Zwischen Alltag in der Kurklinik und besonderen Momenten hat sich im Hänslehof in Bad Dürrheim einiges getan. Wie genau diese Veränderungen aussehen – wir haben nachgefragt.
In der familiengeführten Vorsorge- und Rehabilitationsfachklinik für Mutter-Vater-Kind Hänslehof in Bad Dürrheim hat es einige Veränderungen gegeben. Neben einem besonderen Fest stand auch ein Wechsel in der Geschäftsleitung an.
Ein buntes Treiben herrscht in der Empfangshalle des Hänslehofs, denn dienstags und mittwochs ist dort An- und Abreisetag. Das bedeutet, Mütter, Väter und Kinder im Alter von drei bis 15 Jahren stapfen mit Anorak und Koffern hinein in die Wärme der Klinik oder nach einem dreiwöchigen Aufenthalt hinaus in ein verschneites Bad Dürrheim.
Im Juli bot sich im Familienbetrieb Hänslehof noch ein ganz anderes Bild. Bei strahlendem Sonnenschein nutzte die Geschäftsführung – Familie Schreijäg – die Gelegenheit, um gleich drei verschiedene Anlässe zu feiern.
Seit 1995 gebe es den Hänslehof bereits, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Franz Schreijäg. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens habe man daher etwas besonders machen wollen – ein karibisches Sommerfest – auch um langjährige Mitarbeiter zu ehren, so der 72-Jährige. „Viele von ihnen begleiten die Einrichtung bereits seit mehr als einem Jahrzehnt, einige sogar seit der Gründung.“
Über 150 Mitarbeitende
Ein Team mit über 150 Mitarbeitenden kümmere sich in der Fachklinik um das Wohl der über 250 Patienten, so eine Mitteilung des Hänslehofs. Mit 100 000 Patienten und über zwei Millionen Übernachtungen zeigt sich der Erfolg des Klinikkonzepts. Zudem sei die Kurklinik bis Mitte des Jahres vollständig ausgebucht, fügt die aktuelle Geschäftsführerin Aline Schreijäg hinzu.
„Der Bedarf ist da“, erklärt sie. Neben klassischen medizinischen, physiotherapeutischen und psychosozialen Angeboten wurden moderne Schwerpunkte wie Stressprävention, mentale Gesundheit, Ernährungsberatung, Bewegungsprogrammen und familienorientierte Therapieformen im Hänslehof etabliert.
Inzwischen profitieren Familien von einem ganzheitlichen Ansatz, der sowohl körperliche als auch seelische Gesundheit berücksichtigt und nachhaltige Unterstützung im Familienalltag bietet, erklärt die Klinikleitung.
Der Grundgedanke der Konzeption sei es, die Verzahnung der verschiedenen Fachdisziplinen während des dreiwöchigen stationären Aufenthaltes unter einem Dach zu gewährleisten.
Der 70. Geburtstag
Zeitgleich feierte die Familie am karibischen Sommerfest den 70. Geburtstag der Geschäftsführerin Siglinde Schreijäg und ihren Rückzug aus den Geschäften der Klinik. Diese Rolle ging vollumfänglich an die Tochter Aline Schreijäg über, die bereits knappe zehn Jahre lang als Prokuristin des Hänslehofs tätig war und sich die vergangenen zwei Jahren bereits die Geschäftsführung mit ihrer Mutter teilte.
Aline Schreijäg gibt uns einen kleinen Einblick in ihre Arbeit als Geschäftsführerin des Hänslehofs. Die Tätigkeit sei sehr abwechslungsreich, berichtet sie. Man verbringe keineswegs den ganzen Tag am Schreibtisch, stattdessen stehe die Arbeit mit den Menschen im Vordergrund.
Die Entscheidungsfindung in den verschiedensten Teams mache ihr am meisten Spaß. Auch dass Patienten mit den unterschiedlichsten Hintergründen aus ganz Deutschland, aber auch Flüchtlinge aus der Ukraine zu ihnen kämen, bringe Abwechslung in den Alltag.
Eine spannende Zeit
Für die Übergabe der Geschäftsführung im Juli sei auch alles noch einmal auf „ein tolles Niveau“ gebracht worden, erzählt Franz Schreijäg. Zuletzt sei die Bedachung unter Beachtung des Denkmalschutzes neu gemacht worden und um eine Photovoltaik-Anlage ergänzt worden.
Nun nähmen sich Franz und Siglinde Schreijäg allerdings vollständig aus dem operativen Geschäft zurück, erklärt er. „Es war eine spannende Zeit“, meint Schreijäg rückblickend auf seine Tätigkeit in der Kurklinik. Aber es sei auch schön zu wissen, dass die nächste Generation übernimmt. Daher könne er es nicht als einen schweren Abschied bezeichnen, sagt der 72-Jährige lächelnd.