Nach vier Jahren als Trainer verabschiedete sich Jürgen Kost (vorne) als Trainer der SG Hirsau/Calw/Bad Liebenzell. Foto: Wurster

Einen Sieg mit mindestens acht Toren Vorsprung hätte die SG Hirsau/Calw/Bad Liebenzell gebraucht, um Landesliga-Meister zu werden. Doch sie verliert sogar das Spitzenspiel.

SG Hirsau/Calw/Bad Liebenz. – HC Schmiden/Oeffingen II 27:33 (16:16). Für die Handballerinen der SG Hirsau/Calw/Bad Liebenzell stand das entscheidende Duell um die Meisterschaft in der Landesliga an. Vor einer gigantischen Zuschauerkulisse mit knapp 400 Fans hätten die Nagoldtalerinnen einen Sieg mit acht Toren Unterschied benötigt, um noch an der HC Schmiden/Oeffingen  II vorbeizuziehen. Am Ende sicherten sich aber die Gäste mit einem 33:27-Sieg den Titel. Die SG HCL muss nun als Vizemeister am 14. Mai in der Relegation um den Aufstieg in die Verbandsliga spielen.

 

Anfangsphase verschlafen

„Wir sind sichtlich nervös ins Spiel gestartet und gerade zu Beginn hat uns etwas die Durchschlagskraft gefehlt“, ärgerte sich HCL-Trainer Torsten Kleinertz. Nach sieben Minuten führten die Gäste erstmals mit drei Toren, so dass sich das Calwer Trainerduo zu einer frühen Auszeit gezwungen sah. Im Anschluss fing sich die SG Hirsau/Calw/Bad Liebenzell und ging kurz vor der Pause mit zwei Toren in Führung. Der HC Schmiden/Oeffingen II glich aber quasi mit dem Pausenpfiff zum 16:16 aus.

„In der zweiten Hälfte haben wir irgendwann den Faden verloren. Die HC Schmiden/Oeffingen II kam immer besser ins Spiel und bei uns haben sich die Fehlwürfe aneinandergereiht“, hadert Kleinertz. Er fügt aber hinzu: „Selbst mit unserer Bestleistung wäre es an diesem Tag schwer geworden. Der HC Schmiden/Oeffingen II war an diesem Tag das bessere Team und hat verdient gewonnen. Wir gratulieren zur Meisterschaft.“

Trainer Jürgen Kost richtet außerdem ein großes Dankeschön an die Fans: „Das war eine unglaubliche Atmosphäre. Jede Aktion wurde gefeiert und die Fans haben uns bis zum Ende gepushed, auch wenn es leider nicht gereicht hat.“

Emotional wurde es nach dem Spiel dann nicht nur wegen der verspielten Meisterschaft: Nach vier Jahren wurde Coach Jürgen Kost offiziell in den Trainerruhestand verabschiedet. Mit der Vizemeisterschaft hat sich sein endgültiger Abschied aber noch um zwei Wochen verschoben. Erst geht es für die SG HCL noch in die Relegation um den Verbandsliga-Aufstieg.

Relegation im Turnierformat

Am 14. Mai spielen die Nagoldtalerinnen im Turnierformat gegen die Zweiten der Landesliga-Staffeln 1, 3 und 4. Der Turniersieger steigt direkt auf, der Zweitplatzierte muss in einem finalen Spiel gegen den Zweitplatzierten aus dem Turnier der Landesliga-Staffeln 5 bis 8 ran. „Wir schauen jetzt nach vorne und wollen in der Relegation Vollgas geben, um uns noch den Aufstieg zu ermöglichen“, verspricht Kost. SG Hirsau/Calw/Bad Liebenz.: Hülya Uzuner, Nele Forstner, Sinah Maidorn, Isabella Micelotta (8/4), Franca Benz (6), Melina Hesse (4), Johanna Bayer (3), Alisa Conzelmann (2), Annika Volkmer (2), Chiara Elsche (1), Laura Imensek (1), Simone Pühl, Fabienne Jährmann, Betty Baumann.