Die Städtepartnerschaft zwischen Nogent-le-Rotrou und Baiersbronn besteht nun seit 60 Jahren. Dieses Jubiläum feierten eine eigens angereiste Delegation aus Frankreich und die Gemeinde Baiersbronn über das Pfingstwochenende.
Ein buntes Programm aus offiziellen Veranstaltungen und privaten Unternehmungen stand an bei dem mehrtägigen Besuch der französischen Gäste.
Beim Empfang im Rosensaal hielt Bürgermeister Michael Ruf seine Rede auf Französisch. Insbesondere ging sein Gruß an Bürgermeister Harold Huwart und dessen Vater Francois Huwart, der als Vorgänger seines Sohnes im Amt des Bürgermeisters die Städteverbindung mitgeprägt hatte. Auch Baiersbronns früherer Bürgermeister Norbert Beck habe sich stets für die Städtepartnerschaft engagiert. Ruf ging auf die Geschichte ein und erinnerte an Zeiten, als deutsch-französische Freundschaften nicht selbstverständlich waren.
„Heute ist unsere Freundschaft in allen Bereichen des Lebens so tief verankert, dass sie uns so selbstverständlich ist wie das Atmen“, sagte Ruf. Im Mai 1964 unterzeichneten die damaligen Bürgermeister von Nogent-le-Rotrou und Baiersbronn, Michel Hoguet und Franz Adis, die Partnerschaftsurkunde und begründeten diese langjährige Freundschaft.
Stolz auf das Erreichte
„Wenn wir heute zurückschauen, dann können wir stolz sein auf das, was uns gemeinsam gelungen ist“, sagte Ruf. Städtepartnerschaften seien ein unerlässlicher Baustein und das Fundament für Freundschaft und Versöhnung. Ruf dankte allen, die sich für diese Partnerschaft eingesetzt haben, und bekräftigte, dass auch künftig an der Freundschaft festgehalten werden solle.
Harold Huwart hielt seine Rede auf Deutsch. Er dankte den Baiersbronnern für ihre Gastfreundschaft. „Die deutsch-französische Freundschaft war nicht selbstverständlich. Es bedurfte Mut und Intelligenz, die Vorurteile zu überwinden“, so Huwart. Heute sei es nicht nur an der Zeit, zurückzublicken, sondern auch in die Zukunft zu schauen. „Städtepartnerschaften sind die Grundpfeiler des gemeinsamen Verständnisses.“ Denn um einander zu verstehen, müsse man einander kennen. Die gemeinsamen Austausche seien eine Gelegenheit, sich kennenzulernen. Es sei sehr wichtig, auch die Jugend einzubinden.
Glückwunsch zu Jubiläum
Der französische Generalkonsul Gaël de Maisonneuve gratulierte zu der langjährigen Städtepartnerschaft, die nicht viele feiern könnten. Dazu brauche es wie bei einem guten Rezept Zutaten wie Engagement und junge Leute, die diese Freundschaft weiterführten.
Zur Umrahmung der Grußworte spielten Schüler der Jugendmusikschule unter der Leitung von Milen Haralambov bekannte Melodien und flotte Stücke auf ihren Blasinstrumenten.
Elke Mühl, Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, betonte, wie wichtig es sei, miteinander zu reden und den Kontakt zu halten. Sie selbst sei 1983 als Schülerin das erste Mal in Nogent-le-Rotrou gewesen. „Ich wünsche mir noch viele weitere Aktivitäten mit unseren Freunden in Frankreich“, sagte Mühl.
Carole Forcieri, die Vorsitzende des französischen Partnerschaftsvereins, lud alle herzlich ein und erklärte, dass während der Corona-Zeit alle auf das Wiedersehen gewartet hätten.
Eintrag ins Goldene Buch
Nach der Vorstellung der Gartenschau, die 2025 ansteht, folgten das Überreichen der Gastgeschenke und der Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde. Am Abend wurde gemeinsam im Kulturpark Glashütte Buhlbach gefeiert.
Das Programm
Im Kulturpark
Die Delegation aus Frankreich hatte ein straffes Programm während ihres viertägigen Aufenthalts in Baiersbronn. Nicht nur der Austausch mit Vereinsvertretern stand am Freitag auf dem Programm. Am Abend gab es einen Festabend in der Glashütte Buhlbach mit einem Rundgang durch den Kulturpark, den Dora-Luise Klumpp leitete. Erwin Zepf unterhielt mit dem Akkordeon, und gemeinsam wurde gesungen.
Nationalpark und Oberkirch
Am Samstag ging es ins Nationalparkzentrum, bevor in der Grindenhütte Rast gemacht wurde. Eine Weinverkostung stand in Oberkirch auf dem Programm und es gab einen gemeinsamen Abschluss und viele Dankesworte der französischen Freunde, berichtete Elke Mühl.
Gastfamilien
Der Sonntag wurde von den Gastfamilien gestaltet, und am Montagmorgen ging es für die Franzosen zurück in die Heimat.