Die beiden Schüler der Jettinger Gemeinschaftsschule Simon Rotter (links) und Theo Lehn (rechts) traten mit ihrem Roboter bei „Jugend forscht“ an. Foto: Thomas Fritsch

Die beiden Siebtklässler der Jettinger Gemeinschaftsschule Simon Rotter und Theo Lehn traten mit ihrem selbstgebauten und -programmierten Roboter bei „Jugend forscht“ an.

Mit 13 Jahren einen vollautomatischen Roboter gebaut und programmiert zu haben, das kann nicht jeder von sich behaupten. Simon Rotter und Theo Lehn können das und nahmen mit ihrem Roboter beim diesjährigen „Jugend forscht“-Regionalwettbewerb teil. Doch was kann das Projekt der beiden Nachwuchsforscher eigentlich?

 

„Hochbeete sind ja zurzeit der letzte Schrei, die will Jeder haben“ sagt Theo bei der Vorstellung ihres gemeinsamen Projekts in der Altensteiger Eichwaldhalle. Simons Eltern hätten sich ebenfalls überlegt, zuhause eines anzulegen, erklärt er.

Science-Fiction im Hochbeet

Die beiden hätten sich schon immer für Roboter und Science-Fiction interessiert, sagt Theo. Beim Werkeln im Nagolder Jugendforschungszentrum (JFZ) sei ihnen dann die Idee gekommen: ein automatischer Saatroboter.

Dieser sollte auf einer abgemessenen Hochbeet-Fläche eine vorgegebene Route selbstständig abfahren und dabei automatisch kleine Kresse-Samen pflanzen. Dieser eigentlich simpel klingende Plan habe einige Herausforderungen mit sich gebracht, erinnert sich der Zwölfjährige.

Gar nicht so leicht wie es klingt

Zunächst habe es Probleme mit der Lenkung gegeben; Der Roboter wurde über die Lenkachse geschoben, verlor also mit der Vorderachse den Kontakt zum Boden. Somit kam er nicht um die Kurve. Um dieses Problem zu lösen, bauten die Schüler größere Reifen an.

Theo Lehn lässt den Saatroboter im Hochbeet-Schaumodell starten. Foto: Thomas Fritsch

An den Roboterkorpus bauten sie Ultraschallsensoren, welche den Abstand des Gefährts zur Hochbeet-Wand messen konnten und einen Drucksensor, der mögliche Zusammenstöße mit der Wand erkennt.

Dadurch kam aber ein neues Problem auf: Die Reifen waren zu dick und blieben am Körper des Roboters hängen. Deshalb, und weil das Fahrzeug nach wie vor Probleme beim Nehmen der Kurven hatte, musste eine breitere Hinterachse her.

„Wie bei einem Ziehharmonikabus“

Da der Roboter danach immer noch Kurvenprobleme gehabt habe, entschlossen sich die Siebtklässler dazu das Fahrzeug mit einem Gelenk in der Mitte zu verbinden. „Das ist wie bei einem Ziehharmonikabus“, meint Theo.

Mit dieser Neuerung und ein paar Anpassungen an der Motorstärke war der automatische Saatroboter am Tag der Vorstellung betriebsbereit. Er fuhr ein von den Schülern vorprogrammiertes Muster und ließ aus einem 3D-gedruckten Behälter Kresse-Samen auf den Boden fallen.

Für die Weiterleitung zum Landeswettbewerb in Balingen reichte es bei der Siegerehrung zwar nicht, jedoch erhielten die beiden Jungs ein Modell-Set von fischertechnik. Ganz umsonst war die erste „Jugend forscht“ Teilnahme für die talentierten Jettinger Gemeinschaftsschüler also nicht.