Bäckereifachverkäuferin Johanna Kleinknecht (19) ist zur Landessiegerin gekürt worden. Foto: Monika Schwarz

Bäckereifachverkäuferin Johanna Kleinknecht von der Bäckerei Knörzer in Freudenstadt ist in Stuttgart zur Landessiegerin gekürt worden.

Die Siegerehrung im Neuen Schloss in Stuttgart wird die 19-jährige Waldachtalerin Johanna Kleinknecht vermutlich nicht so schnell vergessen. Glückwünsche zum Landessieg gab es dort von Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut und Vertretern des Handwerks.

 

Zu verdanken hat sie diesen Erfolg nicht nur ihrem Lehrbetrieb, der Bäckerei und Konditorei Knörzer in Freudenstadt, sondern einer spürbaren Leidenschaft für den Beruf.

Die Wurzeln dafür wurden bereits im Elternhaus und während eines Praktikums in der Schulzeit gelegt. „Backen war schon immer mein Hobby“, erzählt Kleinknecht. Von daher lag es nahe, das Praktikum während ihrer Realschulzeit in diesem Bereich zu absolvieren. Kleinknecht entschied sich damals für ein Praktikum bei ihrem heutigen Arbeitgeber in der Konditorei. Das hat ihr auch viel Spaß gemacht.

Kontakt zu Menschen ist ihr wichtig

Nach der Schule habe sie aber gemerkt, wie wichtig ihr auch der Kontakt zu Menschen ist. „Mir wurde damals auch von Anderen immer wieder gesagt, dass der Verkauf sehr gut zu mir passen könnte“, erinnert sich Kleinknecht. Letztlich sei es ihre Mutter gewesen, die dazu geraten habe, doch bei Knörzer nach einem Ausbildungsplatz als Bäckereifachverkäuferin zu fragen. „Mein Gefühl hat mir gleich gesagt, du bist da richtig, richtig gut aufgehoben“, sagt Kleinknecht.

Aufgrund der guten Noten im Abschlusszeugnis der Realschule bekam sie die Möglichkeit, das erste Lehrjahr zu überspringen. Dass sie bei der praktischen Ausbildung auch manchmal in der Backstube helfen durfte, beispielsweise bei der Herstellung der Schokohasen zur Osterzeit, sei toll gewesen. Auch die Theorie hinter den Backwaren habe sie als Hobbybäckerin immer fasziniert. Den schulischen Teil der Ausbildung absolvierte Kleinknecht an der Heinrich-Schickhardt-Schule in Freudenstadt.

„Fluch der Karibik“ als Motto

Vom Kammersieg und der Möglichkeit der Teilnahme am Landeswettbewerb erfuhr sie, ohne damit gerechnet zu haben, per Mitteilung der Handwerkskammer. Überzeugt hatte sie in der praktischen Abschlussprüfung unter anderem mit einem Buffet zum Thema „Filmpremiere“. Kleinknecht hatte den „Fluch der Karibik“ als Motto gewählt.

Auch im Verkaufsgespräch konnte sie punkten. Beim anschließenden Landeswettbewerb sei es dann neben dem Verkaufsgespräch auch darum gegangen, ein Schaufenster zu dekorieren, ein Nudelgericht zu kochen, einen Frühstücksteller zu richten oder eine Kreidetafel zu beschriften.

Noch am selben Tag stand fest, dass sie auch auf Landesebene gewonnen hat. Dieser Sieg eröffnete ihr die Teilnahme am Bundeswettbewerb in Olpe. Obwohl es ihr da nicht ganz nach vorne gereicht hat, sind die vier Tage dort mit Ehrung auf einem Schiff unvergesslich geblieben.

Von schönen und weniger schönen Momenten

Neben den vielen schönen Momenten mit ihrer Kundschaft, die Kleinknecht in ihrem Beruf so schätzt – zuletzt hatte ihr ein Stammkunde freudestrahlend eine Zeitungsinfo über ihren Landessieg dabei – gibt es auch unangenehme Begegnungen: „Manchmal werden wir schon herablassend und auch unhöflich behandelt von Kunden.“ Heute mache ihr das nicht mehr so viel aus, anfangs sei das anders gewesen.

Eine Kundin habe sie zu Beginn der Ausbildung einmal wegen eines normalen Körnerbrötchens, das sie fälschlicherweise als Vollkornbrötchen bezeichnet habe, so zur Schnecke gemacht, dass sie geweint habe, erinnert sich Kleinknecht. Die positiven Erlebnisse hätten aber immer überwogen.

Ihre liebsten Backwaren

Gefragt nach ihren liebsten Backwaren muss Kleinknecht nicht lange überlegen: „Brezeln und Zimtplundern, die sind einfach total lecker.“