Der gemischte Chor unter der Leitung von Simon Zimmermann beim Jubiläumskonzert des Liederkranz Holzbronn und des Gesangvereins Gültlingen. Foto: Sabine Stadler

Zwei Chöre, zwei Jubiläen, ein gemeinsames Konzert. Mit einem großen Konzert würdigten der Gesangverein Gültlingen und der Liederkranz Holzbronn zusammen ihr diesjährigen Jubiläen.

Während der Liederkranz Holzbronn vor 125 Jahren gegründet wurde, blickt der Gesangverein Gültlingen auf eine 150-jährige Vereinsgeschichte zurück.

 

Bereits 1959 erkannten die Gültlinger die Vorteile eines gemischten Chores. Bei dem im Jahr 1900 von 21 Männern ins Leben gerufene Liederkranz Holzbronn dauerte es bis 1993.

Nach dem Motto „Alleine unter der Dusche singen ist doof“ fanden die beiden Chöre unter der Leitung von Chorleiter Simon Zimmermann zusammen. Nach der gemeinsamen Geburtstagsfeier im März durfte der Vorsitzende des Gesangverein Gültlingen, Rudolf Widmaier, zum Jubiläumskonzert in der gutbesuchten Gültlinger Halle auch Bürgermeister Ulrich Bünger sowie Ortsvorsteherin Sarah Müller, Holzbronn und Ortsvorsteher Walter Baur aus Gültlingen willkommen heißen.

Sie singen Lieblingsstücke von Chanson bis zur Moderne

Das Programm des Jubiläumskonzerts, auf das sich die Chöre intensiv vorbereitet hatten, führte durch verschiedene Epochen und Genres. Die Moderation übernahm Daniela Gießner, Vorsitzende des Liederkranz Holzbronn und Sven Gießner. Vorgetragen wurden insbesondere Lieder aus der Chorhistorie, beginnend in den Gründerjahren der beiden Vereine. In unterschiedlichen Formationen wurden Lieblingsstücke von Chanson bis Moderne präsentiert.

Zum Auftakt spielte das Calwer Morisot-Quartett in der Besetzung mit Elisabeth Rück, Eva-Maria Benzing-Edinger, Claudia Rink und David Raiser von Marc-Antoine Charpentier „Prélude pour ce qu’on voudra“. Diesem schlossen sich die ersten drei Lieder, gesungen vom gemischten Chor beider Jubiläumsvereine an. Drei Liebeslieder, die in den letzten Jahren in das Repertoire aufgenommen wurden, brachten die 15 Singstimmen des kleinen Chors zu Gehör. Die Besonderheit bei diesen Stücken aus dem 15. und 16. Jahrhundert war der Vortrag in altfranzösischer und lateinischer Sprache.

Begleitet wurden die Singstimmen am Flügel von Erika Tajima

Das Morisot-Quartett glänzte mit dem Quartett opus 77 Nr. 1 und den Sätzen 1 sowie 2. Dazwischen übernahm der gemischte Chor mit vier kurzen Stücken aus den 1868 komponierten „Liebeswalzern“ von Johannes Brahms wieder die Bühne. Begleitet wurden die Singstimmen am Flügel von Erika Tajima. Anschließend überließ sie den Klavierstuhl dem musikalischen Leiter des Jubiläumskonzert, Simon Zimmermann, für das „Intermezzo op. 118 Nr. 2“ aus der Feder von Johannes Brahms.

Die Hingabe des Chorleiters zur Slowakei und seine Reisen in dieses Land vermittelte der gemischte Chor mit einem Heu-Erntelied und zwei Tanzliedern aus dem Zyklus der slowakischen Volkslieder von Béla Bartók. Nach einer Pause bei Canapés auf Spendenbasis und Jubiläumssekt entführte das Moirot-Quartett auf seinen Streichinstrumenten und Erika Tajima am Flügel mit dem Walzer von Émile Waldteufel „Der Schlittschuhläufer“ aufs Eis.

Reichlich Applaus für das abwechslungsreiche Konzert

Mit der bekannten Disney-Filmmelodie „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“, Schlagern und der orientalischen „Salomé“ von Robert Stolz war der Gemischte Chor erneut zu hören, bevor es märchenhaft weiterging. Erika Tajima und Simon Zimmermann ließen an den Tasten musikalisch in den Feengarten „Le jardin féerique“ aus der Suite „Ma Mère l’Oye“ von Maurice Ravel eintauschen.

Ein weiterer Auftritt des gemischten Chores mit Musik aus „Karate Kid 2“, „Piano Man“ von Billy Joel und der deutschen Version von „You’ve got a friend“ von Carole King rundeten das abwechslungsreiche und mit reichlich Applaus quittierte Jubiläumskonzert ab.