Sie haben ein paar Jahrzehnte der Firma Schwarzwälder in Haltingen geprägt, die das 100-jährige Bestehen feiern kann (v.l.): Günter Sigwart, Lydia Risto und Günter Schwarzwälder. Foto: Siegfried Feuchter

Die Firma Schwarzwälder in Haltingen, die sich vor allem mit Zweirädern und Autoelektrik einen Namen in der Region gemacht hat ist 100 Jahre alt.

Ein denkwürdiges Jubiläum für ein kleines, aber erfolgreiches Unternehmen: In der Kleinen Gaß 15 in Haltingen fing vor 100 Jahren alles an. Georg Schwarzwälder gründete eine mechanische Werkstatt, reparierte Fahrräder, Nähmaschinen und andere Geräte, ehe er 1928 nach erfolgreicher Startphase in eine Werkstatt an der Freiburger Straße 60, dem heutigen Firmensitz, umzog und auf dem Areal drei Jahre später auch ein Wohnhaus baute.

 

Schwarzwälder produzierte in den Anfangsjahren auch Fahrradanhänger in verschiedenen Varianten. Nach dem Krieg baute Georg Schwarzwälder Junior, der nach der Heimkehr aus der Gefangenschaft erst die Werkstatt wieder neu aufbauen musste und dann die Firma von seinem Vater übernahm, unter anderem auch Betonmischer und reparierte landwirtschaftliche Geräte und Fahrräder.

Motorisierte Zweiräder erlebten anfangs der 1970er-Jahre eine Hochkonjunktur. Vor allem Mofas der Marke „Puch Maxi“ waren der Renner damals, und die Firma Schwarzwälder ein Spezialist dafür.

Neues Firmengebäude

1974 baute Schwarzwälder eine neue, größere Werkstatt, außerdem wurde die Firma Vertragspartner von Bosch, firmierte fortan als Bosch-Car-Service und bot einen Rundum-Service für alle Automarken. Das war ein weiterer Meilenstein in der Firmengeschichte. Dabei legte die elektronische Ausstattung für Sicherheit und Komfort in den Fahrzeugen während der 1990er-Jahre stark zu.

Geschäftsübergabe

Schon der Firmengründer als auch sein Sohn Georg, später dessen Sohn Günter Schwarzwälder, der 1968 in die elterliche Firma eingetreten war, sie 1974 zusammen mit seinem Vater unter der Firmierung „G+G. Schwarzwälder“ führte und 1984 in dritter Generation als Kfz-Elektromeister und Kfz-Mechanikermeister erfolgreich weiterführte, sowie Günter Sigwart, ebenso Kfz-Elektromeister, Kfz-Mechanikermeister und Systemtechniker sowie langjähriger Geschäftsführer und Mitgesellschafter, legten großen Wert auf kompetenten Service und Qualität. Und dieser Anspruch gilt bis heute unter der Leitung der Geschäftsführerin Lydia Risto, die 2011 als Auszubildende in die Firma kam und sie 2023 übernahm.

Kundenbetreuung mit Qualität

„Wir wollen beim Inspektions- und Diagnoseservice optimale Kundenbetreuung mit der Qualität von Bosch für Motorräder, Pkw, Oldtimer und Transporter gewährleisten“, betont die Firmenchefin. Sieben Mitarbeiter, davon fünf in der Werkstatt, sowie zusätzlich zwei Minijobber sind bei Schwarzwälder Bosch Car Service GmbH beschäftigt. Auch der TÜV kommt dreimal in der Woche in die Werkstatt. Welch guten Ruf sich die Haltinger Firma erarbeitet hat, zeigt die große Zahl an Stammkunden aus dem gesamten Dreiländereck.

Eine Institution in der Firma war Günter Sigwart, der 52 Jahre und damit sein ganzes Berufsleben bei Schwarzwälder tätig war und dieses Jahr in Rente ging. Er avancierte in den mehr als fünf Jahrzehnten vom Auszubildenden zum Geschäftsführer und war nicht nur ein Spezialist für Klimaanlagen, Standheizungen, Telefon- und Radioeinbauten, sondern seit 1999 auch Mitgesellschafter neben Günter Schwarzwälder mit je 50 Prozent Anteilen.

Historische Fahrzeuge und Raritäten

2006 zog sich Günter Schwarzwälder aus seiner Firma zurück, widmet sich aber bis heute weiterhin seiner großen Leidenschaft für historische Fahrzeuge und Raritäten, die er in seiner kleinen, separaten Werkstatt auf dem Firmenareal auf Vordermann bringt. Vor allem alte Motorräder und „Haflinger“, die von Steyr-Puch bis Mitte der 1970er-Jahre hergestellten Geländewagen, haben es ihm angetan. Günter Schwarzwälder ist dafür ein anerkannter Fachmann.

Günter Sigwart, der allenthalben als „Siggi“ bekannt ist, war von 2006 bis 2018 alleiniger Geschäftsführer. Dann wurde Lydia Risto, gelernte Bürokauffrau, Gesellschafterin und erwarb 50 Prozent der Firmenanteile, ehe sie 2023 das kleine, familiär geführte Unternehmen kaufte. Günter Sigwart blieb dann noch als Meister zwei Jahre in der Firma. „Wir wollen familiär und erfolgreich bleiben“, gibt die Inhaberin als Devise zum Jubiläum aus.