Igor Matanovic vom SC Freiburg feiert sein Traumtor zum 1:0 gegen Celta Vigo. Foto: Miguel Lemos/ZUMA Press Wire/dpa

Nach dem Halbfinal-Einzug in der Europa League träumt der SC Freiburg vom Endspiel. Zunächst geht’s national weiter – in der Liga und mit dem Halbfinale im DFB-Pokal.

Das Estadio Balaídos in Vigo war schon bis auf den Gästebereich leer, als die Spieler des SC Freiburg noch einmal auf den Rasen stürmten, um mit den Freiburger Fans den Einzug ins Europa-League-Halbfinale zu feiern. Festgehalten und verewigt sind diese Szenen auf den Social-Media-Kanälen des Vereins – und sicherlich auch in den Köpfen aller Beteiligten.

 

Das bestätigte am Donnerstagabend auch Julian Schuster auf der Pressekonferenz. Glücklich saß er auf dem Podium und gab nach dem 3:1-Sieg seiner Mannschaft seine Statement zum Spiel ab. Europapokalabende wie in Vigo werde er „nie vergessen“ und noch seinen Kindern und Enkeln davon erzählen, sagte er.

So wie ihm dürfte es einigen im Umfeld des SC Freiburg gehen. Denn erstmals in der Vereinsgeschichte stehen die Breisgauer in einem europäischen Halbfinale – und das absolut verdient. In Hin- und Rückspiel gegen Celta Vigo (3:0 und 3:1) war der Sport-Club tonangebend und ließ auch auswärts keinerlei Zweifel an einem Weiterkommen aufkommen.

Igor Matanovic trifft traumhaft – Suzuki schnürt den Doppelpack

Bereits zur Pause war am Donnerstag im Estadio Balaídos alles klar. Igor Matanovic mit einem absoluten Traumtor (33.) und Yuito Suzuki (39.) mit einem schön herausgespielten Treffer hatten die Weichen gestellt. In der 50. Minute machte der Japaner mit seinem Doppelpack dann endgültig alles klar, Celta gelang in der 91. Minute nur noch der Ehrentreffer in einem einseitigen Duell.

Am 30. April steigt in Freiburg das Europa-League-Halbfinale

Die ohnehin schon unglaubliche Europapokal-Reise der Freiburger geht damit weiter und führt den SC-Tross im Mai zu Sporting Braga nach Portugal. Schon am 30. April steigt das Halbfinal-Hinspiel im Europa-Park-Stadion.

„Die Reise geht weiter und jetzt wollen wir alles“, sagte Sportvorstand Jochen Saier nach dem Sieg in Vigo bei RTL. Die Worte „Finaleinzug“ oder gar „Europapokal-Sieg“ wollte er auf Nachfrage des Moderators zwar nicht in den Mund nehmen. Aber klar ist: „Wenn man da steht, wo wir stehen, will man natürlich weiterkommen und will das Maximale erreichen.“ Er habe das Gefühl, dass es ein „besonders Jahr“ werden könne, so Saier.

Im zweiten Jahr als Chefcoach ins Halbfinale geführt

Der Sportvorstand lobte bei RTL dabei explizit die Arbeit von Julian Schuster und dessen Trainerteam. Der Nachfolger von Vereinsikone Christian Streich hat den Verein in seinem zweiten Jahr als Cheftrainer erstmals in ein europäisches Halbfinale geführt. Und der Sprung ins Finale ist alles andere als unmöglich – gegen Braga wartet ein Duell auf Augenhöhe. Die Portugiesen schlossen die Ligaphase auf Rang sechs ab und landeten am Ende nur wegen eines geschossenen Tores mehr vor dem SCF.

Viel Zeit zum Träumen haben die Mannen von Trainer Julian Schuster allerdings nicht. Am Sonntag steht in der Bundesliga das Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim (15.30 Uhr/DAZN) an, ehe am Donnerstag auch national ein echter Höhepunkt wartet. Im Halbfinale des DFB-Pokals treffen die Südbadener auf den Südwest-Rivalen VfB Stuttgart, der Sieger fährt am 23. Mai zum Finale nach Berlin.

Dem SC Freiburg winken zwei Endspiele innerhalb weniger Tage

Dass die Freiburger dort spielen wollen, versteht sich von selbst. Schon vier Tage vorher gibt es einen weiteren Termin, den der Sport-Club gerne wahrnehmen will: Das Endspiel der Europa League in Istanbul, von dem man nur noch zwei Spiele entfernt ist.

Es dürfte also ein anspruchsvoller und emotionaler Saisonendspurt für den SC Freiburg werden. „Mitte beziehungsweise Ende April diesen Rhythmus haben zu dürfen, ist für uns alle sehr, sehr besonders“, sagte Schuster über die kommenden Wochen. In diesen ist den Freiburgern in Topform vieles zuzutrauen – auch der allererste Titel der Vereinsgeschichte.