Volker Noseck und Jana Hartmann stehen dem Stadtseniorenrat Altensteig vor. Foto: Jansen

Der Stadtseniorenrat 60plus in Altensteig besteht mittlerweile seit 30 Jahren. Im Vergleich zur Gründungszeit hat sich vieles geändert – unter anderem seine Aufgaben und Angebote.

30 Jahre ist es her, dass sich der Stadtseniorenrat Altensteig gegründet hat. Leider sind die Aktionen in den vergangenen Jahren etwas eingeschlafen, wegen Corona, aber nicht nur. Nun möchten die neuen Vorsitzenden, Jana Hartmann und Volker Noseck, diesen wieder aufleben lassen.

 

Als der Seniorenrat im Dezember 1995 gegründet wurde, bot er vor allem Tagesgestaltung an. Strick- und Häkelkreis, gemeinsame Ausflüge, aber auch Nachbarschaftshilfe. Jürg Wieber, auch bekannt als Gründer der Christophorus-Kantorei, übernahm den ersten Vorsitz. Damals, in den 90ern, war der Wunsch aufgekommen, etwas für die Senioren der Stadt zu schaffen.

In der ersten Satzung wurden die Aufgaben festgelegt: älteren Menschen zu helfen, möglichst lange in ihren Wohnungen leben zu können, eine Aufgabe für Ruheständler und Kontakte zwischen den Generationen herzustellen. Seinen Mitgliedern bot der Verein etwa Hilfe beim Einkaufen, Begleitung zu Arztbesuchen, Behördengängen oder kurzfristige Haushaltshilfe bei Krankheiten. „Damals wurde viel gemacht, was heute die Diakonie übernimmt“, meint Noseck.

Hilfe bei der Patientenverfügung

30 Jahre später werden viele dieser Hilfen auch von den Pflegekassen getragen. Die Aufgabe und Rolle des Stadtseniorenrats hat sich gewandelt. „In diesen 30 Jahren gab es eine totale Veränderung des Angebots“, erklärt er. Heute würde sich der Seniorenrat etwa sehr auf die Beratung konzentrieren.

So wird mittwochs Hilfe und Beratung bei der Patientenverfügung angeboten. In der Sprechstunde am Samstag geht es um konkrete Alltagsprobleme, auch Rechtsfragen. Dann werde auch an Anwälte vermittelt, erklärt Hartmann. Sie ist selbst Anwältin und hat trotz ihres jungen Alters – sie ist in ihren 40’ern – den Vorsitz übernommen.

Bei der Beratung gehe es etwa um Behinderungsgrade, Testamentsfragen oder die bürokratische Auseinandersetzung mit der Pflegekasse. In vergangenen Zeiten seien die Beratungstermine oft weniger rechtlich, sondern emotionaler gewesen.

Doch auch Sport und Gemeinschaft sind nicht ganz verloren gegangen. Bei den beiden Gymnastikgruppen, der E-Bike-Fahrradgruppe und der Wandergruppe bewegen sich die Gruppenmitglieder gemeinsam und pflegen Gemeinschaft.

Bis vor Kurzem war der Stadtseniorenrat noch im Brunnenhäusle in Altensteig zu finden. Allerdings wurden die Räumlichkeiten nicht übermäßig genutzt. Deshalb ist der Sitz nun umgezogen und die Beratungstermine finden im Finkenweg 11 statt, in der Kanzlei der Vorsitzenden Jana Hartmann. Beim Umzug hätten sie auch einige Zeugnisse der Vergangenheit gefunden: etwa Wollreste der damaligen Strickkreise.

Auch hat sich die Altersstruktur gewandelt. Heute seien die Mitglieder im Schnitt etwa 80 Jahre alt – das war vor 30 Jahren noch anders. Mittlerweile verzeichnet der Seniorenrat 65 Mitglieder.

Was gleich geblieben ist: Der Seniorenrat hat die Aufgabe, die Belange älterer Menschen zu vertreten. So würden etwa Handwerke und Geschäfte zertifiziert, wenn sie altersfreundlich und barrierefrei gestaltet sind.

Regelmäßige Kaffeenachmittage mit kleinen Vorträgen

Ab März soll es im Bistro Rosé regelmäßig einen Kaffeenachmittag geben mit einem kurzen Vortrag zu Themen rund ums Leben im Alter. Dazu kann Arbeiten im Alter gehören, aber auch Betrugsmaschen, die sich gezielt gegen ältere Menschen richten. Der erste Termin ist für Freitag, 13. März, geplant. Außerdem möchte Hartmann gern mit den Schulen in Kontakt kommen – etwa, um Jugendliche zu finden, die etwa die Handybedienung erklären. Auf der anderen Seite werden „Vorleseomas“ für die Kindergärten gesucht.