Das Gerüst ist abgebaut, die Fassade erstrahlt in frischen Farben: Die Arbeiten im Anbau des Johannes-Brenz-Heims sind auf der Zielgeraden. Foto: Springmann

Noch im November, spätestens bis Weihnachten, steht der Umzug der Senioren des Wolfacher Johannes-Brenz-Heims in den Anbau an – die ersten Bewohner kommen aber schon in dieser Woche.

Das Gerüst am neuen Anbau des Wolfacher Seniorenheims ist weg, im Inneren legen die Handwerker für die letzten Arbeiten Hand an, am Freitag kommen die ersten Bewohner: Keine Frage, das Millionenprojekt in der Wolfacher Vorstadt ist auf der Zielgeraden. Bei einer Begehung mit Vertretern der Sparkasse Wolfach haben Brenz-Heim-Geschäftsführer Markus Harter und Planer Bernd Bohlayer Einblicke gewährt.

 

Außenbereich und Haupteingang: Der bisherige Haupteingang bleibt bestehen, beantwortet Harter die Frage Sparkassen-Vorstand Alexander Thau und dem stellvertretenden Vorstandsmitglied Hans-Peter Wiegand. „Denn dadurch wird auch die Adresse bestimmt“, erklärt er. Die Gestaltung der Außenanlage stehe noch an, allerdings sei die Gelegenheit genutzt worden, den Platz zwischen Brenz-Heim und Kirche neu zu gestalten und einen Nebeneingang zu bauen.

Wohngruppe der Lebenshilfe im Erdgeschoss: Im Erdgeschoss werden die ersten Bewohner bereits am Freitag einziehen – nämlich zwei der sieben künftigen Bewohner der ambulant betreuten Wohngruppe der Lebenshilfe im Kinzig- und Elztal. Die ersten Möbel sind bereits da. „Wir hoffen sehr, dass sie sich wohlfühlen – die Kombination passt einfach sehr gut“, erklärt Harter.

Wohngruppen des Brenz-Heims: Das erste und zweite Obergeschoss wird künftig vom Brenz-Heim selbst genutzt werden. Noch sei die Glastür zwischen Alt- und Anbau verschlossen, erklärt Harter im neuen zentralen Wohnbereich auf der „Brücke“ zwischen den beiden Gebäuden. Dort werden auch die neuen Dimensionen deutlich: Von einem Ende zum anderen zwischen Alt- und Neubau sind es mehr als 60 Meter. „Auf die deutlich längeren Wege sind Pflege und Hauswirtschaft schon gespannt“, sagt Harter lachend. Bei der Gestaltung und Farbgebung sei man bewusst weggegangen von den typischen Seniorenheim-Farben, verrät er. Das Design ist geradlinig, die Farben hell und modern, bewusst wird mit Farben gespielt. Das Ziel sei es, dass sich alle möglichst schnell wohlfühlen – wohlwissend, dass die Verweildauer im Seniorenheim begrenzt sei, so Harter. Auf den Fluren fehlen indes noch Kleinigkeiten, etwa die Handläufe.

Die Zimmer, in denen die Bewohner künftig allein leben, sind mit durchschnittlich 16 Quadratmetern fast alle gleich groß. Foto:  Springmann

Die Zimmer: Das aufgeräumte Design setzt sich in den künftigen Zimmern der Bewohner fort. Diese verfügen über durchschnittlich 16 Quadratmeter mit einem eigenen Bad. Bewusst habe man sich in der Planungsphase bereits früh mit allen an einen Tisch gesetzt. „Hauswirtschaft und Pflege haben ganz andere Anforderungen als der Architekt“, betont Harter. Um etwa die Platzierung der Betten im Zimmer flexibel zu halten, wurden Hausnotruf-Schalter an gleich mehreren Stellen verbaut. „Wir sind kein Krankenhaus, darum legen wir Wert auf einen wohnlichen Charakter“, unterstreicht er den Spagat zwischen den verschiedenen Anforderungen. Die Wertschätzung für die Bewohner und auch Mitarbeiter zeige sich schließlich auch sehr subtil an Kleinigkeiten, wie etwa zusätzlichen Steckdosen oder pflegeleichten aber dennoch Wärme ausstrahlenden Bodenbelägen. „Wir wollen ein gutes Wohn- und Arbeitsumfeld für Bewohner und Mitarbeiter schaffen.“

Arbeiten im Bestandsgebäude: Dadurch, dass im Bestandsgebäude aus Doppelzimmer nun Einzelzimmer werden, steht auch dort eine Neumöblierung an, zudem sollen die Bäder modernisiert werden. Diese Arbeiten seien allerdings noch nicht terminiert, so Harter. Die Einzelzimmer im Altbau seien bereits teilweise neu möbliert, die bisherigen Doppelzimmer sollen dann mit dem Umzug angegangen werden.

Markus Harter und Bernd Bohlayer Foto:  Springmann

Wohnungen im Dachgeschoss: Im Dachgeschoss sind zwei lichtdurchflutete Wohnungen mit jeweils drei Zimmern und großer Terrasse entstanden, die beide bereits vermietet sind. Die höherpreisigen Mieten sollen einen Beitrag zur Refinanzierung des Projekts bieten.

Die Kosten: Trotz der gestiegenen Preise und Materialknappheit vor allem in der Corona-Pandemie wurden der Bauzeitplan und auch der Rahmen von rund fünf Millionen Euro eingehalten worden, so Bohleyer. Obgleich man von der Fertigstellung des Gesamtprojekts noch weit entfernt sei.

Das Umzugsdatum: Wann genau die Senioren einziehen werden, stehe noch nicht fest, so Harter. Das Umzugs-Team stehe aber bereits in den Startlöchern. „Weihnachten sind wir hier drin“, stellte Bohleyer in Aussicht.

Darum geht’s

Mit einem Neubau sollen die Anforderungen der Landesheimbauverordnung gemeistert werden, die unter anderem Einzelzimmer und ein Wohngruppenkonzept vorgibt. Im Neubau entstehen 30 Wohnplätze in Einzelzimmern. Pro Stockwerk und Gebäudeteil wird künftig eine Wohngruppe mit je 15 Plätzen untergebracht sein – insgesamt 60 Plätze. Die Arbeiten begannen im Mai 2021 mit dem Abriss des Engelschulhauses, im Oktober 2921 startete der Neubau an gleicher Stelle.