Der Festausschuss der Narrenzunft freut sich auf das Jubiläumsfest zum 50-jährigen Bestehen im Januar kommenden Jahres. Dann wird Felldorf zu einer Narrenhochburg. Foto: Marzell Steinmetz

Die Narrenzunft Felldorf wird 50 Jahre alt. Felldorf wird sich vom 9. bis 11. Januar 2026 in eine Narrenhochburg verwandeln. Rund 6000 Besucher werden erwartet.

„Wir wollen modern sein, aber auch die Tradition bewahren“, sagen Anna-Lena Baur und Julia Hertkorn. Dass der Spagat gelingt, ist den beiden jungen Frauen zuzutrauen. Sie sind gewissermaßen mit dem Verein aufgewachsen. „Wir haben schon mit vier getanzt“, sagen sie. Da waren sie in der Kindertanzgruppe der Narrenzunft, und jetzt stehen sie als gleichberechtigte Vorständinnen voll in der Verantwortung.

 

1976 sind die „Klammhoka“ aus der Narrentaufe gehoben worden. Das ist kein Fantasiename, sondern nimmt Bezug auf die früher in Felldorf verbreiteten Berufe Zimmerleute und Mühlenbauer. Der Klammhaken ist das Symbol für Zusammenhalt.

Die erste „Klammhoka“-Maske ist allerdings erst fünf Jahre später vorgestellt worden. Seither bereichert ein freundlicher Narr die inzwischen mehr von umtriebigen Hexen dominierte heimische Fasnet. Die Merkmale der Maske sind ein Holzgesicht mit roten Backen und großer Nase.

Das gehört zum Häs des Klammhoka

Zum Häs gehören ein Fuchspelz mit grünem Nackentuch, brauner Jacke und moosgrüner Hose. Die Farbe Grün kommt daher, dass Felldorf von einem Grüngürtel umgeben ist. Ein doppeltes Holz-Schellenband wird kreuzweise getragen.

Auch die zweite Figur, der „Räuber Maizel“ hat einen echten Ortsbezug und eine eigene Geschichte. Maizel gehörte der berüchtigten Hannikelbande an. Während der Räuberhauptmann Hannikel mit drei weiteren Bandenmitgliedern 1787 in Sulz am Galgen endete, wurde Maizel ein Jahr später in Felldorf hingerichtet. Diese mehr individuell gestaltete Maske mit ungepflegten Haaren und sackartigem Überwurf hat die Narrenzunft Felldorf 1994 eingeführt. 2007 wurde die Gruppe „Müllers Leut“ gegründet. Hier ist der Bezug die historische Bannmühle, die Honor von Ow 1810 gebaut hat.

In den vergangenen drei Jahren verzeichnete die Zunft einen Zuwachs um 30 auf 150 aktive Narren. Heute hat der Verein insgesamt 280 Mitglieder. Dass damit fast die Hälfte des Dorfs Teil der Zunft ist, darauf sind die Vorständinnen besonders stolz.

Die Tanzgarde ist das Aushängeschild der Felldorfer Narrenzunft. Ab Juni trainiert die Gruppe zweimal wöchentlich. An der Fasnet haben die Garde-Tänzerinnen zwischen acht und 13 Auftritten. Für Fasnetsmusik bei Umzügen sorgt die Lumpenkapelle „Blechquäler“, die 1984 gegründet wurde und schon ein Jahr später erstmals auftrat. 25 Musiker sind heute fester Bestandteil der Kapelle.

Doch nicht nur während der Fasnet sind die Narren auf den Beinen. Beim Starzachfest im vergangenen Jahr in Felldorf organisierten sie eine Beachparty. Eine Bier- und Weinwanderung fand im September statt. Anderen Vereinen helfen die Zunftmitglieder bei Bewirtungen aus. „Die Narrenzunft ist ein Ganzjahresbetrieb“, sagt Anna-Lena Baur.

Das Jubiläumsprogramm steht fest

Jetzt aber freuen sich die Vereinsmitglieder auf das große Jubiläumsereignis Anfang kommenden Jahres. Sie wollen das Gründungsjahr 1976 wieder aufleben zu lassen. „Back to the 70`s“ ist denn auch das Motto der Auftaktveranstaltung am Freitag, 9. Januar 2026, mit der Band „Fashion“. Am Samstag geht es weiter mit einem traditionellen Brauchtumsabend, und am Sonntag startet der große Narrenumzug mit 35 Gruppen. Beim Sportplatz wird ein 1700 Personen fassendes Festzelt aufgebaut.

Große Unterstützung

Für die Jubiläumsveranstaltung
ist ein 30-köpfiger Festausschuss gebildet worden. 250 Arbeitseinsätze sind geplant, und damit ist noch nicht der Zeltauf- und abbau berücksichtigt.

Doch die Felldorfer können mit großer Unterstützung
rechnen, sowohl von Sponsoren als auch von Starzacher Vereinen. Mit so viel Resonanz für ihr Jubiläum hätten Anna-Lena Baur und Julia Hertkorn gar nicht gerechnet. Bange davor, dass bei der Großveranstaltung etwas schief laufen könnte, ist den Vorständinnen nicht. „Wir haben Respekt, gehen aber mit einem guten Gefühl in das Jubiläumsjahr“, versichern sie.

Ansonsten läuft für die Felldorfer Narrenzunft
die kommende Fasnet mit dem üblichen Programm ab. Eine Ausnahme gibt es: Der Zunftball am Fasnetsfreitag fällt aus.