SonNe feiert 15 Jahre in Dotternhausen, Dormettingen und Dautmergen. Wieso dieses Ehrenamt für Familien einen Riesenunterschied macht, zeigt die Bilanz zum kleinen Jubiläum.
Während das zehnte Jubiläum der Corona-Zeit zum Opfer fiel, werden 15 Jahre Soziales nachbarschaftliches Netzwerk (SonNe) feierlich gewürdigt. „Man wollte aus den 3D-Orten etwas gründen, um den Menschen zu helfen, damit sie selbstständig leben können“, erklärt Einsatzleiterin Karin Rauscher. Mit den 3D-Gemeinden sind Dotternhausen, Dormettingen und Dautmergen gemeint, die auch im Rahmen anderer Projekte gemeinsame Sache machen.
„Viele Angehörige leben nicht mehr vor Ort“, so der Hinweis von Schriftführer Jürgen Graf. Einsatzleiterin Carolin Kerner merkt ergänzend an: „Was mich beschäftigt ist, wenn ältere Menschen straucheln, aber mit etwas Unterstützung gut zu Hause sein können. Wenn das gelingt, jemandem einen Anker zu vermitteln, das berührt. Und wenn es nur jemand ist, der vorbeikommt und fragt, wie es einem geht. Auch die Helfer sind froh, wenn sie gebraucht werden.“
Karin Rauscher bestätigt: „Ich habe schon die Rückmeldung von einem Helfer bekommen, der in seinem Berufsleben noch nie so viel Anerkennung für seine Leistung erhalten hat wie hier.“
Der Verein sucht immer neue helfende Hände. Zu den Tätigkeiten gehören beispielsweise Fahrten zum Arzt oder zum Einkaufen, das Begleiten zu Kulturveranstaltungen oder anderer Events, die Hilfe in Haus und Garten – oder einfach mal gemeinsam ein Eis essen. Jeder Freiwillige kann selbst entscheiden, wo die eigenen Kompetenzen liegen. Niemand ist zu bestimmten Tätigkeiten verpflichtet. Koordiniert werden Bedürftige mit den entsprechenden Ehrenamtlichen durch die Einsatzleiterinnen.
Dass die Leistungen des SonNe von der Krankenkasse anerkannt werden, ist bedeutsam für den Verein. Alles, was sonst die Angehörigen machen, kann also über den Entlastungsbetrag abgerechnet werden. Zudem erhalten die Helferinnen und Helfer eine Aufwandsentschädigung. Rund 15.000 gefahrene Kilometer und 5000 Hilfestunden pro Jahr bewerkstelligt der Verein.
„Wir freuen uns darüber, dass es den Verein schon so lange gibt“, unterstreicht Rauscher. „Es ist ein Geben und Nehmen und toll, dass sich Menschen engagieren. Wir können nur anbieten, was die Menschen bereit sind zu machen.“
Dabei leistet der Verein nicht nur persönliche Abhilfe, sondern bietet viele gesellschaftliche Impulse. So gibt es immer wieder Kurse, beispielsweise zur Alltagsgestaltung, Kinästhetik, Erste Hilfe sowie Letzte Hilfe oder Kindernotfallsituationen.
Es gibt Vorträge zu unterschiedlichen Themen
Vorträge gab es bereits zu unterschiedlichen Themen, wie etwa „Lebe lang – bleib gesund – stirb schnell“. „Wir möchten uns nicht darauf ausruhen, frischer Wind tut immer gut“, merkt das Team an.
Besonders beliebt sind zudem die regelmäßigen Angebote zur Gemeinschaft, so unter anderem der Spielenachmittag, das CaféPlus mit Vortrag oder Gymnastik für Senioren. Neu im Fokus steht die Handy-Frage-Sprechstunde – anstatt der Arzt beraten hierbei die technisch versierten Kursleiter. Seit vielen Jahren wird bereits monatlich zum „Essen in Gemeinschaft“ geladen. „Wir wissen, dass alle, die kommen, noch super kochen können, aber das Ziel ist die Gemeinschaft“, so Rauscher.
Doch nicht nur die älteren Semester werden beim SonNe gut bedient, das Angebot berücksichtigt ebenso Familien mit Nachwuchs. So kommen einmal pro Woche die „Sonnenkäfer“ für drei Stunden in Dormettingen zusammen. Als „Sonnenkäfer“ gilt jedes Kleinkind zwischen eins bis drei Jahren, das zu den 3D-Gemeinden gehört. Ferner werden junge Familien durch Hausaufgabenbetreuung unterstützt. Zwischen Ehrenamtlichen und zu Betreuenden hat sich schon die ein oder andere „Ersatz-Oma“ gefunden.
Historie und Jubiläumsfeier
Am 14. Februar 2011
2011 fand die Gründungsversammlung des eingetragenen Vereins „Soziales nachbarschaftliches Netzwerk – SonNe“ statt. Angestoßen wurde die Idee 2008 mit dem Regional-Entwicklungsprogramm LEADER. Neben dem Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden gehören auch die Bürgermeister der 3D-Gemeinden zum Ausschuss. Nach einem Jahr waren es 400 Mitglieder, inzwischen sind es mehr als 600.
Gewürdigt
wird das 15-jährige Bestehen mit einem Jubiläumsfest inklusive Flohmarkt. Los geht es am Samstag, 13. Juni, um 11 Uhr an der Grundschule Dormettingen. Neben verschiedener Leckereien kann an den Verkaufsständen gestöbert werden. Zudem gibt es Gelegenheit, den Verein näher kennenzulernen. Neben familienfreundlichen Preisen gibt es Bastelaktionen, einen Clown und Ballonkünstler, einen Kleinkinderparcours, Kinderschminken und Unterhaltung durch die Seniorenkapelle.