Foto: Schwarzwälder Bote

Jubiläum: Der frühere Bürgermeister Bräunlingens, Jürgen Guse, wird 70 Jahre alt / Etliche Pensionärsbeschäftigungen

Jürgen Guse wird 70 Jahre alt. Der frühere Bürgermeister Bräunlingen ist bis heute sehr engagiert. Er hat viele Projekte für die Gemeinde initiiert.

Bräunlingen. Jürgen Guse war von 1986 bis Ende 2017 für 32 Jahre zum Bräunlinger Bürgermeister gewählt und hat in dieser städtischen Position durch viele Impulse und Weichenstellungen die Entwicklung des alten Zähringerstädtchens entscheidend mitgeprägt. Viele das Stadtbild bestimmende Vorhaben hat Guse in seiner Amtszeit an verantwortlicher Stelle mitbestimmt, wofür ihm am 29. Dezember 2017 die Urkunde zur Bräunlinger Ehrenbürgerwürde überreicht wurde.

Vor dreieinhalb Jahren ging Jürgen Guse in den Ruhestand. Er kann an diesem Mittwoch auf sieben Lebensjahrzehnte und auf ein aktives, von viel Einsatzbereitschaft und kommunalpolitischem Engagement geprägtes Leben zurückblicken. Er setzt sich für seine Gemeinde, den Landkreis und die Region ein. Aktuell ist er seit Januar 2018 Vorsitzender der Bräunlinger Bürgerstiftung, die Anfang September bei einer Jubiläumsfeier in der Stadthalle auf die 15 Jahre seit ihrer Gründung zurückblicken will.

Viele Projekte und Weiterentwicklungen hat Guse in seiner langen Amtszeit in Bräunlingen initiiert und an vorderster Front begleitet. Dazu gehören der nach dem Hochwasser 1990 verbesserte Hochwasserschutz, die Verkehrsentlastung durch die Umgehungstraße, die Stadtsanierung, der Bau des Seniorenzentrums, der Ringzuganschluss, die Erschließungen für etliche Wohn- und Gewerbegebiete in der Kernstadt und den Ortsteilen sowie die Untertunnelung in Döggingen. Auch die Umstrukturierungen bei den Stadtwerken, die Sanierung der Stadthalle, der Sporthallenbau, die Hallenbauten in Döggingen und Unterbränd waren weitere wichtige Projekte. Ohne Zweifel kamen die Stadtteile in seiner Amtszeit nicht zu kurz.

Nach seiner Pensionierung im Januar 2018 wurde es ihm nie langweilig. Viele Ehrenämter in der Region sorgten bisher für Abwechslung und zum Teil neue Herausforderungen, die Guse gerne annahm.

In Wirtschaft und Sozialem tätig

So war er nach seiner Pensionierung bis 2019 noch Vorsitzender im Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg. Bei der regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft blieb er weiterhin Aufsichtsrat, bevor er 2020 verabschiedet wurde. Gleichzeitig wurde er gefragt, ob er den Posten des Interimsgeschäftsführers übernehmen könne, was er für eine Übergangszeit zusagte. Danach hatte er die Projektleitung für das Gewerbegebiet in Sulz am Neckar bis 31. Dezember 2020 inne.

Im Förderverein der Freunde und Förderer des neuen Parasolhotel in Bad Dürrheim ist er Vizevorsitzender. Später wurde er noch Geschäftsführer für die Bau- und Besitzgesellschaft. Dort wird ein Inklusionshotel für Behinderte und Nichtbehinderte gebaut, in dem auch Arbeitsplätze für Behinderte geschaffen werden sollen. Dazu war die Gründung einer GmbH notwendig, für die Jürgen Guse den Posten des Geschäftsführers übernahm. Die Planungen wurden inzwischen bei der Stadt Bad Dürrheim eingereicht und in Kürze werden die Gespräche mit den Banken über die Finanzierung des 18-Millionen-Projekts beginnen.

Guse ist zudem stellvertretender Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins H 2 Regio plus, der in der Region das Thema Wasserstoff voranbringen möchte. Derzeit sind vom Land eine Million Euro Förderzuschüsse für ein Projekt auf dem alten Schlachthausareal in Schwenningen in Aussicht gestellt worden.

Neben seinen umfangreichen und zeitaufwendigen Pensionärsbeschäftigungen spielt er gerne Tennis in der TC Seniorenmannschaft, fährt mit Ehefrau Edeltraud mit dem Fahrrad und wandert mit ihr durch die Region. Im Winter werden ab und zu die Skier angeschnallt. Im Männergesangverein singt er schon viele Jahre mit und bei der Bräunlinger Singgruppe Scherenschleifern hilft er mit, die Gäste mit Heimatliedern zu erfreuen.

Als Opa beschäftigt er sich gern mit den beiden Kindern seiner Tochter Melanie, die in Blumberg wohnen und oft zu Besuch nach Bräunlingen kommen. Dass er gut Klavier und Keyboard spielen kann, bestätigt nicht nur seine Familie. Auch zuhause ist ausreichend Arbeit da: "Für das Haus mit Grundstück und Garten auf dem Galgenberg gibt es natürlich immer etwas zu tun", berichtet Jürgen Guse. Geplant ist aktuell ein längerer Besuch bei Tochter Natalie in Kalifornien, sobald die pandemiebedingten Einreisebeschränkungen gelockert werden. Der letzte Besuch in den USA liege schon mehr als 18 Monate zurück.

Wie war das Gefühl, nach dem Berufsleben nicht mehr so im Mittelpunkt zu stehen? "Ich habe mich nie besonders wichtig genommen und deshalb auch kein Problem damit gehabt, dass ich nach meiner Pensionierung nicht mehr so im Mittelpunkt stand", sagte Jürgen Guse, der noch voller Tatendrang steckt.

Geboren wurde Jürgen Guse am 23. Juni 1951 in Freiberg am Neckar bei Ludwigsburg. Einige Jahre später erfolgte der Umzug der Familie nach Schwäbisch Gmünd. Nach der Ausbildung legte er 1974 die Staatsprüfung zum Diplom-Verwaltungswirt ab. Zwei Jahre lang arbeitete er innerhalb der Inspektorenlaufbahn am Landratsamt in Schwäbisch Gmünd. Am 1. November 1976 wurde er mit 25 Jahren Bürgermeister von Schnürpflingen, er wurde als einer der Jüngsten im Land Baden-Württemberg gewählt. Ab 1. Januar 1986 übernahm er als Nachfolger von Karl Schneider das Bräunlinger Bürger­meisteramt. Er war viele Jahre CDU-Kreisrat und saß im Verwaltungsrat der Sparkasse. Zudem war er Fraktionsvorsitzender in der CDU-Kreistagsfraktion.

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