Mit mehr als 500 Besuchern hat das Gästehaus Saron in Wildberg sein 100- jähriges Bestehen gefeiert.
Mehr als 60 Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer sorgten dafür, dass der Tag für viele Gäste zu einem besonderen Erlebnis wurde. Bereits der Festgottesdienst im voll besetzten Zelt machte deutlich, worum es an diesem Tag ging: Dankbarkeit, Gemeinschaft und der Blick nach vorn.
Prediger Tobias Kley, Geschäftsführer der Internetplattform Creedle, sprach darüber, dass Vertrauen nicht nur Theorie sei, sondern erlebt werden müsse. Eindrucksvoll zeigte er dies mit einem „Vertrauensfall“ auf der Bühne. Sein Vergleich blieb vielen Besuchern im Gedächtnis: „Man weiß erst, wie Maultaschen schmecken, wenn man sie probiert hat.“ Passend dazu gab es beim gemeinsamen Mittagessen hausgemachte Maultaschen.
Im Anschluss verwandelte sich das Gelände des Sarons in einen offenen Begegnungsort für alle Generationen. Viele ehemalige Gäste, Mitarbeiter und Wegbegleiter nutzten die Gelegenheit zum Wiedersehen. Gleichzeitig kamen zahlreiche Besucher aus Wildberg und der Umgebung erstmals bewusst mit dem Saron in Kontakt.
Generationen kommen zusammen
„Für mich war es besonders schön zu sehen, wie viele unterschiedliche Generationen zusammengekommen sind – und vor allem, wie viele Menschen aus Wildberg und der Umgebung da waren“, sagte Geschäftsführer Pierre Dispensieri. „Es war uns wichtig, zu zeigen, wer wir heute sind: ein modernes Gästehaus mit christlichen Werten, echter Gastfreundschaft und einer klaren Vision für die Zukunft.“
Zu den Ehrengästen gehörten unter anderem Bürgermeister Ulrich Bünger, Johannes Reinmüller vom Süddeutschen Gemeinschaftsverband, Simon Schuh vom Deutschen EC-Verband sowie der Calwer Landtagsabgeordnete Carl-Christian Hirsch. In kurzen Interviews berichteten die Gäste über ihre Eindrücke und die Bedeutung christlicher Gästehäuser für die Region. Hirsch bezeichnete das Saron und ähnliche Häuser im Landkreis als „Leuchttürme der Region“, die Werte, Gemeinschaft und Glauben sichtbar machen.
Stadtkapelle umrahmt Jubiläumsfeier
Für musikalische Unterhaltung sorgte am Nachmittag die Stadtkapelle Wildberg, die das Jubiläum stimmungsvoll umrahmte. Besonders Familien nutzten das Angebot.
Das Kinderprogramm der Evangelischen Kirchengemeinde Wildberg, Mitmachaktionen sowie das neu gestaltete Außengelände sorgten den ganzen Tag über für eine entspannte Atmosphäre.
Hausführungen, ein kurzer Jubiläumsfilm und ein Streifzug durch die Geschichte des Hauses gaben Einblicke in die Entwicklung des Gästehauses.
Markt der Möglichkeiten ist gefragt
Großen Zuspruch erhielt außerdem der „Markt der Möglichkeiten“, bei dem Kooperationspartner des Hauses Einblicke in ihre Arbeit gaben. Besucher konnten unter anderem Kaffee des Kaffeewerks Zollernalb genießen, sich über Photovoltaik bei Black Forest Solar informieren oder spontan Blumensträuße bei Blumenwerkstatt Floreate binden lassen. Auch die Liebenzeller Freizeiten und Reisen gGmbH beteiligte sich mit einem Frozen-Yoghurt-Angebot.
Durch verschiedene Aktionen der Partner und ausgeschenkten Kaffee kamen dabei über 1500 Euro an Sonderspenden für das Saron zusammen.
Geschichte beginnt in 1920er-Jahren
Die Geschichte des Sarons reicht bis in die 1920er-Jahre zurück. Ursprünglich entstand das Haus aus Freizeiten für Großstadtkinder aus Stuttgart. 1926 wurde das damalige „Jugendheim“ eingeweiht. In den folgenden Jahrzehnten überstand das Haus Kriegszeiten, Beschlagnahmungen und umfangreiche Umbauten, entwickelte sich jedoch stetig weiter. Heute ist das Saron ein modernes Gästehaus mit über 160 Betten und jährlich mehr als 20.000 Übernachtungen.
Besonders christliche Gruppen, Schulklassen, Vereine und Firmen nutzen das Angebot im Nordschwarzwald. Das Jubiläum sollte deshalb nicht nur zurückblicken, sondern bewusst Zukunft sichtbar machen. Unter dem neuen Motto „Saron – Dein Gästehaus“ möchte sich das Haus noch stärker als offener Begegnungsort für Menschen aus der Region, Gruppen und Gäste aus ganz Deutschland positionieren.
Name „Saron“ steht bewusst im Mittelpunkt
Der Name „Saron“ steht dabei bewusst weiterhin im Mittelpunkt. Bereits in der Jubiläumsfestschrift wird erklärt, dass der biblische Name eine fruchtbare Ebene beschreibt – einen Ort, an dem Menschen ankommen, Gemeinschaft erleben und wachsen können.
Passend dazu wurden am Jubiläumstag auch konkrete Zukunftsprojekte vorgestellt. Im Mittelpunkt steht dabei ein geplantes Multispielfeld für Sport, Begegnung und Gemeinschaft. Unter dem Motto „1000 Spender mit 100 Euro“ möchte das Saron gemeinsam mit Unterstützern dieses Projekt verwirklichen. Ziel ist es, besonders für Schulklassen, Jugendgruppen und Familien einen modernen Bewegungs- und Begegnungsort zu schaffen.
Weitere Investitionen geplant
Auch weitere Investitionen sind geplant. So sollen in den kommenden Jahren Gästezimmer im Haupthaus renoviert und modernisiert werden, um das Angebot weiterzuentwickeln und den Gästen auch künftig eine hohe Qualität bieten zu können. Für Geschäftsführer Pierre Dispensieri passt genau das zur Geschichte des Hauses: „Saron war nie einfach nur ein Gebäude. Menschen haben hier über Generationen Gemeinschaft erlebt, Freundschaften geschlossen und Glauben entdeckt. Genau das wollen wir bewahren und gleichzeitig mutig weiterentwickeln.“