Ein fulminantes Jubiläumskonzert bekam das Publikum in Geislingen geboten. Der Blasmusikkreisverband Zollernalb lud zum Jubiläumskonzert seines Jugendauswahlorchesters ein.
Ein großes Orchester feiert ein großes Jubiläum. Am Wochenende lud der Blasmusikkreisverband Zollernalb zum Jubiläumskonzert seines Jugendauswahlorchesters in die Schlossparkhalle in Geislingen. Mehr als 500 Besucher füllten die Halle, und über 100 Musikerinnen und Musiker boten ein Konzertprogramm der Extraklasse dar.
Der Vorsitzende des Kreisverbandes Karl Edelmann begrüßte die anwesenden Ehrengäste, allen voran Landrat Günther-Maria Pauli und die Aktiven des Abends. Er brachte seine große Freude darüber zum Ausdruck, dass das Jugendauswahlorchester nunmehr ein halbes Jahrhundert zählt.
Stephanie Wunder moderierte durch den Abend
Wichtige Meilensteine aus der Geschichte des Orchesters brachte wenig später die Moderatorin des Abends, Stephanie Wunder, zu Gehör. Im März 1975 vom damaligen Leiter der Jugendmusikschule Burladingen und der dortigen Stadtkapelle Hans Schellinger gegründet, entwickelte sich die „Kreisverbandsjugendkapelle“ – so der Geburtsname des Orchesters – über Jahrzehnte hinweg stetig weiter.
Viele Generationen von jungen Instrumentalistinnen und Instrumentalisten aus verschiedenen Musikvereinen der Region bekamen die Gelegenheit herausfordernde Musikstücke gemeinsam zu musizieren, sich im In- und Ausland auf Konzertreisen und bei Wettbewerben und Wertungsspielen zu präsentieren.
Kraftvoll und energiegeladen eröffneten die jungen Musiker den Konzertabend mit einer Bearbeitung des Liedes „Funiculí, Funiculá“ des japanischen Komponisten Yo Goto. Eine bekannte Melodie, die ihren Ursprung aber nicht – wie man vermuten könnte – als italienisches Volkslied hat, sondern, die für die Seilbahngesellschaft, die Touristen auf den Vesuv bringt, geschrieben wurde.
Auch ehemalige Musiker waren eingeladen
Im Anschluss daran reisten alle im Saal Anwesenden gemeinsam an den Amazonas und tauchten ein in die Welt eines indigenen Volksstammes und der Freiheitskämpfer Südamerikas, den Libertadores. Der spanische Komponist Oscar Navarro lädt die Spielenden und die Zuhörer dazu ein, die Musik aufzunehmen und sie so intensiv zu erleben: Vogelstimmen, der Gesang einer Gruppe Einheimischer und Elemente von Körperpercussion gepaart mit Rhythmus, sich wiederholenden Motiven und am Ende dem stolzen Siegeszug der Freiheitskämpfer.
Für das Jubiläumskonzert hatte der Leiter der Jungen Bläserphilharmonie Zollernalb, Jürgen Schnitzler, ehemalige Spielerinnen und Spieler aus verschiedenen Epochen der Orchestergeschichte eingeladen, sich zu einem „Ehemaligen-Orchester“ zu formieren. Der musikalische Leiter dieser zweiten Formation des Abends war Musikdirektor Thomas Wunder, der dem Orchester von 2001 bis 2011 vorstand. Mit der „Centennial Celebration Overture“ von James Barnes eröffneten sie ihren Konzertteil.
Abschluss mit „Fridericus Rex“ von Ferdinand Radeck
Im zweiten Teil des Konzertabends vereinigten sich alle aktiven und ehemaligen Musiker der Jungen Bläserphilharmonie zu einem großen Klangkörper. Mit der dritten Orchesterformation betrat der dritte Dirigent des Abends das Podium: Oberst Christoph Scheibling, der Leiter des Militärmusikdienstes der Bundeswehr.
Rasant eröffnete er mit dem Gesamtorchester und den „Festival Bells“ von Thomas Doss das Finale des Abends. Oberst Scheibling hatte für das Jubiläum des Auswahlorchesters eine außergewöhnliche Tondichtung im Gepäck. Die Entstehung von „Hamburg – das Tor zur Welt“ von Guido Rennert legte er den Zuhörern kurz dar, bevor er die einzelnen Akte der Komposition erläuterte. Stadtgeschichte in Musik gesetzt, so lässt sich diese Auftragskomposition zusammenfassen. Einen wichtigen Part übernahm Willi Sauter, der in Geislingen zu Hause ist. Er glänzte als Erzähler auf seinem Instrument, dem Akkordeon.
Das Konzert fand seinen Abschluss mit „Fridericus Rex“ von Ferdinand Radeck und dem filigranen und einfühlsam musizierten „Guten Abend, gut’ Nacht“ von Johannes Brahms, das von Gudio Rennert arrangiert wurde.