Sie haben die Alpakas aus den Anden nach Stetten gebracht - Loreen Hornberger und Markus Bihl vom Bartlehof. Foto: Zahorka

Im Rahmen des Jubiläums „150 Jahre Bartlehof“ fand am Sonntag bei „Bartlehof Alpakas“ in Zimmern-Stetten ein großes Hoffest statt. Und viele Besucher erfuhren ließen sich das nicht entgehen. Die Hofbetreiber sprachen mit uns über die Hintergründe ihrer Arbeit.

Neben Führungen durch das Alpaka-Gehege konnten sich Interessierte eingehend über die Tiere aus Südamerika informieren und nebenbei zahlreiche Alpaka-Produkte erwerben.

 

„Vor 150 Jahren hat Bartholomäus Viel aus Irslingen Agathe Schleicher geheiratet, welche damals unseren Hof besaß. Bartholomäus wurde Bartle genannt und so kam es zum Namen“ erklärt Loreen Hornberger, die den Bartlehof zusammen mit ihrem Partner bewirtschaftet, die Geschichte des Hauses. „Die Eltern meines Partners haben den Hof lange bewirtschaftet und wir haben jetzt übernommen und im letzten Jahr mit der Rinderhaltung aufgehört“ verrät Hornberger.

In die Alpakas verliebt

Seit vier Jahren gebe es mittlerweile Alpakas auf dem Bartlehof: „Mein Partner ist begeisterter Reisevogel und er war schon mehrmals für längere Zeit in Südamerika“ erklärt Loreen Hornberger. Dort habe er sich sozusagen in freier Wildbahn in die Alpakas verliebt.

Den Beginn der Corona-Zeit habe das Paar dann dafür genutzt, sich tiefer in das Thema einzuarbeiten: „Wir waren erstmal bei Einsteigerseminaren, wo wir die Grundlagen der Tierhaltung gelernt haben. Dadurch konnten wir andere Alpakahalter besuchen und auch vor Ort im Stall mithelfen“ erklärt Hornberger. So sei das Paar dann auch an seine ersten Jungtiere gekommen.

Das Vlies wird verarbeitet

Mit fünf Alpakas habe damals alles angefangen, inzwischen zähle die Herde ganze 14 Tiere. „Wir lassen hauptsächlich das Vlies der Alpakas verarbeiten“ gesteht Doreen Hornberger. Daraus würden Einlegesohlen, Bettdeckenfüllungen und sogar Seife hergestellt: „Das Vlies wird in Natronlauge ausgekocht und das gewonnene Keratin in den Haaren der Alpakas ergibt die wunderbar hautpflegende Seife“.

Beliebter Dünger

Ganz aktuell arbeite man an der Zertifizierung als EU-Düngemittelhersteller: „Unser Alpakadünger wird aus dem Kot der Alpakas hergestellt. Da die Tiere nur Gras und Mineralfutter zu sich nehmen und ihre Ausscheidungen besonders rein sind, können diese wunderbar zu Dünger weiterverarbeitet werden“ verrät Doreen Hornberger. Dieser Dünger sei sehr beliebt und helfe auch bei Pflanzen, die man schon aufgegeben habe. Das Regierungspräsidium und das Veterinäramt müssten jetzt nur noch zustimmen, dann könne man den Wunderdünger direkt vor Ort in Stetten herstellen und sei nicht mehr auf Weiterverarbeitungsbetriebe angewiesen.

Pädagogische Arbeit

Ein weiterer wichtiger Bereich sei die pädagogische Arbeit mit den Tieren: „Ich bin gelernte Pädagogin und so war es für mich nur natürlich, dass ich die Tiere auch zu therapeutischen Zwecken einsetzen wollte“ gesteht Doreen Hornberger. Vor allem Kinder würden sehr von der Begegnung mit den Tieren profitieren und so manches hyperaktive Kind habe durch die Arbeit im Stall und die Begegnung mit der Alpaka-Herde große Fortschritte gemacht.

Einen kleinen Einblick in die Arbeit mit den stolzen Tieren aus den Anden konnten die Besucher des Bartlehof am vergangenen Sonntag auf jeden Fall bekommen. Wer nicht auf Tuchfühlung mit den Alpakas gehen wollte, konnte sich bei Speis, Trank und Blasmusik von den Löwenmusikanten im ehemaligen Stall einen schönen Sonntag machen. Die zahlreichen glücklichen Besucher sprechen dafür, dass das Jubiläumsfest des Alpaka-Hofes ein voller Erfolg war.