Bereits seit 125 Jahren fahren Straßenbahnen durch die Stadt Freiburg. Gemeinsam mit Vertretern der Stadt läutete die VAG am Donnerstag das Jubiläumsjahr ein.
Die Stadt und die Freiburger Verkehrs-AG (VAG) feiert seit dieser Woche das 125-jährige Bestehen des Straßenbahnnetzes in Freiburg. Zum Auftakt konnten Oberbürgermeister Martin Horn und Baubürgermeister Martin Haag (beide parteilos) mit dem VAG-Team und den beiden Vorständen Stephan Bartosch und Oliver Benz einen zum Jubiläum beklebten, 42 Meter langen Zug vom Typ „Urbos 100“ feierlich einweihen und auf die Strecke nach Günterstal schicken. Von dort aus ging’s mit einigem Gequietsche im 99 Jahre alten Tram-Wagen 56 zurück in die Innenstadt
Regelmäßige Aktionen im Verlauf des Jahres geplant
Der eigentliche Jubiläumstag der elektrischen Freiburger Straßenbahn (davor fuhren in Freiburg Trams, die von Pferden gezogen wurden) werde zwar erst am 14. Oktober gefeiert, so VAG-Sprecher Jens Dierolf während der Fahrt am Donnerstag.
Bis dahin werde es aber immer wieder Aktionen für die Fahrgäste und spannende Projekte rund ums Thema Straßenbahn in Freiburg geben. Unter anderem werde der ehemalige VAG-Sprecher Andreas Hildebrandt ein Forschungsprojekt vorstellen, für das er zusammen mit seiner Frau die Geschichte des Vorgängerunternehmens der VAG in der NS-Zeit aufarbeiten wird.
„Wegweisende Entscheidung“ für Freiburg
Der Bauentscheid für eine Straßenbahn in Freiburg sei vor mehr als 125 Jahren „eine wegweisende Entscheidung für Freiburg“ gewesen, so Martin Horn. Die Stadt sei heute vom ÖPNV geprägt. Die VAG sorge für eine sichere und nachhaltige Mobilitätsversorgung in der Stadt, wofür die allermeisten Bürger der Stadt „Respekt und Dankbarkeit“ zeigen würden.
Blick in die Vergangenheit des Straßenbahnfahrens
In der Anfangszeit habe das Unternehmen, das vor 125 Jahren noch „Direktion des Elektrizitätswerkes und der Straßenbahn“ hieß, über 28 Fahrzeuge mit je zehn Metern Länge verfügt, für die es 34 Haltestellen auf neun Kilometern Streckenlänge (heute sind es weit über 70 Haltestellen auf einem 40 Kilometer langen Streckennetz) gab, so VAG-Vorstand Stephan Bartosch. Vor allem die Fahrt vor die Tore der Innenstadt nach Günterstal sei beliebt gewesen; schon 1902 habe man drei Millionen Menschen mit der Tram mit ihren rund 20 Sitzplätzen quer durch die Stadt befördert. „Heute passen 300 Menschen in eine Bahn“, so Bartosch. Und die Busse und Bahnen der VAG befördern über 81 Millionen Passagiere im Jahr.
Gleichzeitig, so Bartoschs Vorstandskollege Oliver Benz, sei die Arbeit der Tramführer heute natürlich um ein Vielfaches komfortabler als einst: „Als ich vor 20 Jahren den Tram-Führerschein gemacht habe, musste man vorn im Zug die Zielstation noch per Hand ins Sichtfenster über der Frontscheibe kurbeln“, so Benz. Was natürlich immer noch viel komfortabler gewesen sei als in früheren Jahrzehnten, als der Straßenbahnfahrer noch an jeder Weiche aussteigen und Abbiegevorgänge von Hand einstellen musste.
Die historische Tram wird noch mehrfach fahren
Manches war früher aber auch reizvoller als heute: „Zur Einweihung im Jahr 1901 hat man sich damals drei Straßenbahnen als Cabrios gegönnt, die bis 1918 ausschließlich im Sommer eingesetzt wurden“, so OB Horn. Mindestens achtmal werde ab März bis Oktober die historische Tram 56 aus diesem Anlass in Freiburg unterwegs sein, so VAG-Sprecher Dierolf.
Ein besonderer Höhepunkt werde am letzten Septemberwochenende das große Straßenbahnfest im alten Betriebsdepot an der Urachstraße im Stadtteil Wiehre sein, das die VAG zusammen mit dem Verein „Freunde der Straßenbahn e. V.“ in Freiburg ausrichten wird.