Einen fulminanten Festauftakt zum 100-jährigen Bestehen gelang dem KSV Tennenbronn am Freitag. Rund 600 Besucher kamen zu den elf Ringkampfduellen in die Festhalle.
Der KSV Tennenbronn weiß nicht nur wie Ringen geht, er kann auch ein Jubiläum feiern. Zahlreiche Mitglieder, ehemalige und aktuelle Ringer des Vereins, Athleten aus umliegenden Vereinen und Sponsoren waren zum Empfang ins Obergeschoss der Ringerhalle gekommen. Sie hatten sich viel zu erzählen und fachsimpelten.
Sei es von früheren Begegnungen auf der Ringermatte, wie es um die Gesundheit steht und ob bereits die Enkel ihnen nacheifern.
Die vom Heimathaus in die Ringerhalle umgezogene Ausstellung mit errungenen Trophäen und Pokalen, früheren Trikots und Trainingsanzügen, Bildern und Zeitungsberichten nahm die Besucher mit auf eine Reise von der Gründung bis zur Neuzeit.
Vor allem beim Blick auf 40 Fotos wurde gerätselt, aus welcher Zeitepoche sie wohl stammen. Staunen lösten zudem die unzähligen Ringerpässe im Erdgeschoss aus. Mancher Athlet, der für den KSV gerungen hat, kam dabei wieder in Erinnerung.
Vergabe von Trophäen
Vorsitzender Alexander Fichter strahlte angesichts der großen Resonanz übers ganze Gesicht und dankte insbesondere den Sponsoren für die zum Teil jahrzehntelange Unterstützung, ohne die der KSV Tennenbronn den Erfolg der vergangenen Jahre so nicht erreicht hätte. Fichter ehrte 40 Medaillengewinner bei deutschen Meisterschaften mit einer eigens für dieses Jubiläum hergestellten Holztrophäe , welche zwei Ringe in Griffsituation abbildet.
In der Festhalle hatten sich etwa 600 Zuschauer eingefunden, die Lokalkampfatmosphäre versprühten. Der KSV-Chef drückte die Hoffnung aus, dass den Ringsportfans auffalle, mit welcher Hingebung, Kreativität und Ehrgeiz die altehrwürdige Festhalle in eine KSV-Arena verwandelt worden sei. „Wer genau hinsieht, kann Unglaubliches aus unserer 100-jährigen Geschichte erfahren und auf Entdeckungsreise gehen“, forderte Fichter zum Stöbern auf.
Besonders freute er sich über die Anwesenheit von Ehrenvorsitzendem Alfred Moosmann, weitere ehemalige KSV-Vorsitzende Helmut Moosmann, Elvira Galy (Schubert) sowie seinen direkten Vorgänger Jürgen Götz.
Ehrgeizige Kämpfe
Auf der Ringermatte wurde danach ehrgeizig gekämpft und der Schweiß floss gehörig. Es handelte sich keinesfalls um Freundschafts- oder Showkämpfe. Die Athleten boten besten Ringkampfsport, wodurch die Zuschauer voll auf ihre Kosten kamen. Kein Wunder, waren doch nahezu alle Akteure mit zahlreichen Landes- und deutschen Titeln, Medaillen und internationalen Einsätzen dekoriert.
KSV-Trainer Matthias Brenn hatte die eigenen und die Gastringer genau recherchiert. Die Ringeramazonen Sina Moosmann (KSV Tennenbronn) und Sarah Schullian (AB Aichhalden) kamen dabei erstmals in den Genuss, Mannschaftskampf-Atmosphäre vor berauschender Kulisse zu erfahren. Eine Vision, die der Deutsche Ringerbund (DRB) sowie Landesverbände seit geraumer Zeit verfolgen, aber mit Ausnahme von Nordrhein-Westfalen noch nicht umsetzen konnten.
Und noch ein Novum gab es an diesem Abend, an dem weder der KSV Tennenbronn, noch das gegnerische Team (KSV & Friends) als Verlierer die Matte verließ: Mit Reiner Trik (KSV Winzeln), Othmar Kuhner (Schramberg) und Sandra Paruszewski (AV Sulgen) coachten drei Olympiateilnehmer mit Matthias Brenn die beiden Mannschaften.
Erlebnisse aus dem olympischen Dorf
KSV-Ringer Fabian Reiner nutzte die einmalige Gelegenheit, das Trio zwischen den Kämpfen zu interviewen. Dabei berichteten alle drei von Erlebnissen aus dem olympischen Dorf und den Wettkämpfen, die sie keine Sekunde missten wollen und für die es sich lohnte, hart und verbissen zu trainieren und auch nach Rückschlägen an sich zu glauben.
Des Weiteren zeigte der Jubelverein in kurzen Kampfpausen Videoclips, in denen die 100-jährige Geschichte mit vielen Höhen und wenig Tiefen zu erfahren war. Im Anschluss wurde in der Turn- und Festhalle an der Pilsbar und Cocktailbar bis nach Mitternacht weiter eifrig geplaudert und gefeiert. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die einheimische Band „InAcord“.