Unser Bild zeigt die Landjugend Brigachtal beim Binden der Erntekrone anlässlich des letzten Kreiserntedankfests, das sie ausrichteten. In diesem Jahr feiert die Landjugend ihr 40-jähriges Jubiläum. (Archivfoto) Foto: Hella Schimkat

Zum 40-jähriges Bestehen der Landjugend Brigachtal findet am 1. und 2. Mai ein Fest statt. Im Gespräch mit unserer Redaktion blickt der Vorstand auf die vergangenen Jahre zurück.

Die Landjugend Brigachtal feiert am 1. und 2. Mai ihr 40-jähriges Bestehen mit einem Open-Air auf dem Festplatz Brigachtal.

 

Am 1. Mai wird der Maibaum aufgestellt, dazu gibt es musikalische Unterhaltung durch mehrere Musikgruppen. Am 2. Mai wird die große Jubiläumsparty mit einer Dorfrallye in Brigachtal stattfinden. Im Anschluss an die Aktion des Tages wird abends mit dem Klosterbrass-Musikern und der Froschenkapelle Radolfzell gefeiert.

In einem Gespräch mit unserer Redaktion blicken die gleichberechtigten Vorsitzenden Leni Wolf und Tom Wagner auf die vergangenen Jahre zurück. Viermal haben sie in 40 Jahren in Brigachtal das Kreiserntedankfest ausgerichtet. „So schön das Kreiserntedankfest ist, bedeutet es für uns doch einen riesigen Aufwand, dieses auszurichten“, erklärt Leni Wolf. Aber auch wenn die Landjugend Brigachtal das Fest nicht ausrichte, baue sie bei jedem Kreiserntedankfest einen Wagen. Da gebe es für alle Landjugendgruppen im Kreis ein Motto, an dem nur Naturmaterialien verwendet werden dürfen. Alle Wagen würden danach bewertet.

Gründung der Landjugend

Am 7. März 1988 wurde der Verein im Gasthaus Kranz in Überauchen von rund 40 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen. Ziel sei gewesen, die Jugend in das Ortsgeschehen zu integrieren und neue Kontakte zu knüpfen, so Wolf.

Die beiden ersten Vorsitzenden waren Thomas Huber und Christel Rist (heute Bucher). Die beiden zweiten Vorsitzenden waren Markus Rist und Carmen Strobel (heute Bächle). Schriftführer und erster Kassierer waren Patrik Münch und Peter Häßler. Das Wappen der Landjugend hatte Münch entworfen, es zeigt als Hauptmotiv eine Sichel und eine Ähre.

Gründe der Initiative

Der Grund, die Landjugend ins Leben zu rufen, sei laut dem ersten Vorstandsduo Rist und Huber eine Begegnung mit einer anderen Landjugend gewesen. Huber habe sich gedacht, das sei auch etwas für Brigachtal, woraufhin er andere Cliquen im Ort aufgesucht habe und ihnen den Vorschlag unterbreitete. Die ersten Cliquen hätten sich als zu alt gefühlt, so Rist.

Der Bürgermeister habe ihnen ein altes Klassenzimmer im Werk- und Vereinshaus zur Verfügung gestellt. Dies habe leer gestanden, so dass sie sich über die Presse Tische und Stühle „erbettelten“, die sie dann in einem alten Gasthaus in St. Georgen gefunden hatten, so Huber und Rist.

Die Landjugend ließ sich 1987 eine eigene Tracht anfertigen und baute ihren ersten Wagen für das Kreiserntedankfest in Schonach 1987. Dort erreichten sie sofort den dritten Platz, was ihnen jedoch wie der erste Platz erschienen war, erinnern sich Huber und Rist.

Erstes Kreiserntedankfest

1988 richtete die Landjugend ihr erstes Kreiserntedankfest aus, das ein gelungenes Fest wurde. Das hatte Huber im Alleingang entschieden, aber alle zogen begeistert mit, so dass nichts schief ging.

Als erste Aktivität baute die Landjugend im Gründungsjahr einen Pavillon aus Holz. Das Holz beschafften Norbert Hirt und Martin Butz.

Weltrekord aufgestellt

Beim zweiten Dorffest, das auf dem neuen Festplatz gefeiert wurde, stellte die Landjugend mit der „Riesen-Bratwurst“ einen Weltrekord auf. Die 853 Meter lange Bratwurst wurde von 20 Mitgliedern in neun Stunden in der Metzgerei von Werner Weißer in Unterkirnach gefertigt und nach Brigachtal transportiert, wo sie während des Dorffests komplett verkauft wurde.

1991 richtete die Landjugendgruppe zum ersten Mal die Kreissonnwendfeier aus. Ein Meisterwerk war 1989 und 1990 der komplett neu gebaute Vereinsraum im Keller des Vereins- und Werkhauses.

Eigene Halle gebaut

Im August stellte die Gemeinde der Landjugend in der Nähe des Steinbruches ein Grundstück zur Verfügung, auf dem sie in unzähligen Arbeitsstunden ihre eigene Halle bauten. Diese wird bis heute nicht nur für Lagerzwecke, sondern auch für den Bau der Fasnet- und Erntedankwagen sowie dem Kranzen für den Maibaum genutzt.

Die Landjugend ist auch am Rosenmontag mit einem Motiv am Umzug in Brigachtal aktiv. Zudem gibt es gemeinsame Ausflüge und der Zusammenhalt gilt bis heute als sehr gut.