Von der Bühne aus begrüßte Ortsvorsteher Sven Feuchter die Gäste der Auftaktveranstaltung. Foto: Gegenheimer

875 Jahre Rotensol: Die Auftaktveranstaltung beginnt mit drei Salutschüssen. Im bunt dekorierten Waldkurhaus wird auch auf die weiteren Veranstaltungen aufmerksam gemacht.

„Gemeinsam“ lautete das Motto der Auftaktveranstaltung zum 875-Jahre-Jubiläum Rotensols. Mit „einem lauten Knall“ wurde das Höhenort-Jubiläum am Samstag eröffnet. Nämlich mit drei Salutschüssen aus der Sportpistole, einer davon von Ortsvorsteher Sven Feuchter persönlich, unter dem aufmerksamen Auge von Frank Petring von den Sportschützen.

 

Zusammenhalt Von Altbürgermeister Norbert Mai über Gemeinde- und Ortschaftsräte, Gewerbetreibende bis zu Vertretern von Organisationen und Vereinen gaben sich viele ein Stelldichein im bunt dekorierten Waldkurhaus.

Große Plakatwand

Wie gut die Gemeinschaft in Rotensol und drum herum funktioniert, zeigte nicht nur die große Plakatwand vom Ortschaftsrat mit Zeitungsberichten aus der jüngeren Rotensoler Geschichte und das Engagement des Skivereins Neusatz-Rotensol, der fürs leibliche Wohl sorgte. Sondern auch die im Vorfeld erfolgte Spendenbereitschaft von Gewerbetreibenden, die die Auftaktveranstaltung zum Jubiläum erst möglich gemacht hatte.

Veranstaltungen Feuchter gab einen Ausblick auf die kommenden Veranstaltungen zum Jubiläumsjahr, von der Schnapswanderung bis zur Theaterkomödie mit der - übrigens anwesenden - Adelheid Theil, bekannt aus „Die Fallers“, am 22. November und einem Überraschungs-Abschluss am Silvesterabend 2025 im Waldkurhaus.

Alte Ortsschilder

Nicht verkneifen konnte es sich der Ortsvorsteher, kurz politisch zu werden mit Erwähnung des nicht unumstrittenen Neusatz-Rotensoler Großprojektes „Bürgerhaus Alte Schule Neusatz“, zu dem Pläne ausgehängt waren. Mit einem spitzigen Zwinkern erinnerten zwei alte Ortsschilder daran, dass außerdem nicht nur ein Teil von Steinhäusle, sondern auch das Dobeltal einst Ortsteil der Gemeinde Rotensol waren und auf Gemarkung des Höhenortes liegen.

Die jüngere Geschichte Rotensols in Zeitungsausschnitten betrachten hier die Rotensoler Manuel und Sabrina Murphy. Foto: Gegenheimer

Dank und gute Wünsche Ein Überraschungs-Dankeschön gab es für Christa Sagawe, seit einiger Zeit im Un-Ruhestand bei der Bad Herrenalber Touristik, aber auch bei der Rotensoler Jubiläumsvorbereitung unentbehrlich mit Tipps und Hilfe. „Ein liebenswerter Mensch, der immer zu 100 Prozent hilft“, so Feuchter.

Was die gerührte Sagawe mit den Worten „Bad Herrenalb mit allen Teilorten ist in meinem Herzen!“ beantwortete. Bürgermeister Klaus Hoffmann sprach ebenso ein Grußwort wie Pfarrer Matthias Ahrens, der das passende Bibelzitat „Suchet der Stadt – und der Orte - Bestes“ wählte und die Zusammenarbeit der örtlichen Akteure in den Vordergrund stellte.

Zusammenhalt gelobt

Der Neusatzer Ortsvorsteher Michael Grzondziel freute sich darüber, dass sich „Füchse und Hasen“ so gut angefreundet haben, was erwiesenermaßen nicht immer so war. Er lobte den Zusammenhalt „nicht nur wenn es brenzlig wird“ und wünschte, dass die Rotensoler sich ihr gutes Gespür für die Zukunft bewahren sollten.

Geschichtliches Er liefere „sozusagen das Bildungsprogramm“, leitete Ex-Ortschaftsrat Peter Müller humorvoll seinen Vortrag zum historischen Rotensol ein. Der erste Teil drehte sich um „Rotensol und die große Weltgeschichte“. Berichtet wurde von der unruhigen Kreuzzüge-Zeit um die Ortsgründung im Jahr 1150, das Leiden unterm Durchzug kroatischer, bayerischer oder schwedischer Truppen im Dreißigjährigen Krieg und auch von der legendären Franzosenschlacht 1796.

Nachtschwärmer und Wirtshaushocker

Im zweiten Teil ging Müller auf „die kleinen Geschichten“ ein, den Wald als Wirtschaftsgrundlage Rotensols, die vielen kleinen Handwerker, bessere und weniger gute Schultheißen und – mit aufforderndem Blick Richtung aktuellem Ortsvorsteher Feuchter - dass jene auf Nachtschwärmer und Wirtshaushocker zu achten hätten.

Und ja – Nachtschwärmer gab es durchaus an diesem Abend. Denn mit Saxofon- und DJ-Musik stieg ab 20 Uhr noch eine bunte Musikparty.