Das LZ-Urgestein ist im Alter von 63 Jahren einer schweren Krankheit erlegen. Er hat als Journalist große Spuren in Lahr hinterlassen.
Seinen letzten Auftritt in Lahr als Musiker hatte Stefan Maier am 26. Dezember 2022 im Schlachthof, als Gitarrist seiner Band Tuff Enuff. Auch bei den Lahrer Formationen IFE United und Bigfoot hat er gespielt, außerdem war er als Gastmusiker sehr gefragt, zum Beispiel bei „Hannah and Friends“. Maier war ein leidenschaftlicher Sammler von Gitarren, spielte selbst Blues-Gitarre auf Profi-Niveau. Doch zu seinem Beruf machte er nicht die Musik, sondern den Journalismus – das war ihm in die Wiege gelegt worden.
Stefan Maier, der am 5. April 1963 geboren wurde, war der Sohn von Helga und Bernhard Maier. Der war Redakteur, Fachgebiet Feuilleton, bei der Heidelberger Rhein-Neckar-Zeitung und beim Südkurier in Konstanz gewesen, ehe er 1969 zurück nach Lahr kam und hier Leiter des städtischen Kulturamts wurde. In dieser Funktion prägte Bernhard Maier fast drei Jahrzehnte lang das kulturelle Leben in Lahr. Er starb im Dezember 2019. Helga Maier war Buchhändlerin.
Die Liebe zum geschriebenen Wort haben Stefan Maiers Eltern an ihren Sohn weitergegeben. Nach dem Besuch der Grundschule in Sulz ging er auf das Scheffel-Gymnasium in Lahr, wo er 1982 Abitur machte. Er studierte in Freiburg Politik und Geschichte, sammelte gleichzeitig als freier Mitarbeiter der Lahrer Zeitung und der Badischen Zeitung in Lahr erste Erfahrungen im Journalismus.
1992 begann Maier seine Ausbildung zum Redakteur bei der Lahrer Zeitung, zwei Jahre später wurde er übernommen. Von Anfang an war er für die Berichterstattung aus der Stadt Lahr zuständig, ein Ressort, dem er 30 Jahre treu blieb. Zahllose Sitzungen des Lahrer Gemeinderats hat er journalistisch begleitet, mit präzisen Artikeln und Kommentaren – und darüber hinaus auch über alles andere berichtet, was in der Stadt von Belang war.
Als langjähriger stellvertretender Redaktionsleiter, zeitweise auch kommissarischer Redaktionsleiter, war er intern der wichtigste Ratgeber für die Kollegen. Denn im Journalismus und in Lahr gab es eigentlich nichts, was Stefan Maier nicht wusste.
Der Schreiber dieser Zeilen teilte mehrere Jahre mit ihm ein Büro bei der Lahrer Zeitung – und wird ihn in Erinnerung behalten als ruhigen, angenehmen Menschen, der sehr treffend formulieren konnte, sei es in seinen Zeitungsartikeln oder im Gespräch. Es war ein Vergnügen, sich mit ihm zu unterhalten, er war extrem klug und hatte einen großen Sinn für Humor. Neben dem Journalismus und der Musik interessierte er sich besonders für Politik. Der erste sozialdemokratische Kanzler Willy Brandt war sein Idol.
Als bei ihm im Oktober 2020 eine schwere Krankheit diagnostiziert wurde, pausierte er mehrere Monate im Beruf. Nachdem er als geheilt galt, kehrte er an seinen Schreibtisch in der Redaktion zurück – bis er erneut eine schlimme Diagnose erhielt. Daraufhin widmete er sich ganz dem Kampf gegen seine Krankheit.
Im Lauf der Jahre hat Stefan Maier als Blattmacher zahllose Seiten der Lahrer Zeitung gelayoutet und als Autor abertausende Artikel geschrieben. In seinem letzten, erschienen am 27. Januar 2023, ging es um einen Urweltmammutbaum im Lahrer Stadtpark.
Die Jahre danach waren für Maier geprägt von einem gesundheitlichen Auf und Ab, von immer neuen medizinischen Behandlungen, von Hoffnung und Rückschlägen. Als er am Montagnachmittag wegen Atemnot ins Lahrer Klinikum eingeliefert wurde, hatte er einen langen Leidensweg hinter sich. Stefan Maier starb am Montagabend. Er hinterlässt seine Mutter Helga, Schwester Friederike, Ehefrau Margret und seinen Sohn Felix, der Polizist von Beruf ist.
OB Markus Ibert sagte am Dienstag über den Verstorbenen: „Mit großer Betroffenheit habe ich vom Tod von Stefan Maier erfahren. Er war über Jahrzehnte hinweg das Gesicht der Stadtredaktion der Lahrer Zeitung und prägte den Lokaljournalismus in unserer Stadt wie nur wenige. Als Lokaljournalist war er eine feste Größe in Lahr: kritisch, aber jederzeit fair, mit fundierten Kenntnissen des gesellschaftlichen und politischen Lebens unserer Stadt. Er war bekannt für seinen eigenen Humor und dafür, stets bereit zu sein, den Finger in die Wunde zu legen – dabei jedoch immer mit Respekt und Menschlichkeit. Stefan Maier war ein Journalist mit Haltung, der vielen in Erinnerung bleiben wird. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen sowie seinen ehemaligen Kolleginnen und Kollegen.“
Auch Alt-OB Wolfgang G. Müller äußerte sich: „Stefan Maier hat als Redakteur der Lahrer Zeitung professionell und kenntnisreich über die Lahrer Politik und die Region berichtet. Seine Artikel standen für solide Information, Qualität und Respekt. Ich habe seine Arbeit sehr geschätzt und unser guter Kontakt blieb auch nach seinem Ausscheiden aus der Redaktion bestehen. Mein Mitgefühl gilt seiner Mutter und seiner ganzen Familie. Ich trauere mit Ihnen.“
Die Beisetzung am Dienstag, 21. April, beginnt um 15 Uhr auf dem Bergfriedhof.