Der Jettinger Gemeinderat gab grünes Licht für die Kindergarten-Möblierung am Heubergring, die voraussichtlich mit 174 485 Euro zu Buche schlägt. Foto: /Uwe Priestersbach

Die Aufstockung des Jettinger Kindergartens Heubergring schreitet weiter voran. Die Möblierung wurde jetzt für knapp 175 000 Euro in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Jettingen vergeben.

„Die Kosten sind nicht unerheblich, aber es geht um die Attraktivität für die Kinder und das pädagogische Fachpersonal“, erklärte Bürgermeister Hans Michael Burkhardt in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Auch wenn die Möblierung für die Aufstockung des Kindergartens Heubergring damit gut zehn Prozent der Gesamtkosten ausmache, schlug er vor, „das Geld zu investieren“. Zumal so auch attraktive Arbeitsplätze geschaffen würden, was vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ebenfalls ein Aspekt sei.

Kindgerechte Bildungsräume

Zuvor hatte Architekt Michael Schrottwieser den Räten die Möblierungsplanung vorgestellt – bei der es nicht nur um ein paar Tische und Stühle gehe, sondern um die Einrichtung kindgerechter Bildungsräume. So bräuchten Kinder zeitgemäß gut eingerichtete Räume mit ebenso individuellen wie durchdachten Lösungen, die zusammen mit einem Fachplaner und dem pädagogischen Fachpersonal entwickelt wurden.

Das Ergebnis lag jetzt vor – und obwohl im Rahmen der Abstimmung rund 20 000 Euro eingespart werden konnten, liegt der Preis für die Möblierung für Garderoben, Schlafräume sowie Spiel- und Bewegungslandschaften unterm Strich bei 174 485 Euro. Wie die Verwaltung dazu anmerkte, lagen die Kosten vor sechs Jahren bei der Ausstattung des Erdgeschosses noch bei rund 73 000 Euro, woran man das enorme Ausmaß der seitherigen Kostensteigerungen erkennen könne.

Als Highlight der Möblierung ist ein stockwerksübergreifendes Klettergerüst für 47 000 Euro geplant - bei dem die Meinungen im Gremium aus Sicherheitsgründen allerdings auseinandergingen.

Ott hinterfragt Sicherheit und Kosten

Für CDU-Rat Hans-Martin Ott stellte sich die Frage, ob ein Spielgerät über zwei Etagen Sinn macht – wegen der Sicherheit und mit Blick auf die Kosten.

Andreas Proß von den Freien Wählern plädierte für einen Verzicht auf das Klettergerüst und schlug dafür eine Rutsche vor. „Das wäre deutlich sicherer, und wenn die Kinder klettern wollen, sollen sie mit ihren Eltern in einen Klettergarten gehen“, so Proß.

Doch es gab auch anderen Meinungen: Bernd Bräuning (Freie Wähler) unterstrich die Bedeutung der Bewegung für Kinder und sprach von einer „Investition in die Zukunft“. Er konnte sich das Klettergerüst vorstellen, „wenn es sicher ist“.

Wie Clea Dürner (Grüne) feststellte, gehöre ein gewisses „Wagnis zur Sport- und Erlebnispädagogik“. Vor diesem Hintergrund würde sie die motorische Einheit zum Klettern „dringend unterstützen“.

Klettergerüst birgt auch Gefahr

„Das wäre schon ein Highlight, aber durch die Höhe auch mit einer gewissen Gefahr verbunden“, kündigte Bürgermeister Burkhardt an, dass man die Frage des Klettergerüstes noch mal im Detail beleuchten werde. Und so gab der Gemeinderat einstimmig grünes Licht für die Vergabe.

Nachdem jetzt 95 Prozent der Bauleistungen vergeben sind, präsentierte der Architekt eine Fortschreibung der Baukosten für die Aufstockung der Kindertagesstätte. „Es war jetzt Zeit, einen Cut zu machen“, machte Michael Schrottwieser deutlich, dass er selbst „verblüfft ist, wo wir mittlerweile gelandet sind“.

Baukosten sind gestiegen

Statt der ursprünglich veranschlagten 1,15 Millionen Euro liegen die Baukosten voraussichtlich bei 1,92 Millionen Euro. Die Kostensteigerungen ergeben sich vor allem durch die erheblichen Preissteigerungen bei den Baustoffen, die sich durch alle Gewerke ziehen.