„Wir sind Kolping – Menschen dieser Zeit und wir handeln aus Verbundenheit“, schallte es, als zum 75-jährigen Jubiläum 350 Mitglieder der Kolpingsfamilie ihre Stimmen erhoben.
Der Festakt in der Arthur-Bantle-Halle wurde nach dem Gottesdienst und dem Zug zur Halle eröffnet durch Ciro-Five (Steffi Flaig und Emanuel Penalver, Gesang, Percussion; Meinrad Löffler, Gitarre; Peter Flaig, Bass; Thomas Duttenhöfner, Keyboard, Klavier und Ralf Reiter, Schlagzeug). Bei Bossa Nova wippten die Besucher gerne mit.
Moderator Matthias Haberstroh verglich das Treffen mit einer Familienfeier. Co-Vorsitzende Marion Günter stellte die Frage: „Was ist Kolping?“. Das lasse sich am besten mit dem Satz aus dem Leitbild „Den Menschen verbunden, engagiert in Gesellschaft und Kirche“ beantworten.
Zwei Frauengruppen
Engagiert sei vor 75 Jahren der Jungmännerverein gewesen, bei dem sich 21 Männer zu guten Christen, tüchtigen Handwerkern, Arbeitern und Bauern entwickeln wollten. Die Männer seien engagiert bei Theaterabenden, beim Bau des Kindergartens, der Renovierung der Kirche und beim Bau des Adolph-Kolping-Saals.
1960 wurde die Jungkolping gegründet. Ende der 1960er-Jahre war die Aufnahme der Frauen ein weiterer Meilenstein. Dass es ohne Frauen nicht geht, bewiesen die Frauengruppen „Pour Elle“ und der „Frauentreff Mittendrin“.
Co-Vorsitzende Marion Göllinger sagte, Schwerpunkte in den 1970er- und 1980er-Jahren seien Themen aus Politik, Arbeit, Bildung und Familie gewesen. Besonders gefeiert worden sei der Kolpinggedenktag, die Maiandacht an der Basches-Kapelle, die Sternwanderung und der Gesellenball.
Viele im Saal seien schon als Kinder zu Kolping gekommen, in der Jugendgruppe oder im Hardt Rock Café, und jetzt seien ihre eigenen Kinder oder Enkelkinder dabei.
Präsent der Vereine
Stolz sei man auf zwei Chöre. Die Kirchengemeinde werde unterstützt mit dem Mitwirken der Chöre oder bei Arbeitsdiensten. Neben Sozialaktionen engagiere sich die Kolping im Vorstand des Kinderfonds Schramberg. Die Spenden des Jubiläumsabends gingen zum Teil an die Kita Hardt.
Die Reihe der Gratulanten führte Bürgermeister Michael Moosmann an. Er überbrachte Präsente von Hardter Vereinen und der Gemeinde. Das Gemeindeoberhaupt sah die Kolpingsfamilie in den nächsten Jahrzehnten gut aufgestellt.
Namens der Kirchengemeinde dankte Tanja Winterhalter. Viele Kräfte hätten Verantwortung übernommen, denn: „Auf dem Hardt, da stimmt’s“. Pfarrer Eberhard Eisele unterstützte die Pfarrgemeinderätin mit dem Umschlag der Kirchengemeinde. Die „zwei Marions“ seien zu Menschenfischern geworden, weil sie viele verbunden hätten.
Es folgten Songs der Fis(c)herman’s Friends. Unter der engagierten Leitung und Keyboard-Begleitung von Rebekka Rapp erklangen „Just sing it“ und „My lighthouse“.
Alles andere als verstaubt
Als Vertreterin der Kolpingsfamilien im Bezirk Rottweil/Tuttlingen gratulierte Simone Rimpp. 75 Jahre bedeuteten drei Generationen voll Tatkraft, Glauben und Herzblut. Die Geschichte der Kolpingsfamilie Hardt sei kein verstaubtes Geschichtsbuch. Adolph Kolping habe Menschen gewollt, die die Ärmel hochkrempeln. In einer immer komplexeren Welt sei eine Gemeinschaft wie die Kolpingsfamilie Hardt wie ein Fels in der Brandung.
Von der befreundeten Kolpingsfamilie Sulgen überbrachte Vorsitzender Reinhold Seckinger Glückwünsche. Die Kolpingsfamilie Hardt bereichere mit ihrem breitgefächerten Angebot das Gemeindeleben. Scherzhaft gab er den Geschenkkorb, den die Kolpingsfamilie Sulgen zum 100. Geburtstag erhalten hatte, neu gefüllt wieder zurück.
Der Vertreter der Diözese Rottenburg/Stuttgart, Robert Werner, ging der Frage nach, warum die Emmaus-Jünger „Kolping-Mitglieder“ waren. Die Antwort fand er beim Gesellenvater: „Das Christentum ist nicht für die Bettkammer, sondern für das ganze Leben.“
Mit Bildpräsentationen, die Larissa Haberstroh zusammengestellt hatte, lockerten die Gestalter die Feier auf.
Vergleich mit Puzzle
Den krönenden Abschluss bildete die Rede von Maria Adams, der geistlichen Leiterin des Bundesverbands Kolpingwerk. Sie war fasziniert vom Vergleich der Kolpingsfamilie mit einem Puzzle. Die Kolpingsfamilie habe viele Teile mit vielen Themen zusammengebracht. Daraus sei etwas entstanden mit Toleranz und Synergie. Vieles sei entstanden, aber immer noch nicht fertig.
Zum Doppelgeburtstag von Kolpingsfamilie und Kolpingchor überbrachte sie Grüße vom Bundesvorstand und Bundespräsidium. Die ganze Halle lernte von ihr das Kölsche Lied „Alles Jute zum Jeburtstag, wünsche mr dir“.
Den Schlusspunkt setzten alle Mitglieder mit dem Kolpinglied, bevor die Gala-Band Ciro-Five einheizte.