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Jobbote Materialwissenschaftlerin

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Tanja Klemens,  Masterstudium: Angewandte Materialwissenschaften am Hochschulcampus Tuttlingen der Hochschule Furtwangen  Foto: Klemens
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Tanja Klemens, Masterstudium: Angewandte Materialwissenschaften am Hochschulcampus Tuttlingen der Hochschule Furtwangen Foto: Klemens

2018 schloss Tanja Klemens ihr Studium mit dem Grad "Master of Science" ab. Seither arbeitet sie in verantwortlicher Position als Laborleiterin bei Bad Dürrheimer Mineralbrunnen. Bereits ihre Abschlussarbeit schrieb sie in Kooperation mit dem Schwarzwälder Unternehmen. Wir haben mit Tanja Klemens gesprochen:

Was genau haben Sie in Ihrer Master-Thesis untersucht und erarbeitet?
Das Ziel meiner Thesis war es, den Recyclat-Anteil von PET-Flaschen zu erhöhen, ohne dabei die Qualität der Flasche zu beeinflussen – oder nur in vertretbarem Rahmen. Je mehr Recyclate bei der Herstellung verwendet werden, umso nachhaltiger ist die Verpackung. Es werden deutlich weniger fossile Brennstoffe verbraucht und weniger PET wird dem "Downcycling"-Prozess zugeführt.

Bis dato wurde die Flasche von Bad Dürrheimer aus 55 Prozent Recyclat und 45 Prozent Neumaterial hergestellt. Zusammen mit den Herstellern für die PET-Flaschen, habe ich Versuche durchgeführt und die Qualität von Flaschen von 0 bis 70 Prozent Recyclat betrachtet. Beispielsweise wurde der Einfluss auf die Elastizität der Flasche und die Barriereeigenschaften gegenüber CO2 untersucht.

Als sich herausstellte, dass es auch bei 70 Prozent Recyclat nur geringfügige Qualitätseinbußen gegenüber der Flasche aus 100 Prozent Neumaterial gibt, sind wir in einem weiteren Schritt so weit gegangen, den Recyclatanteil auf 100 Prozent zu erhöhen. Natürlich machen sich die 100 Prozent Recyclat manchmal bemerkbar. Beispielsweise können kleine Einschlüsse entstehen, die in der fertig geblasenen Flasche als feine schwarze Striche sichtbar werden. Wir sind jedoch der Meinung, dass dies vertretbare Einbußen sind um unsere Flaschen nachhaltiger herstellen zu können. 

Wie sieht Ihr Beruf heute aus? Was sind Ihre Arbeitsschwerpunkte?
Als Laborleiterin bin ich für die Qualität des Produkts, aber auch der Verpackung zuständig. Hierzu gehört beispielsweise die tägliche Kontrolle der Produktionsparameter, sowie die Bearbeitung von Kundenreklamationen oder -anfragen. Außerdem bin ich an der Entwicklung von neuen Verpackungen und Produkten beteiligt.

Wodurch wurden Sie auf Ihr Masterstudium "Angewandte Materialwissenschaften" am Hochschulcampus Tuttlingen aufmerksam?
Während dem Bachelorstudium habe ich einige Wahlfächer zum Thema Werkstofftechnik belegt. Dies hat mir sehr zugesagt und ich habe mich über Masterstudiengänge im Bereich Materialwissenschaften informiert. Passenderweise wurde der Studiengang "Angewandte Materialwissenschaften" in Tuttlingen kurz zuvor ins Leben gerufen.

Beschreiben Sie kurz Ihre Ausbildung: Was waren die Themenschwerpunkte?
Nach meinem Abitur am ernährungswissenschaftlichen Gymnasium habe ich meinen Bachelor im Studiengang Bio- und Prozesstechnologie am Schwenninger Campus der Hochschule Furtwangen gemacht. Hier habe ich den Schwerpunkt Verfahrenstechnik gewählt und wie bereits erwähnt, schon einige Vorlesungen aus dem Bereich der Materialwissenschaften besucht (zum Beispiel Werkstoff- und Kunststofftechnik). Das Bachelorstudium war sehr breit gefächert, weshalb ich mich im Masterstudium etwas mehr spezialisieren wollte. Hier habe ich noch sehr viel über die Medizintechnikbranche gelernt und mein Wissen in den Materialwissenschaften vertieft.

Was gefiel Ihnen im Studium besonders gut?
Die Praxisnähe hat mir besonders gut gefallen. Wir konnten während der ersten beiden Semester wirklich sehr viele Unternehmen besuchen und Eindrücke sammeln.

Welche Eigenschaften oder Fähigkeiten braucht es für den Beruf als Materialwissenschaftlerin? 
Ich denke, man benötigt ein gewisses Maß an technischem Verständnis und viel wichtiger natürlich, Interesse und Begeisterung. Mich persönlich hat besonders die Bionik abgeholt. Die Vorstellung wie genial und kreativ die Natur selbst ist, ist einfach nur bemerkenswert.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf besonders?
Mir gefällt besonders gut, dass mein Beruf sehr vielseitig ist. Durch die flachen Hierarchien bei Bad Dürrheimer Mineralbrunnen erhält man Einblicke in alle Abteilungen und wird in viele Projekte einbezogen. Außerdem wurde mir von Beginn an eine Position mit viel Verantwortung anvertraut, die mich zwar herausgefordert hat, letztendlich aber auch dazu geführt hat, dass ich innerlich wachsen konnte.

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