Es ist nie zu spät, um anzufangen – das zeigt Josef Ilgner aus Brigach. Er begann erst als Erwachsener mit dem Langlaufen. Nun ist er bei internationalen Wettbewerben erfolgreich. Mitte Februar startet er in Finnland bei der Senioren-Weltmeisterschaft.
Obwohl der Brigacher Josef Ilgner relativ spät mit dem nordischen Skisport in Berührung kam, macht der 75-Jährige seit nunmehr 40 Jahren eine überaus gute Figur beim Langlauf und besucht auch regelmäßig internationale Veranstaltungen mit guten Erfolgen. Vor wenigen Tagen erst kam er zurück aus dem italienischen Vermiglio, wo er bei den „Winter World Masters“ teilnahm – als Vorbereitung für die Senioren-Weltmeisterschaften, die vom 10. bis 17. Februar in Finnland stattfinden.
Seine Ehefrau ist immer mit von der Partie
„Wir haben uns im Ort in einer Ferienwohnung eingemietet“, erzählt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Denn im Ausland oder auch außerhalb des Schwarzwalds ist Ehefrau Renate immer mit dabei. Am 12. Januar seien sie angereist, am 16. Januar war dann der erste Wettbewerb, der Fünf-Kilometer-Lauf im freien Stil. „Ich hatte keine Ahnung, wo ich stehe, weil wir ja seit Wochen nicht mehr trainieren konnten“, so Ilgner. „Wir hatten tagsüber zumeist sehr schönes Wetter, aber schwierige Temperaturen – das Wachsen (ohne Fluoride) war eine Herausforderung“, erzählte er.
Start bei der Senioren-Weltmeisterschaft
Völlig überrascht war er nach dem ersten Lauf über fünf Kilometer, den er mit deutlichem Vorsprung gewann. Auch den Zehn-Kilometer-Lauf im freien Stil konnte er mit einem Riesenvorsprung für sich entscheiden.
Drei Starts absolvierte Ilgner in den Tagen von 12. bis 16. Januar. Der spannendste war dabei die abschließende Staffel, aus mehreren Gründen. Unter anderem hat sich die Zusammensetzung geändert, er musste mit seinen drei Mitstreitern in der Klasse 280 plus starten – da werden die Alter aller vier Läufer zusammengezählt. Und: „Bei Staffeln habe ich schon alles erlebt“, erzählt er lachend. Da habe sich schon mal ein Teilnehmer auf der Toilette eingeschlossen und kam nicht mehr raus.
Und tatsächlich sollte es auch diesmal nicht ganz einfach werden – sein Schlussläufer fehlte. „Ich musste ganz schön lang warten, bis der kam – er kam dann ganz plötzlich von hinten und hat mich völlig überrascht. Trotz der Wartezeit reichte es für die dritte Goldene – die er aber bis heute nicht erhalten hat. „Wir mussten dann ganz schnell abreisen, um unsere Enkelin beim Skispringen im Schwarzwald zu erleben“, nennt Ilgner den Grund dafür.
Mitte Februar steht das nächste Abenteuer an: Der Brigacher startet bei der Senioren-Weltmeisterschaft in Finnland.