Die Waldwirtschaft wurde unter anderem mit einem Langholztransport dargestellt. Foto: Frey

Der Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 800. Geburtstag Schömbergs war der große Umzug. Gefühlt ganz Schömberg und viele Gäste säumten die Straßen.

Loßburg-Schömberg - Das Organisationsteam um Kurt Winter, Karl Pfau und Marco Eberhardt hatte keine Mühe gescheut und einen fröhlichen, bunten und abwechslungsreichen Umzug zum Jubiläum auf die Beine gestellt. Rund um den Kreisverkehr hatten sich ganze Hundertschaften von Besuchern versammelt, da sich von dort aus der beste Blick über das Geschehen bot.

Wissenswertes zu den einzelnen Wagen

Auf einer Bühne hatten sich der stellvertretende Bürgermeister von Loßburg, Manfred Hauser, und Organisationsleiter Karl Pfau niedergelassen. Sie kommentierten abwechselnd die einzelnen Wagen, die von den verschiedenen Gemeinschaften, Vereinen und Organisationen liebevoll geschmückt auf die Reise geschickt wurden. Einige konnten vom Beifall offenbar nicht genug bekommen und umrundeten den Kreisverkehr gleich mehrfach, mussten dann aber doch irgendwann den folgenden Wagen weichen.

Zur Eröffnung zogen Bürgermeister Christoph Enderle, seine Frau Elisabeth, der Erste Landesbeamte Reinhard Geiser und Kurt Winter in einer offenen Pferdekutsche durch den Kreisel. Das Gespann hatte Andreas Ziefle vom Hotel Schwanen aus Kälberbronn zur Verfügung gestellt. Direkt danach präsentierte die Dorfgemeinschaft ihr liebevoll geschmücktes Fuhrwerk, mit dem früher Getreide transportiert wurde. Die Dorfgemeinschaft sei eine lose Gemeinschaft mit einem festen Kern von etwa 30 Mitstreitern, die immer wieder auch von vielen Helfern unterstützt würden, erklärte Karl Pfau.

Die Kirchengemeinde präsentierte ein Holzmodell der alten Kirche. Die Jugendsportgruppe zeigte sich bewegungsfreudig. Die Feuerwehr, Abteilung Schömberg, sorgte für viel Spaß und Gelächter, indem sie es aus ihren Schläuchen übers Volk regnen ließ. Auch die Großfamilie Armbruster, eine Institution in Schömberg, legendär der sogenannte Benza-Hans mit seiner Karoline, beteiligte sich. Die Gemeinschaft des Hofbauernhofs hatte gleich zwei schön geschmückte Wagen dabei und verteilte Äpfel aus biologischem Anbau unter den Zuschauern. In Ausgehuniform präsentierte sich die Feuerwehr aus dem benachbarten Wittendorf, der Heimat- und Museumsverein hatte das "Friederle" von Wittendorf, ein Schömberger Urgestein, wiederbelebt.

Blick auf die Forstwirtschaft

Die Trachtengruppe Loßburg zog stilecht in Tracht und mit Musik durch Schömberg. Auch der Musikverein Betzweiler spielte mit einem großen Aufgebot an Musikern auf. Der Bauhof Loßburg präsentierte einen Unimog U427. Das Riesteam aus Reinerzau war mit Rieshorn und Langholzstamm unterwegs, und die Familie Armbruster aus Hinterrötenberg fuhr mit einem MAN-Traktor mit Schleifkarren vor.

Die beiden Fahrzeuge, die die für Schömberg so bedeutende Forstwirtschaft darstellten, wurden von Förster Martin Schmalz begleitet. Sowohl der historische Lanz-Bulldog als auch das Langholz-Fahrzeug zogen viel Aufmerksamkeit auf sich. Mit Motorengeknatter umrundeten die Rasentraktorfreunde den Kreisverkehr. Der noch junge Verein wurde erst 2013 gegründet, hat inzwischen schon 70 Mitglieder und organisiert regelmäßig Rennen für Rasentraktoren, die viele begeisterte Besucher anziehen.

Nach dem Umzug machten sich die Besucher auf in Richtung Festgelände bei der Blockhütte am oberen Wald. Mit Kind und Kegel, mit Rolli und Kinderwagen zogen sie durch den Ort. Auch die Pedalritter aus Lombach nutzen die Gelegenheit, weitere Kilometer für ihr Team zu sammeln.

Unterwegs kam das Gerücht auf, das Essen sei restlos ausverkauft – und wie es mit Gerüchten halt so ist: Es blieb auch eins. Zwar waren selbst die Schömberger vom Ansturm überrascht, doch für Nachschub an Essen und Getränken war schnell gesorgt. Und niemand musste hungrig oder durstig den Heimweg antreten. Karl Pfau war überwältigt vom großen Interesse am Schömberger Jubiläum und sagte: "Das war ein schönes Fest und überall gab es nur fröhliche Gesichter."