"Aufmerksam auf diesen Beruf wurde ich durch ein Praktikum in einer regionalen Brauerei, als ich die 8. Klasse der Realschule besuchte. Die Ausbildung ist sehr spannend und vielseitig. Man besucht alle Abteilungen der Brauerei, vom Sudhaus wo die Würze entsteht, über den Gärkeller wo die Würze zum Jungbier vergoren wird und später im Lagerkeller reift. Anschließend wird das Bier im Filterkeller filtriert und in der Abfüllung in Flaschen, Fässer oder Dosen gefüllt. Außerdem dürfen wir noch in die Mälzerei, wo wir lernen, wie aus Gerste Malz entsteht und zur Hopfenernte, wo wir vor Ort die Ernte, Trocknung und Verpackung mitverfolgen dürfen. Neben den handwerklichen Tätigkeiten kommt schließlich noch die Kontrolle durch das Labor, wo alle Eigenschaften des Bieres vom Korn bis ins Glas analysiert werden. 
 
Besonders gut gefällt mir, wie die Theorie, die wir in der Berufsschule erlernen, in der Praxis umgesetzt wird. Dabei nehmen wir jeden Prozess unserer Arbeit genauestens unter die Lupe – tatsächlich unter das Mikroskop. Es ist sehr faszinierend, wie schnell sich das Produkt aus den Rohstoffen Wasser, Malz, Hopfen und Hefe innerhalb kürzester Zeit verändert. Das passiert vor allem während der Gärung, wo Zucker zu Alkohol und CO2 umgebaut wird. Zudem ist die Arbeit in der Brauerei sehr abwechslungsreich, denn man begleitet den Brauprozess von der Rohstoffverarbeitung bis zur Abfüllung. Zusätzlich gibt es als besondere Vergütung jeden Monat Freibier. 
 
Man sollte in diesem Beruf die praktische Arbeit nicht scheuen, da das Bierbrauen nach wie vor ein Handwerk ist, daher ist ein handwerklich-technisches Geschick von Vorteil. Zusätzlich sollte man logisches Denken, Neugierde und Lernbereitschaft für den Beruf mit sich bringen. Wenn man sich für naturwissenschaftliche Fächer und Mathe interessiert, hat man schon mal gute Karten, auch wenn man kein Abitur hat. 
 
Die meisten ausgelernten Brauer und Mälzer arbeiten später auch tatsächlich in der Brauerei oder Mälzerei, dennoch gibt es viele Möglichkeiten, sich weiterzubilden wie zum Beispiel  den Besuch der Meisterschule zum Brau- und Malzmeister oder den Studiengang mit dem Abschluss zum Diplom Braumeister oder Brau- und Getränketechnologe."