Am Festsonntag zum 50-jährigen Jubiläum der Musikschule Nagold stand „ein ganzer Nachmittag im Zeichen der Kooperation“, sagte Leiter Christian Pöndl bei der Eröffnung in der Stadthalle. Er betonte das „gute Miteinander“ der Musikschule mit den vielen Kooperationspartnern.
Der Nachmittag ist in drei Blöcke unterteilt, dazwischen kommen und gehen die Zuschauer. Bereits beim ersten Block ist die Halle voll. Alle Zuschauer, die insgesamt an dem Tag in der Halle sind, würden gleichzeitig nicht in die Halle passen. Es sei aufwendig gewesen, das umfangreiche Programm vorzubereiten, sagt Pöndl. Der Freundeskreis der Musikschule serviert zusammen mit den ersten Kursstufen in den Pausen Kaffee und selbst gebackene Kuchen.
Bienen, Schmetterlinge, Blitze
„You raise me up“ spielt das Suzuki-Flötenensemble zusammen mit den „Singen, Tanzen, Musizieren“-Kindern und den Gitarren-AGs der Lindenrainschule Ebhausen. Einen speziell für das Jubiläum konzipierten Song spielt die bunte Gruppe – einige tragen ein Bienenkostüm oder Schmetterlingsflügel aus Stoff, andere bunte Tücher, zwei Jungen tragen einen weißen Blitz auf schwarzem T-Shirt, andere Kinder drehen eine Röhre, in der rasselnde Körner klingen.
Susanne Kalmbach stellt die Schüler aus den Blockflöten AGs der Iselshäuser Grundschule und der Kernenschule als das „kleine große Flötenensemble“ vor. Fast zwei Jahre üben die Schüler schon ihr Instrument. „Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt ne kleine Wanze“, singen sie und spielen das Stück anschließend auf der Flöte. „Eo spann den Wagen an“, spielen sie im Kanon.
Liebe für die Leiterin
„Das singende und springende Känguru“ und andere Lieder performt eine Gruppe Kinder aus der Zellerschule, der Grundschule Hochdorf und Iselshausen, die so groß ist, dass sie die ganze Bühne ausfüllt. Durch die sogenannte Ward-Methode, die in der Zellerschule gelehrt wird, lernen die Kinder vor allem das Hören der Klänge und Musik und werden in ihrem musikalischem Ausdruck so „selbstbewusst und stark“, sagt Bettina Gajewski, eine der Leiterinnen.
„Ich liebe Frau Hermann“ hat eine Schülerin von Eugenia Hermann auf eine zur Trommel umfunktionierte Bananenkiste geschrieben: Die Kinder der Musikalischen Früherziehung und der Musikwerkstatt des Musikvereins Ebhausen stehen in einer Reihe und schlagen mit ihren Holzklöppeln Rhythmen. Später spielt das Akkordeon-Ensemble wandlungsreiche Variationen von „Alle meine Entchen“, den Rhythmus dazu spielen Menschen mit Behinderung.
Die Tiere sind krank
Bei dem Musikzirkus, Chor und der Streicherklasse der Lembergschule geht es tierisch zu. In einem Stück haben die Biber Fieber, der Hummer Kummer und die Mäuse Läuse. „Hätt ich selber lieber Fieber und den Bibern ging es gut“, singen die Schüler. Ein anderer Song behandelt Wünsche und Ängst von Fröschen in der Nacht.
Beim Auftritt der Bläserklasse des Musikvereins Emmingen spielen mal alle ihr Blasinstrument gemeinsam, mal die einzelnen Instrumentengruppen getrennt.
Singen für den Frieden
Das Vorspiel der Bläserklassen der Zellerschule und der Stadtkapelle endet mit einem spitzen Schrei aller Schüler. „Alles, was sonst verboten ist, darf man hier“, sagt eine alte Frau im Publikum schmunzelnd. Das Nagolder Jugendorchester spielt unter anderem den erfolgreichen Song „Viva la vida“ der Band Coldplay.
Frank Meyer, Leiter des Mittelstufen-Chors des Otto-Hahn-Gymnasiums, verbindet die Gesänge symbolisch mit dem Thema Frieden. Der lateinische Song „Dona nobis pacem“ bedeutet auf deutsch „Gib uns Frieden“. Doch Frieden gebe es nicht, wenn man ihn nur erbete – es brauche Handlungen, auch im Kleinen, so Meyer. So gehe es auch im Song aus „Die Schöne und das Biest“, den der Chor ebenfalls mit Klavierbegleitung singt, um Frieden, da es darin darum gehe, Vorurteile zu hinterfragen.
Mal spielen alle zusammen, mal solo
Die Junior Big Band des Otto-Hahn Gymnasiums spielt unter anderem Filmmusik mit Saxofon-, Posaunen-, Trompeten- und Tenorsaxofon-Solo. Das Blechbläser-Ensemble des Nagolder Kammerorchesters habe „noch nie so zusammen gespielt“ sagt Pöndl. Dieser besondere Zusammenschluss schließt den Festtag zwar nicht mit Pauken, aber mit Trompeten, ab.