau-Lehrgang und im Spätjahr ein Truppführerlehrgang geplant.
Alexander Handke übernimmt nun neu den Rechnerposten
Seinen letzten Kassenbericht verlas der langjährige Rechner und Ehrenkommandant Helmut Krieg. Besonders erfreut zeigte sich Krieg über eine Spende der Veranstalter des Schwarzwald-Moped-Marathons aus Münchweier in Höhe von 800 Euro. Die Kassenprüfer Andreas Hösel und Stefan Burg lobten die Arbeit des scheidenden Rechners. Entlastung wurde erteilt. Nachfolger des Rechners ist Alexander Hanke.
Bürgermeister Bruno Metz betonte bei seinem Grußwort den großen Stellenwert und das Vertrauen, das die Wehr bei ihm, dem Gemeinderat und der Bevölkerung geniest. Insbesondere der Blick auf das Machbare zollt ihm Respekt ab. „Die Feuerwehr wünscht auch nur das, was zwingend notwendig ist“. Er danke Jürgen Rauer für seine sehr gute Arbeit. „Das Wahlergebnis ist keine Benotung der Rauer-Leistung“, so Bruno Metz nach seinem Glückwunsch an das neue Kommando.
Auszeichnungen
Ehrungen:
Durch die Stadt wurden Ulrich Obert, Otto Rietsche und Heinz Schaub für 50-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Mit dem Goldenen Abzeichen für 40 Jahre wurden Fred Brandenburger und Roland Burger geehrt. Das Silberne Abzeichen für 25 Jahre erhielt Florian Koch. Sebastian Kirnberger, Felix Mundinger und Christian Schwendemann für 15 Jahre Aktivität nahmen das Landesehrenzeichen in Bronze entgegen.
Beförderungen:
Aufgrund entsprechender Ausbildung und Position innerhalb der Wehr wurden befördert: August Rehm zum Löschmeister, Mike Brüggert, Harald Heiler, Michael Henninger, Philipp Meier zu Oberlöschmeister, Florian Rauer zum Hauptlöschmeister und Frank Spitznagel zum Brandmeister.