Isolde Mühl (Dritte vom links vorne) freute sich über die Auszeichnung und feiert im Kreis von Gratulanten und Familie. Foto: Monika Braun

Isolde Mühl aus Mitteltal feierte ein besonderes Jubiläum. Seit 60 Jahren ist die heute 81-jährige Friseurmeisterin selbstständig.

In einer kleinen Feierstunde in ihrem Friseursalon in Mitteltal blickte sie auf eine erlebnisreiche Zeit zurück. Ihre Tochter Elke Mühl hatte die wichtigsten Eckpunkte zusammengetragen und schilderte die eine oder andere Anekdote.

 

„Man glaubt es nicht, was alles in ein Leben passt“, sagte sie. Dass ihre Mutter heute immer noch täglich im Friseursalon stehe, sei wohl ihrem Temperament und dem Herzblut für ihren Beruf zu verdanken. „Die Kunden glücklich nach Hause gehen zu lassen, das freut sie sehr“, sagte Elke Mühl.

Isolde Mühl machte ihre Lehre ab dem Jahr 1957 bei ihrer Tante in Lenzkirch und legte 1964 ihre Meisterprüfung in Duisburg ab. 1964 eröffnete sie auch ihren ersten eigenen Salon in der Ellbachstraße in Mitteltal. Sie war damals eine der jüngsten Meisterinnen. 1976 zog sie mit ihrem Salon in die Ruhesteinstraße um und führte zu dieser Zeit noch zwei weitere Friseurgeschäfte.

Erfolgreich im Preisfrisieren

Schon 1964 startete sie mit dem Preisfrisieren und war so erfolgreich, dass sie nicht nur überall auf der ganzen Welt an nationalen und internationalen Veranstaltungen teilnahm, sondern auch über 120 Titel holte. Zahlreiche Pokale zieren das Geschäft und zeugen vom Talent der Friseurmeisterin.

In Ausbildung engagiert

Sie war später zudem Jurymitglied und Trainerin und immer eine Ausbilderin mit Leib und Seele. Über 80 Azubis hat sie in ihrem Berufsleben ausgebildet. „Im Jahr gab sie bis zu 250 Seminare. Sie war an der Gründung des Förderkreises internationaler Frisuren beteiligt und dort Cheftrainerin“, erzählte ihre Tochter.

Auf die Frage, was sich verändert habe, meinte Isolde Mühl lachend: „Nicht nur die Frisuren.“ Waren es früher Dauerwellen und Hochsteckfrisuren, sind es heute lockere Beachwaves und raffinierte Farbtechniken. „Auch die Kunden haben sich verändert. Aber es sind immer noch viele Stammkunden da. Ich muss nicht mehr acht Stunden im Laden stehen, aber ich frisiere immer noch gerne“, sagte die Jubilarin.

Nicht alltäglich

Bürgermeister Michael Ruf sprach von einem beeindruckenden Betriebs- und Meisterjubiläum und gratulierte mit vielen guten Worten. „Ihr berufliches Leben hatte Beständigkeit und ein unbeschreibliches Engagement für ihren Beruf, Sie waren eine Pionierin“, so Ruf. Es sei damals nicht alltäglich gewesen, dass eine Frau diesen Weg geht.

„Sie sind 60 Jahre selbstständig und eine Unternehmerin. Dafür haben Sie meinen größten Respekt“, sagte Ruf. Er dankte Isolde Mühl auch für ihr großes ehrenamtliches Engagement in Mitteltal.

Viel für Berufsstand getan

Horst Medel, Vorsitzender des Bezirksbeirats Mitteltal, gratulierte stellvertretend für alle Mitteltäler und erzählte, dass er selbst seit seinem achten Lebensjahr Kunde sei.

Friseurmeisterin Roswitha Keppler, die mit Isolde Mühl befreundet ist, ging auf die Entwicklung im Friseurhandwerk ein und erinnerte sich an Zeiten, als Frauen keinen einfachen Stand als Unternehmerinnen hatten. Familie Mühl habe immer viel für den Berufsstand getan, so Keppler.

Urkunde überreicht

Lennart Nöller, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft , gratulierte der Jubilarin und ging auf die Besonderheit des Jubiläums ein. Er überreichte die Urkunden der Kreishandwerkerschaft und sprach von einem Segen, wenn man in diesem kreativen Beruf so tätig sei wie Isolde Mühl.