Alte und junge Pfadfinder feiern die 50-jährige Freundschaft mit den Höpfingern. Foto: Barth

Dass 1974 die Melchinger Pfadis entstanden, war eher ein Zufall. Bei ihnen vor den Toren des Dorfes zeltete nämlich eine Pfadfinderschaft aus Höpfingen. Die wurden zu Steigbügelhaltern und Gründervätern. Jetzt trafen sich alle wieder einmal.

Es war im Sommer 1974 als in Melchingen auf dem Köbele und auf der Halde eine Zeltstadt errichtet wurde. Bevölkert wurde diese von Mädchen, und Jungen der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) aus Höpfingen, einer Gemeinde bei Walldürn, im Odenwald.

 

Die Aktivitäten und das quirlige Lagerleben brachten Abwechslung in die Albgemeinde. Natürlich war es für die Dorfjugend sehr reizvoll, um die Zelte zu schleichen und bei der abendlichen Lagerfeuerromantik dabei zu sein.

„Trolli“ – ein vor Begeisterung sprühender Lagerchef

An der Spitze des Höpfinger Leitungsteams stand ein vor Begeisterung sprühender Lagerchef, den alle ebenso respektvoll wie liebevoll nur „Trolli“ nannten. In Wirklichkeit heißt er Gerhard Hauk und war ein Studienkollege des Melchingers Ottmar Maas. Die Melchinger Jugend ließ von der Begeisterung für das Pfadfinderleben und die Ideen des Baden Powell anstecken und es keimte der Wunsch, selbst einen Pfadfinderstamm in Melchingen zu gründen. 1975 wurde die DPSG Melchingen dann offiziell aus der Taufe gehoben.

Der Melchinger Leonhardt Maas wurde zum ersten Stammeschef gewählt und die Familie Maas stellte den „jungen Wilden“, wie sie damals im Dorf genannt wurden, ihre Kellerräume als Treffpunkt zur Verfügung. Bereits im gleichen Jahr ging es auf das erste Stammeslager nach Reute bei Altshausen. Zwei Jahre später kam die erste Bewährungsprobe auf den jungen Verein zu.

In Melchingen fand das Pfingstturnier der Pfadfinderstämme des Bezirkes Hohenzollern mit etwa 400 Pfadfindern statt. Die Akzeptanz für den jungen Verein stieg rasch und bald bekamen die Pfadfinder im Rathaus einen Raum zur Verfügung gestellt. Nach der Renovierung des Pfarrhauses durften die Pfadis dort ihre Gruppenräume einrichten und sind bis heute dort beheimatet. Aus dem Dorfgeschehen und der Melchinger Vereinsgemeinschaft sind die Pfadis nicht mehr wegzudenken.

Die Altpfadfinder treffen sich am Stammtisch

Auch die „Alten“ aus der Gründerzeit stehen der heutigen Generation immer noch mit Rat und Tat zur Seite. Auf Initiative von Leonhard Maas wurde eine „Altpfadfinder“ Gruppe gegründet, die sich regelmäßig zu einen Stammtisch trifft.

Gerhard Hauk, links, und Ottmar Maas. Durch ihre Freundschaft entstanden die Melchinger Pfadfinder. Foto: Barth

Und zu dem wurde nun die Höpfinger Leiterrunde aus dem Jahr 1974 eingeladen. Mit einem gemeinsamen Gottesdienst, zelebriert von „Trolli“ Gerhard Hauk, welcher als Priester auch zehn Jahre als Dekan des Dekanates Zollern in Empfingen tätig war, wurde das erste Zusammentreffen gefeiert.

Und wie vor 50 Jahren begeisterte „Trolli“ die jungen und die alten Pfadis. Anstelle einer Predigt erzählte er Anekdoten aus seiner Lagerzeit in Melchingen und wie offen und freundlich er von der Familie Maas aufgenommen wurde. Er erinnerte die Anwesenden an den Satz von Baden Powell: „Verlasst die Welt ein klein bisschen besser als ihr sie vorgefunden habt“.

Die Lieder des Gottesdienstes wurden von Steff Hauk, Höpfingen und Jimmy Maas, Martin Viesel beide Melchingen, auf der Gitarre begleitet.

Anschließend saß man in gemütlicher Runde im Gasthaus Ochsen zusammen und alle waren sich sicher, wenn nächstes Jahr das 50-Jährige Bestehen der Pfadis gefeiert wird, sind die Höpfinger mit dabei.