Die Reha in Horb macht jährlich 1,6 Mio. Euro Miese. Befürworter haben immer gesagt: „Der Erhalt spart dem Landkreis Sozialkosten.“ Dazu gibt es jetzt genaue Zahlen.
Der Kampf um den Erhalt der geriatrischen Reha. Befürworter wie Peter Rosenberger (CDU), Martina Sillmann (Frauen) oder Wolfgang Kronenbitter hatten argumentiert: „Wenn ein Patient durch die Reha nicht ins Pflegeheim muss, spart das dem Landkreis Geld bei den Sozialkosten.“
Lange war unklar, wie hoch diese Kosten sein können. Doch jetzt liegen sie auf dem Tisch. Der Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) hat die Statistik aller Land- und Stadtkreise ausgewertet.
Demnach ist im Landkreis Freudenstadt die Zahl der Personen, deren stationäre Pflege durch die Sozialausgaben finanziert ist, vom Jahr 2021 von 268 auf 272 gestiegen (über 65 Jahre). Bei den jüngeren Personen stieg die Zahl von 37 auf 42 Personen in diesem Zeitraum.
So teuer sind die Sozialausgaben für die Pflege
Weil immer mehr Patienten es sich nicht leisten können, den Eigenanteil an der vollstationären Pflege (derzeit durchschnittlich 3400 Euro) zu zahlen, springt das Sozialamt ein. Im Landkreis Freudenstadt stiegen die Nettoaufwendungen laut KVJS von 3,7 Millionen Euro in 2023 auf 4,3 Millionen Euro in 2024.
Die durchschnittlichen Fallkosten pro Patient (Sozialausgaben Landkreis durch Zahl der Bezieher) im Pflegeheim liegen im Landkreis Freudenstadt im Jahr 2024 bei 13 681 Euro.
13 681 Euro Ersparnis pro Rehapatient für den Kreis
Das heißt für die geriatrische Reha in Horb: Jeder Patient, der hier durch die gute Behandlung nicht in vollstationäre Pflege muss und wenig Geld hat, spart dem Landkreis Freudenstadt unter dem Strich 13 681 Euro.
Bei einem derzeitigen Defizit von 1,6 Mio. Euro der geriatrischen Reha Horb heißt das: Wenn 117 solcher bedürftigen Patienten im Jahr wieder fit für das selbstbestimmte Leben gemacht werden können, kommt der Landkreis unter dem Strich bei den Gesamtkosten auf Null heraus.
Reha Horb entlastet andere Städte und Landkreise
In der ersten Kreistagssitzung zur Schließung der geriatrischen Reha kam das Gegenargument, dass die meisten Horber Patienten aus anderen Landkreisen kommen. Innerhalb eines Jahres sind die Sozialausgaben für vollstationäre Pflege aller Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg von 400 Millionen auf 440 Millionen in 2024 gestiegen.
Sima Arman-Beck, Sprecherin des KVJS: „Die anhaltende Kostensteigerung in der Pflege stellt auch die Sozialhilfeträger vor große finanzielle Herausforderungen.“ Wenn die Bundesregierung hier keine Reformen mache, würden die Kosten weiter steigen. Die Sprecherin: „Dann ist eine weitere Dynamisierung absehbar.“