Das Rottweiler Leibniz-Gymnasium feiert am 26. Juli Jubiläum. Die Geschichte von der einstigen Oberrealschule für Jungen bis zur heutigen Bildungseinrichtung wird in einer Ausstellung aufgezeigt.
Vor 50 Jahren ist das Leibniz-Gymnasium (LG) auf die Bruderschaftshöhe umgezogen. Die Schulgeschichte des heute größten allgemeinbildenden Gymnasiums der Stadt ist allerdings wesentlich älter.
Das Jubiläum wird am Samstag, 26. Juli, ab 12 Uhr mit einem großen Schulfest gefeiert. „Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und wir freuen uns, unsere Schüler samt Familien, aber auch die vielen ehemaligen Leibnizianer bei uns begrüßen zu dürfen“, lädt Schulleiterin Silke Pach ein und gibt bereits ein paar Einblicke in das Festprogramm. Das Schulgelände wird zum Fest einer Stadt gleichen, in der es Angebote vom Friseur über die Müllabfuhr, einen Bioladen, ein Rathaus, bis hin zu Polizei und Feuerwehr zu entdecken gibt. Die Klassen werden die Stationen bespielen. Auf der Talentbühne wird unter anderem die Jugendkapelle der Stadtkapelle zu sehen und zu hören sein, aber auch ein Quartett ehemaliger Schüler um Georg Bacher und Martin Heinrichs.
Als besonderes Highlight verspricht Silke Pach eine Brautmodenschau mit Träumen aus Tüll. Die Kleider sollen im Anschluss versteigert werden. Desweiteren wird es Schulführungen und eine Ausstellung zum Jubiläum geben.
Der Festakt zum Jubiläum mit Grußworten und Videobotschaften aus aller Welt beginnt um 16.30 Uhr.
Mehr als ein Keks Dass Leibniz mehr als ein Keks ist, das zeigt nicht nur Rudolf Strasser in seiner 70-seitigen Publikation über die Schulgeschichte des Leibniz-Gymnasiums, sondern das wird auch deutlich, wenn man sich anschaut, was die Schule mit mittlerweile mehr als 750 Schülern alles zu bieten hat.
Ein Blick zurück Am 18. August 1975, zu Beginn des neuen Schuljahrs, wurde das Gebäude fertiggestellt. Am 14. November desselben Jahres erfolgte der Einzug. Die Kosten für den Neubau beliefen sich damals auf 20 Millionen D-Mark. Das Leibniz-Gymnasium ist indes weit über 100 Jahre alt und aus der ehemaligen Oberrealschule für Jungen hervorgegangen, die 1927 zum ersten Mal die Abiturprüfung abgenommen hat, ist in der Schrift von Rudolf Strasser zu lesen. 1938 wurde die Schule mit dem ehemaligen altsprachlichen Gymnasium zusammengeschlossen und führte als „Dietrich-Eckart-Oberschule“ einen (alt)sprachlichen und einen mathematischen Zug. 1945 verlor die gymnasiale Schule ihren Namen aus politischen Gründen. Und 1950 wurde sie auch organisatorisch wieder getrennt in ein altsprachliches Gymnasium und eine mathematisch orientierte Oberschule für Jungen. Beide Schulen blieben indes im gleichen Schulhaus in der Bismarckstraße 2 untergebracht – dem heutigen Albertus-Magnus-Gymnasium – und erhielten am 4. Dezember 1953 ihre heutigen Namen: Albertus-Magnus-Gymnasium (AMG) und Leibniz-Gymnasium (LG).
Die Schülerzahlen Doch da die Schülerzahlen der beiden Gymnasien stetig stieg, wurde es über die Jahre „qualvoll eng in dem Gebäude“, wie zu lesen ist, denn schon im Schuljahr 1953/54 zählte das Leibniz-Gymnasium 388 Schüler in 13 Klassen und war bereits zweizügig, mit Ausnahme der Klassenstufen vier und fünf, die dafür aber 46, beziehungsweise 49 Schüler zählten. Ein Neubau sollte her, das hatten LG und AMG dem Schulträger deutlich gemacht, denn im Jahr 1956 zählten die beiden Schulen 29 Klassen mit 757 Schülern bei lediglich 17 Klassenzimmern.
Und so gab es 1961 einen Erweiterungsbau gleich nebenan, dort, wo heute das Droste-Hülshoff-Gymnasium beheimatet ist. Doch da auch das Droste-Hülshoff-Gymnasium, das damals noch in der Königstraße war, aus allen Nähten platze, mussten abermals neue Räume geschaffen werden. So schulterte die Stadt den Neubau auf der Bruderschaftshöhe. Das LG zählte zu dieser Zeit bereits 810 Schüler in 32 Klassen.
Ausgestattet wurde das Gebäude mit zehn naturwissenschaftlichen Fachräumen. Über die Jahre kamen die Doppelsporthalle und später der Fachklassentrakt hinzu. Ab 2009 wurde die baulich in die Jahre gekommene Schule für zwölf Millionen Euro in Teilen generalsaniert – und das im laufenden Betrieb.
Nach einem Schwelbrand 2010 im Chemiebereich des naturwissenschaftlichen Fachtrakts hat sich die Stadt entschieden, den Trakt neu zu bauen. Fünf Millionen Euro wurden investiert. 2013 wurde er in Betrieb genommen.
Beim Schuljubiläum kann man sich umfassend umschauen, in Erinnerungen schwelgen und ins Gespräch kommen.