Christopher Müller (Bundestrainer Frauen) und Andreas Dold (rechts) aus Schramberg (kommissarischer Bundestrainer Männer). Foto: Frei

Ein sportliches Märchen wird wahr. Großer Erfolg für Schramberger Andreas Dold.

Es ist das erste Team-Gold überhaupt für Deutschland. Ein Erfolg, der in die Geschichtsbücher eingeht. Der Teamwettkampf besteht aus drei Athleten und drei Athletinnen in den Gewichtsklassen Leicht-, Mittel- und Schwergewicht. Nach einem packenden Halbfinale gegen die Mongolei, ein Land mit großer Kampfsporttradition, setzte sich die deutsche Mannschaft im Finale mit 4:2 gegen Frankreich durch.

 

„Unsere Sportlerinnen und Sportler sind über sich hinausgewachsen“, sagte Bundestrainer Andreas Dold nach dem Triumph. „Wir haben bewusst auf mentale Stärke und Teamgeist gesetzt. Auf diesem Niveau sind alle technisch und körperlich top, aber der Kopf entscheidet.“

Unvergessliches Erlebnis

Für den Schramberger Bundestrainer war die Weltmeisterschaft ein unvergessliches Erlebnis: „Einige Sportler kannte ich bereits, aber der Anruf, kommissarisch als Bundestrainer für die Männer einzuspringen, kam völlig überraschend“, erzählt Dold. „Unfassbar, was hier passiert ist, kommissarisch eingesprungen, dann die WM in Bangkok und plötzlich Weltmeister. Das ist wie ein Märchen, das man kaum glauben kann.“

Sprung an die Weltspitze

Das deutsche Nationalteam gewann bei der Weltmeisterschaft in Bangkok sensationell Gold im Teamwettkampf. Foto: Frei

Besonders bemerkenswert ist der Erfolg auch, weil das deutsche Team bei der Europameisterschaft in Belgien vor nur zwei Monaten ohne Medaille geblieben war. Umso größer ist jetzt der Sprung an die Weltspitze, vor allem gegen die starke Konkurrenz aus Asien, Amerika und dem Nahen Osten.

Auch Christopher Müller, Bundestrainer der Frauen, zeigte sich begeistert: „Das gesamte Team hat außergewöhnlichen Zusammenhalt gezeigt. Jeder hat für den anderen gekämpft, das war der Schlüssel zum Erfolg.“

Lange, gemeinsame Geschichte

Dold und Müller verbindet eine lange gemeinsame Geschichte. Beide standen früher selbst als aktive Kämpfer in der deutschen Nationalmannschaft und kennen sich seit vielen Jahren. Heute ergänzen sie sich als Trainerteam perfekt, fachlich wie menschlich. „Wir verstehen uns super, haben viel Freude an der gemeinsamen Arbeit und ich glaube, das hat auch das Team gespürt“, sagt Dold. Besonders freut ihn, dass er in so kurzer Zeit das Vertrauen seiner Athletinnen und Athleten gewinnen konnte: „Das ist für mich etwas ganz Besonderes. Vertrauen ist im Leistungssport entscheidend und ohne dieses Vertrauen wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen.“

Einzelwettbewerbe

Auch in den Einzelwettbewerben zeigte das deutsche Team starke Leistungen. Alina Flehmer (-70 kg) gewann Silber, während Louis Theodoridis (+94 kg) und Denise Krahn (-70 kg) jeweils Bronze holten. Zudem krönte sich Denise Krahn in der No-Gi-Klasse (-70 kg) zur Weltmeisterin. In den weiteren Einzelwettbewerben präsentierte sich das deutsche Team ebenfalls stark. Bei den Frauen überzeugten Elsa Braun (+70kg) mit einem hervorragenden fünften Platz, Katia Winklmaier-Peran (-63kg) und Irina Brodski (-52kg) erreichten die Plätze neun und dreizehn, während Vanessa Hübenthal (-57kg) den siebzehnten Rang belegte. Auf der Männerseite sicherte sich Fabian Vogt (+94kg) den neunten Platz, Patrick Bissinger (-69kg) erreichte Rang dreizehn, und Eric Fritzsche (-69kg) sowie Simon Pallutt (-85kg) belegten jeweils den siebzehnten Platz. Diese Platzierungen zeigen, wie eng die Konkurrenz bei einer Weltmeisterschaft ist und wie wertvoll die gesammelten Erfahrungen für die weitere sportliche Entwicklung der Athletinnen und Athleten sind.

Starke Konkurrenz

„Die Konkurrenz bei einer Weltmeisterschaft ist noch einmal deutlich stärker als bei einer EM“, betont Dold. „Unsere Nachwuchsathleten haben sich hier großartig präsentiert und gezeigt, dass sie auf diesem Niveau mithalten können. Auf dieser Leistungsstufe entscheiden oft Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage.“

„Wir als Trainerteam haben Männer und Frauen im Einzelwettbewerb gemeinsam betreut“, berichtet Dold weiter. „Auf sechs Matten gleichzeitig zu coachen war eine enorme Herausforderung, auch im Einzelwettbewerb war der Zusammenhalt im Team spürbar. Jeder wurde lautstark angefeuert und unterstützt.“

Mit diesem historischen Erfolg hat das deutsche Nationalteam in Bangkok nicht nur sportlich neue Maßstäbe gesetzt, sondern auch eindrucksvoll gezeigt, wie viel mentale Stärke, Zusammenhalt und Leidenschaft im Spitzensport bewirken können. Für Andreas Dold aus Schramberg bleibt dieser Erfolg ein Moment, den er nie vergessen wird: „Das erlebt man nur einmal im Leben.“