Auch die Jugend trägt bei verschiedenen Veranstaltungen die Niedereschacher Tracht voller Stolz. Foto: Albert Bantle

Mit Blick auf das am 13. und 14. Juli anstehende Jubiläumsfest des Trachtenvereins „Reckhölderle“ lohnt sich ein Blick auf die Tracht. Die Niedereschacher Tracht ist eine katholische Tracht der Baar, was an den Spitzhauben zu erkennen ist.

Die Spitzhaube, auch Bendelskappe oder Wälderhaube genannt, ist eine der Besonderheiten der Niedereschacher Frauentracht.

 

Über einer Versteifung und einem Innenfutter sind die zehn Zentimeter breiten, gezackten, schwarzen Moire-Bänder gearbeitet. Das Haubenband umschließt den Kappenplätz oder Spiegel.

Vom Nacken aus reichen die Moire-Bänder bis sechs Zentimeter über dem Rocksaum. Der Kappenplätz hat einen schwarzen Samt als Grundlage und ist mit Gold- oder Silberfäden bestickt.

Blumenornament aus kleinen bunten Glasperlen

Teilweise sind auch ganz kleine bunte Glasperlen zu einem Blumenornament eingearbeitet. Das schwarze Mieder ist am schwarzen Rock angenäht und wird vorne mit einer goldfarbenen Kordel zusammengeschnürt. In dieser Verschnürung tragen die Frauen einen kleinen Blumenstrauß.

Über dem Mieder kommt das sogenannte Goller. Es ist aus einfarbigem Samt und mit roten Bändern befestigt, die unter den Achseln durchgezogen werden. Unter dem Mieder trägt die Trachtenträgerin eine feine weiße Bluse mit bauschigen Ärmeln und Bündchen mit kleinen gehäkelten Spitzen. Der schwarze, schwere Rock ist in der Taille gefaltet, sehr weit und hat als Abschluss einen etwa zehn Zentimeter breiten Samt mit einem roten Band. Eine weiße halblange Spitzenunterhose, einen weißen Unterrock, ortstypische rotweiße Ringelstrümpfe, ein Weidenkörbchen, schwarze Schuhe und vor allem eine bunt-schillernde mit Blumenmotiven versehene Schütze vervollständigen die Frauentracht.

Hüftkette aus acht feinen Silberkettchen

Eine Hüftkette aus acht feinen Silberkettchen gearbeitet mit seitlichem Verschluss und Anhängern, die übereinander getragen werden, lassen die Tracht noch freundlicher erscheinen. Die Schappel oder Schäppel wurden früher meist zur Hochzeit getragen und sind ein sehr prunkvolles, kronenartiges Gebilde aus Glasperlen, kleinen Spiegeln, Metallplättchen, Gold- und Silberpapier und Spiralen, die aus Stoff über Karton und Draht genäht sind. Die Schappel wird mit roten Bändern am Hinterkopf befestigt.

Als Kopfbedeckung tragen die Männer einen schwarzen Filzhut. Der dunkelblaue Rock mit Stehkragen und zwei Reihen Gold- oder Silberknöpfen wird meistens offen getragen, kann aber mit einem Kettchen zugemacht werden.

Gold- und Silberknöpfe zur Dekoration

Das Leible ist rot und hat zur Dekoration ebenfalls Gold- und Silberknöpfe. Darunter wird ein weißes Hemd getragen, das mit einem schwarzen Tuch unter dem Hemdkragen gebunden wird. Die schwarze Leder- oder Stoffhose mit rotem Paspel ist halblang. Weiße Strümpfe und schwarze Halbschuhe vervollständigen die Männertracht.

Umzugsstrecke

Fest
 Los geht es Samstag, 13. Juli, um 17 Uhr rund um die Eschachalle mit einem Open-Air-Partyabend. Um 17.30 Uhr findet der Fassanstich mit der Trachtenkapelle Kappel statt. Ab 19 Uhr folgt der Auftritt von „Baar Blech“. Danach unterhält DJ Carsten Nelke die Besucher. Der Sonntag, 14. Juli, wird eröffnet mit einem um 10 Uhr beginnenden Festgottesdienst in oder vor der Eschachhalle. Nach dem Gottesdienst findet ein vom Musikverein Harmonie begleiteter Frühschoppen statt. Um 12.30 Uhr steht ein Empfang für die Abordnungen der am Umzug beteiligten Vereine im Rahmen des Gautrachtentreffens auf dem Programm. Der Höhepunkt wird danach der um 14 Uhr beginnende große Trachtenumzug sein. Die Umzugsstrecke führt von der Schule über die Fichtenstraße abwärts über Bruder-Konrad-Straße, Grundstraße, die Dauchinger Straße und die Villinger Straße zur Eschachhalle. Vor dem Rathaus in der Villinger Straße wird sich die Ehrentribüne befinden.