Als riesiger Erfolg wird das Festwochenende zum 300-jährigen Bestehen Edelweilers in die Geschichte des kleinen Orts eingehen. Höhepunkt des Sonntags war der Umzug. Da kam für die Zuschauer so manches geflogen – Süßigkeiten und viel Wasser.
An die Jubiläumsfeier werden sich die Edelfelder noch lange zurückerinnern. Nach dem Festakt am Samstag mit anschließender Stimmungsmusik im Festzelt beim Heimatmuseum wurde der Sonntag mit einem gut besuchten Gottesdienst unter der Leitung von Pfarrer Christian Günther, musikalisch begleitet von Familie Ziegler, eingeläutet.
Bereits zum Mittagessen, das von der Stadtkapelle Dornstetten musikalisch begleitet wurde, hatte das Team in Küche und Service alle Hände voll zu tun. Die Bestuhlung für 600 Personen im Inneren des Zeltes musste, so Noch-Ortsvorsteherin Doris Sannert, um weitere 300 Plätze im Freien und zusätzliche Stehtische erweitert werden. Laut Veranstalter wurden etwa 1000 Gäste bereits zur Mittagszeit vom Team in den eigens für das Fest bedruckten grünen Ortsjubiläumsshirts bewirtet.
Nachmittäglicher Höhepunkt der 300-Jahr-Feier war der historische Festumzug durch ganz Edelweiler. Bereits ab 13 Uhr sperrte die Feuerwehr Pfalzgrafenweiler die Zufahrten zur Ortsdurchfahrt ab, während die ersten Anwohner sich die besten Plätze sicherten. Stühle, Bänke, ja sogar ein gemütliches Sofa und lange Holzbalken dienten entlang der Umzugsstrecke als Sitzgelegenheiten in erster Reihe. Die vielen Zuschauer verteilten sich im ganzen Ort, an manchen Stellen sogar in mehreren Reihen hintereinander.
Günter Raisch moderiert
Moderiert wurde der historische Festzug, der am Friedhof startete und sich über die Ortsstraße, die östliche Edelhalde und das Neubaugebiet bis zum Festzelt erstreckte, von Günter Raisch, der auf dem Balkon des ehemaligen Rathauses stand.
Eröffnet wurde der Zug mit rund 30 Gruppen vom Feldschütz. Mit dem Fahrrad voraus, machte er die Strecke für die Wagen, Traktoren und Fußgruppen frei. Dabei waren die Feuerwehren aus den Ortsteilen von Pfalzgrafenweiler, die nicht mit Wasser aus Spritzen früherer Zeiten sparten. So erlebte mancher Zuschauer bei angenehmen Temperaturen eine bisweilen unfreiwillige Dusche am Straßenrand.
„Im Edelfeld Geborene“ wurden samt weißen Nachtgewändern, Schlafmützen und Schnullern durch den Ort chauffiert. Der örtliche Heimatverein sowie der Heimat- und Geschichtsverein Dornstetten liefen beim Umzug mit. Musikalisch unterhielten der Musikverein Pfalzgrafenweiler und die Stadtkapelle Dornstetten. Historische Traktoren konnten ebenso bestaunt werden wie Pferdefuhrwerke, ein Waldarbeiterwagen oder eine selbstfahrende Holzsäge. Aus Wörnersberg und Göttelfingen beteiligten sich die Hüttenmitglieder. Weitere Teilnehmer kamen aus den Nachbarorten Garrweiler, Grömbach, Seewald und Egenhausen.
Süßes, Schnaps und Esel
Den Jüngsten am Straßenrand flogen Süßigkeiten von den Umzugsteilnehmern zu, die Erwachsenen durften sich an Schnäpschen, gebackenen Bösinger Eseln oder Pizzastücken erfreuen.
Nach dem Umzug, der für die teilnehmenden Gruppen beim Festzelt am Heimatmuseum endete, luden rund 65 hausgemachte und gespendete Kuchen zum Kaffee auf dem Festgelände ein. Die jüngsten Gäste erwartete ein tolles Kinderprogramm, organisiert vom Team der Villa Regenbogen in Durrweiler. Großer Spaß herrschte auf der Kriech- und Kletterburg aus Heuballen, beim Dosenwerfen oder an der Mohrenkopfschleuder.
Zum Festausklang spielte der Musikverein Pfalzgrafenweiler im mit historischen Fotos dekorierten Festzelt. Fazit des Festausschusses, so Doris Sannert: „Wir wurden zwar überrannt, mussten Steaks, Wurst und mehr nachordern, aber unsere Jubiläumsfeier wurde allseits gelobt.“