John Williams und die Berliner Philharmoniker werden gefeiert mit den Musiken zu Filmen wie „Indiana Jones“ und „E.T.“.
Berlin - Drei ausverkaufte Abende beschert John Williams den Berliner Philharmonikern bei seinem ersten Gastspiel. Schon vor dem ersten Ton applaudiert das Publikum dem 89-jährigen Filmkomponisten im Stehen, Jubelstürme begleiten ihn durch den Abend. Der alte Herr, als Ikone der Popkultur Huldigungen gewöhnt, gibt sich gerührt – und wirkt 30 Jahre jünger, sobald er den Dirigentenstab schwingt.
Williams versteht es, Bildern Klänge zu geben. Im Titelmotiv zu „Indiana Jones“ (1981) spiegelt sich das nassforsche Wesen des Abenteurers, der oft in die Bredouille gerät. Herzerwärmend wirkt das Thema für „E. T.“ (1982), den Außerirdischen, der nur eines möchte: nach Hause. In „Hedwig’s Theme“ aus „Harry Potter“ (2001) gerät die Eule des Zauberlehrlings in gruslige Turbulenzen und streift das Motiv des Titelhelden.
Die Berliner Philharmoniker brausen und branden
Williams schöpft aus dem Vollen, lässt Themen von Trompeten zu Fagotten und von Bratschen zu Geigen wandern. Die Berliner Philharmoniker interpretieren das dynamische Repertoire atemberaubend transparent, jedes Harfen-Arpeggio tritt schillernd hervor. In zarten Passagen würde man eine Stecknadel fallen hören, und wenn die Musik braust und brandet, dann mit Wucht. Das Cello sei sein „Lieblingsinstrument“, sagt der Dirigent – der erste Cellist Bruno Delepaire schenkt ihm in „Elegy“ ein gefühliges Solo.
Williams verbindet wagnerianische Dramatik mit dem amerikanischen Geist von Freiheit und Selbstbestimmung, etwa bei der Heldenehrung in „Star Wars“ (1977). Am Ende erklingt als Reprise die famose Titelfanfare und spiegelt das Glück eines Häufleins Rebellen, das einem Imperium die Stirn geboten hat.
George Lucas habe wenig geredet, sagt Williams
Der „Star Wars“-Regisseur George Lucas habe „wenig geredet“, sagt Williams, auch nicht über weitere Filme. „Ich habe ein Liebesthema für Luke und Leia geschrieben. George hat nichts gesagt. Drei Jahre später habe ich erfahren, dass sie Bruder und Schwester sind.“ „Das Imperium schlägt zurück“ (1980) hieß der zweite Film, in dem der Bösewicht Darth Vader eine eigene Erkennungsmelodie bekam – und mit dem „Imperial March“ erschüttern die Philharmoniker ein letztes Mal ihr Haus. Wird Williams sich ausruhen, wenn er wieder in L. A. ist? Nein, sagt er – er arbeite an der Musik für „Indiana Jones 5“.