Das Haus auf dem Wimberg feiert in diesem Sommer sein 50-jähriges Bestehen. Das Jubiläum bietet Anlass, auf eine lange Geschichte zurückzublicken.
Die Geschichte beginnt im Jahr 1970. In den vergangenen 56 Jahren wurde aus einer Idee ein fester Bestandteil der sozialen Infrastruktur der Stadt. Und seit nunmehr fünf Jahrzehnten ist das Seniorenzentrum „Haus auf dem Wimberg“ in Betrieb.
Am Anfang stand nicht mehr als eine Initiative. Im Jahr 1970 beschloss der evangelische Kirchengemeinderat Calw eben diese Initiative zum Bau eines nicht kommerziell betriebenen Altersheims.
Bereits am 26. Februar des selben Jahres wurde das Thema im Gemeinderat der Stadt Calw beraten – als Standort wurde der Wimberg vorgeschlagen, das ist Unterlagen zur Entwicklungsgeschichte des Altersheims zu entnehmen.
Und es ging rasch weiter. Am 11. Mai 1971 folgte die Gründungsveranstaltung eines Fördervereins „Alten- und Pflegeheim Calw und Umgebung“. 65 Mitglieder traten ein. Noch im selben Jahr wurde der Verein ins Vereinsregister eingetragen.
Bau und Eröffnung
Über den Verein hinaus wurde der Bau des Hauses von allen Seiten unterstützt. So übernahm die Bundeswehr, genauer die Luftlandebrigade 25, Ende des Jahres die Patenschaft für den Bau.
Und das ist nicht alles. In einem Bericht der Kreisnachrichten aus dem Archiv ist nachzulesen, dass eine Spendensammelaktion der Soldaten rund 5000 Mark an Spenden einbrachte – auch wenn das „natürlich noch keine sieben Millionen [sind], die der Altenheimbau kosten wird“, wie in dem alten Artikel vom 6. Dezember 1971 nachgelesen werden kann.
Spatenstich und Richtfest
Zu dem Zeitpunkt habe der Förderverein bereits mehr als 100 Mitglieder gehabt. Darüber hinaus haben Spenden der Stadt Calw, Bußgelder, Lotterien sowie zahlreiche kirchliche Basare die finanzielle Grundlage geschaffen.
Bereits ein Jahr darauf konnten die Baupläne für das Haus am Wimberg beim Regierungspräsidium Tübingen eingereicht werden. Am 17. Oktober 1973 folgte dann der Spatenstich und rund einen Monat später das Richtfest.
Einweihung und Inbetriebnahme
Am 1. September 1975 wurde der Bau dann fertiggestellt, bevor am 2. Januar 1967 mit der Inbetriebnahme der Alltag im neuen Haus begann. Der Posaunenchor nahm die Einweihung zum Anlass, den Bewohnern „vor dem Altenheim ein Ständchen zu bringen“, wie in einem Artikel dieser Zeit nachzulesen ist.
Weiterentwicklung
Schon wenige Jahre später wächst die Einrichtung weiter: 1980 wird eine Altenpflegeschule eingerichtet. In einem weiteren Archivartikel steht geschrieben, dass 15 Schüler direkt zu Beginn in der Calwer Altenpflegeschule unterrichtet wurden.
Im selben Jahr feiert der Förderverein sein zehnjähriges Bestehen und begeht das Richtfest des Erweiterungsbaus, der 1982 fertiggestellt und 1983 eingeweiht wurde.
Den Berichten der vergangenen Zeit ist zu entnehmen, dass die Erweiterung nötig geworden ist, „weil schon wenige Jahre nach der Fertigstellung des Altenheims auf dem Wimberg der Platz nicht mehr ausreichte“. Anschließend bot das Heim 150 Plätze für Senioren.
Während an der Erweiterung kräftig gebaut wurde, wurden ein Mitarbeiterwohnhaus erworben sowie eine Arztpraxis eingerichtet.
Viele Sanierungen und Modernisierungen
Und damit ist es nicht vorbei mit den Investitionen. Auch in den darauffolgenden Jahren wurde kontinuierlich saniert und modernisiert. So erfolgte 1998 eine Küchensanierung und Modernisierung, während zwischen 1999 und 2001 die Fassade renoviert wurde, wie den Daten der Einrichtung entnommen werden kann.
Zwischen 2005 und 2006 kam es dann zum Umbau eines Nebengebäudes in betreute Wohnungen.
Ein großer Meilenstein ist die Generalsanierung in den Jahren 2009 und 2010 in zwei Bauabschnitten. Am 27. November 2010 wurde das Haus auf dem Wimberg feierlich wiedereingeweiht. Nicht nur, sondern auch der geräumige Aufzug wurde damals gegenüber unserer Redaktion gelobt.
Engagement Förderverein
Und über all die Zeit hinweg blieb der Förderverein eine tragende Säule. 2012 wurde das 40-jährige Bestehen des Vereins ausgiebig gefeiert – mit einem Jahr Verspätung, wie in einem Artikel des Schwarzwälder Boten vom 2. Oktober 2012 nachzulesen ist. Ziel des Vereins war es von der Gründung an, Spendengelder zu sammeln.
Und das Jubiläum des Fördervereins war nicht der einzige Grund zum Feiern. Im selben Jahr übergab der Verein das Backhaus ans Haus auf dem Wimberg. Hier wurde von Anfang an Begegnung groß geschrieben.
Entwicklungen bis heute
Auch in jüngster Zeit wurde das Haus weiterentwickelt und -gebracht. So wurde 2023 das Café in Eigenregie übernommen.
2024 erfolgte dann eine Umstellung in der Küchenversorgung. Die Mahlzeiten werden seither direkt in den Wohnbereichen zubereitet, nachdem die Wohnbereichsküchen umgebaut wurden.
Was 1970 als Initiative begann, ist heute eine fest etablierte Einrichtung – und im Sommer kann das 50-jährige Bestehen vom Haus auf dem Wimberg gefeiert werden.